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*** Marie Curie: Elemente des Lebens ***


ouatih kritik

Autor: Peter Osteried
 
Wenn man das Leben einer historischen Persönlichkeit, das schon so oft verfilmt wurde – zuletzt im Jahr 2016 – erneut in den Fokus eines Films rücken will, dann ist es von Vorteil, wenn man einen neuen und frischen Ansatz findet. Den gibt es bei „Marie Curie – Elemente eines Lebens“ durchaus, auch wenn man letzten Endes konstatieren muss, dass der Film etwas zu glatt und geradlinig erzählt ist.
 
Die Entdeckung der Radioaktivität
 
Zum Ende des 19. Jahrhunderts ist Marie (Rosamund Pike) eine der wenigen Frauen, die wissenschaftlich tätig sind. Aber leicht hat sie es nicht, zumal sie unangepasst ist und resolut erscheint. Man nimmt ihr ihr Labor weg, aber dann lernt sie Pierre (Sam Riley) kennen, einen Kollegen, der nicht nur ihre Schönheit, sondern auch ihren Intellekt schätzt. Er lädt sie dazu ein, in seinem Labor zu arbeiten. Zuerst ist es eine rein professionelle Partnerschaft, die beide eingehen, dann wird mehr daraus.
 
Die Curies forschen nach einem neuen Element. Sie entdecken nicht nur zwei neue, sondern auch die Radioaktivität, die damals kaum einer versteht und die die Phantasie anregt. Weil noch niemand weiß, wie Strahlung auf den menschlichen Körper wirkt. So auch Marie Curie nicht, die eine Probe Radium fast immer bei sich hat. Ob ihre Anämie dadurch ausgelöst wurde? Dennoch stellen Marie und Pierre ihr Leben in den Dienst der Wissenschaft – auch wenn der Preis echtes Glück ist.
 
 
Eine Graphic Novel
 
Marjane Satrapis Film greift die Lebensgeschichte von Marie Curie auf, orientiert sich in der Art der Erzählung aber mehr an der Graphic Novel „Radioactive: Marie & Pierre Curie: A Tale of Love and Fallout“ von Lauren Redniss. Dies ist weniger ein Comic als wirklich eine illustrierte Novelle. Interessant ist sie, weil sie nicht nur das Leben von Marie Curie, sondern auch ihr Vermächtnis aufgreift. Das macht auch der Film.
 
In ein paar Szenen zeigt der Film eindrucksvoll, wie die Entdeckung der Radioaktivität die Welt verändert hat. Man zeigt im Jahr 1957, wie ein krebskranker Junge mit Strahlentherapie behandelt wird. Das ist der positive Effekt. Der negative scheint zu überwiegen, wenn man sich die Jahreszahlen ansieht: 1945, 1961, 1986. Hiroshima, ein Atombombentest in Utah und die Atomkatastrophe von Tschernobyl.
 
Der Film trifft kein Urteil, er zeigt nur, wie Forschung neue Forschung gebiert und wie jede neue Entwicklung sowohl zum Guten als auch zum Schlechten genutzt werden kann. Marie Curie fragt sich, was ihr Vermächtnis sein wird, der Film zeigt es auf.
 
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Glatt erzählt
 
Marjane Satrapi hat schon aus zwei ihrer eigenen Comics Filme gemacht – „Persepolis“ und „Huhn mit Pflaumen“. Die Geschichte von Marie Curie ist geradliniger. Glatter. Oftmals fehlt echtes Gefühl. Das kommt nur selten zum Tragen, etwa dann, als Marie nach dem Tod ihres Mannes zusammenbricht. Aber der Skandal um eine Affäre mit einem verheirateten Mann, der durch die Presse breitgetreten wird und immensen Druck auf sie aufbaut, wird eher nebensächlich behandelt.
 
Manchmal, so hat man das Gefühl, fehlt der Geschichte einfach die nötige Zeit, in die Tiefe zu gehen. Knapp zwei Stunden für ein ganzes Leben – das ist nicht viel.
 
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Fazit
 
„Marie Curie – Elemente eines Lebens“ ist ein ausstattungstechnisch schöner, hervorragend gespielter Film, der auf einer weithin unbekannten Graphic Novel basiert und im Gegensatz zu einem ganz trockenen Biopic auch ein paar interessante und unerwartete Elemente enthält. Der Film ist aber etwas zu geradlinig geworden. Das schwächt ihn, gute Unterhaltung kann er aber dennoch bieten, weil Satrapi es schafft, das Porträt einer interessanten Frau abzuliefern.
 
 
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