*** Godzilla vs. Kong ***

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*** Godzilla vs. Kong ***


 
dfdh kritik
 
Autor: Christopher Diekhaus
 
Ring frei für zwei Monsterikonen, die sich in einem der ersten Blockbuster nach der flächendeckenden Wiedereröffnung der Kinos die Köpfe einschlagen: Hält „Godzilla vs. Kong“, was der Titel verspricht? Und liefert der von Adam Wingard („Death Note“) inszenierte Clash vielleicht sogar ein bisschen mehr als nur das erwartbare Gekloppe.
 
Viertes Kapitel in Monsterreihe
 
Die legendären Kinogiganten Godzilla und King Kong sind die Fixpunkte des sogenannten MonsterVerse, eines gemeinsamen Leinwanduniversums, das 2014 mit einem Reboot des Urzeitechsenstoffes seinen Anfang nahm. An Gareth Edwards‘ „Godzilla“ schloss 2017 Jordan Vogt-Roberts‘ „Kong: Skull Island“ an, auf das 2019 wiederum Michael Doughertys „Godzilla II: King of the Monsters“ folgte. Alle drei Filme servieren dem Zuschauer krachende Actionsequenzen und wuchtige Effektgewitter, gepaart mit einigen interessanten, aber nicht sonderlich ausgereiften thematischen Überlegungen.
 
Das Survivalabenteuer „Kong: Skull Island“ etwa zitiert in seinen Bildern und seiner Inszenierung bewusst die einflussreiche Vietnamkriegsparabel „Apocalypse Now“ und lässt, zumindest in Ansätzen, Kritik an imperialistischem und kolonialistischem Gebaren anklingen. Nichtsdestotrotz bleiben die Plots in den bisherigen Beiträgen des MonsterVerse austauschbar und die Figuren wenig plastische Funktionsträger, die gegenüber den titelgebenden Riesengeschöpfen klar das Nachsehen haben.
 
 
Daran änderst sich auch im vierten Kapitel nichts. „Godzilla vs. Kong“ fühlt sich mit Haut und Haar dem Kino der Attraktionen verpflichtet und ist immer dann am stärksten, wenn es ordentlich kracht. Die aus zwei parallel ablaufenden Strängen bestehende Geschichte dient einem einzigen Ziel: den Boden für die Monsterkonfrontationen zu bereiten.
 
Handlungsfaden Nummer eins kreist um die Forscherin Dr. Ilene Andrews (Rebecca Hall), ihre gehörlose Ziehtochter Jia (auch im echten Leben gehörlos: Kaylee Hottle) und den Geologen Dr. Nathan Lind (Alexander Skarsgård), die im Auftrag von Walter Simmons (Demián Bichir), dem Gründer des Tech-Konzerns Apex Cybernetics, eine Expedition tief ins Innere der Erde unternehmen sollen. Dorthin, wo die Ursprünge von Godzilla und Co vermutet werden und wo es eine Energiequelle geben soll, die man als Waffe gegen die Titanen einsetzen kann. Notwendig erscheint dies, weil Godzilla nach einer Zeit des Friedens aus heiterem Himmel eine Apex-Cybernetics-Einrichtung in Pensacola angegriffen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hat. Bei der Mission in die sagenumwobene Heimat der Riesenkreaturen soll ausgerechnet King Kong den Reiseführer spielen.
 
Jia, die Affenflüsterin
 
Unterdessen sind der in der zerstörten Anlage arbeitende Hobbypodcaster Bernie Hayes (Brian Tyree Henry), Madison Russell (Millie Bobby Brown), die Tochter der Monarch-Führungskraft Mark Russell (Kyle Chandler), und ihr bester Kumpel Josh Valentine (Julian Dennison) einer Verschwörung bei Apex Cybernetics auf der Spur, die sie irgendwann nach Hongkong führt. Plump und lieblos wirken diese Abschnitte des Films gleich in mehrfacher Hinsicht. Hayes ist zwar für ein paar lockere Sprüche gut, darf aber aus der arg klischeehaften Rolle des paranoiden, hyperaktiven Konspirationspropheten nie ausbrechen.
 
Joshs Beteiligung an den Recherchen wiederum lässt sich eigentlich nur damit erklären, dass Eric Pearson und Max Borenstein auf Biegen und Brechen einen lustigen Sidekick in ihr Drehbuch einbauen wollten. Wichtige Beiträge während der Suche leistet er jedenfalls nicht. Über die Nachforschungen, die sich auf einem Kalle-Blomquist-Niveau bewegen, muss man immer wieder lauthals lachen, weil dem Trio fast alle Erkenntnisse in den Schoß fallen. Wie ungehindert Bernie, Madison und Josh in strenggeheimen Apex-Cybernetics-Laboren herumspazieren dürfen, erstaunt allemal.
 
01 ©2021 Warner Bros Pictures02 ©2021 Warner Bros Pictures04 ©2021 Warner Bros Pictures05 ©2021 Warner Bros Pictures 
 
Die Reise ins Erdinnere ist natürlich ebenfalls Quatsch mit Soße. Und auch hier tummeln sich einige überflüssige Personen ohne nennenswerte Eigenschaften. Den Stempel „Kanonenfutter“ trägt vor allem Simmons‘ unsympathische Tochter Maia (Eiza González), deren Ableben schon nach ihrem ersten Auftritt feststeht. Als spannendste Figur von allen entpuppt sich die kleine, dem Ureinwohnervolk von Skull Island entstammende Jia, die als Einzige einen richtigen Draht zu King Kong hat und mit ihm über Gebärdensprache kommuniziert.
 
Besonders ein Moment zwischen ihr und dem Riesenaffen, der an Bord eines gewaltigen Frachtschiffes spielt, brennt sich dem Zuschauer ins Gedächtnis ein. Hier hält der knallige Blockbuster nämlich kurzzeitig inne und zaubert echte, unter die Haut gehende Emotionen hervor. Das Geschehen erdende Szenen wie diese gibt es unter dem Strich jedoch zu selten.
 
Trotz all der aufgeführten Schwachpunkte ist „Godzilla vs. Kong“ wahrscheinlich genau der richtige Film zum Neustart in den Lichtspielhäusern. Spektakel, etwas wofür die große Leinwand natürlich auch steht, bietet er in rauen Mengen und befeuert so vielleicht wieder die Lust der Zuschauer auf neue Kinoerlebnisse.
 
Regisseur Adam Wingard, der ursprünglich aus der Independent-Bewegung des sogenannten Mumblecore kommt, zieht die effektreiche Actionshow sauber durch, obschon dem vierten MonsterVerse-Teil die ganz außergewöhnlichen Bilder und Augenblicke fehlen. Wenn sich Godzilla und King Kong auf offenem Meer einen ungleichen Kampf liefern oder sich in den von aggressivem Neonlicht beleuchteten Hochhausschluchten Hongkongs an die Gurgel gehen, hat das durchaus Wumms.
 
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Fazit
 
Der Titel ist Programm – in puncto Spektakel liefert „Godzilla vs. Kong“ fraglos ab, den Rest allerdings kann man getrost vergessen.
 
 
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