*** Old ***

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dfdh kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Für sein neuestes Werk hat Filmemacher M. Night Shyamalan sich eine mysteriöse Geschichte ausgesucht. Er hat sie nicht selbst ersonnen, sondern beruft sich auf eine französische Graphic Novel. Allerdings hat er der Geschichte schon seinen ganz eigenen Touch verpasst. Das Ergebnis: Ein Film wie eine überlange Folge von „Twilight Zone“. Spannend und überraschend.
 
Am Strand
 
Eine Familie macht einen Kurzurlaub. Den Kindern machen die Eltern etwas vor, denn nicht nur steht ihre Trennung bevor, nein, die Mutter ist auch noch schwer krank. In dem Ressort fährt man ausgewählte Gäste an einen abgelegenen Strand, der besonders schön ist. Die Gruppe hat dort ihren Spaß, bis eine Leiche angeschwemmt wird. Als sie versuchen, das Areal zu verlassen, erleiden sie alle einen Blackout. Niemand kann von dem Strand weg.
 
Aber was noch weit schlimmer ist: Hier vergeht die Zeit rasend schnell, was zuerst an den Kindern auffällt, die plötzlich nicht mehr sechs oder sieben Jahre, sondern im Teenager-Alter sind. Der Gruppe läuft die Zeit davon und Rettung scheint nicht zu kommen …
 
 
Comic-Verfilmung
 
„Sandburg“ heißt die Graphic Novel von Pierre Oscar Lévy und Frederik Peeters, die erstmals im Jahr 2011 in Frankreich erschien. In Deutschland wurde sie zwei Jahre später von dem kleinen Verlag Reprodukt auf den Markt gebracht. Seitdem bekannt ist, dass Shyamalan die Geschichte verfilmt, sind die Verkäufe angezogen.
 
Das Thema der Graphic Novel ist faszinierend. Weil es nicht nur um ein unerklärliches natürliches Phänomen geht, sondern dieses benutzt wird, um sich mit dem Älterwerden, aber auch der Angst vor dem Tod und dem Sterben auseinanderzusetzen. Das waren Themen, die Shymalan auch beschäftigen. Er fand in der Graphic Novel also etwas, das ihn auf einer persönlichen Ebenen zutiefst ansprach.
 
Dabei ist die Geschichte genau das, wofür der Filmemacher seit den Anfängen mit „The Sixth Sense“ bekannt ist: Mysteriöse Geschichten, deren Enden nicht selten eine Überraschung parat halten. Bei „Old“ ist es weniger eine Überraschung, als vielmehr eine interessante Erklärung, die moralische Fragen aufwirft.
 
Bei der Umsetzung der Geschichte wollte Shyamalan eigenen Wegen folgen. Er hält sich nicht sklavisch an die Vorlage, sondern nutzt eher ihr Konzept, um etwas Eigenes daraus zu machen.
 
Die überwältigende Macht der Natur
 
Schon immer führte Shyamalan seinem Stab und seinen Schauspielern Filme vor, deren Stimmung er einfangen wollte. Hier waren es die australischen Produktionen „Walkahout“ und „Picknick am Valentinstag“, die der Regisseur als Geschichten ansieht, die Menschen zeigen, welche gegen die überwältigende Macht der Natur antreten müssen.
 
01 ©2021 Universal Pictures02 ©2021 Universal Pictures03 ©2021 Universal Pictures04 ©2021 Universal Pictures
 
Das ist auch der Punkt dieses während des Pandemie-Sommers 2020 gedrehten Films. „Old“ zeigt im Grunde, wie klein der Mensch ist. Ein Spielball der Natur – hier im übertragenen Sinne, aber für jeden verständlich, der an solche Ereignisse wie die Flut der letzten Wochen denkt.
 
Der SF-Gehalt der Geschichte ist immer da, es geht aber im Kern um das Menschsein. Darauf, wie man auf eine solche Situation reagiert, wie Hoffnung und Verzweiflung einander abwechseln, aber auch, wie ein Leben im Zeitraffer aussehen kann.
 
Das hat hin und wieder einen Anflug von Humor, in erster Linie ist „Old“ aber schon ein spannender, weil in seiner Essenz gnadenloser Film. Dem Zahn der Zeit entkommt niemand, auch wenn es hier schneller geht, als erwartet. Das ist technisch hervorragend umgesetzt. Die Kinder werden einfach durch ältere Schauspieler ersetzt, bei Mimen wie Rufus Sewell und Gael Garcia Bernal sieht man aber hervorragend, wie sie altern. Die Technik ist dabei sehr viel weiter als früher. Diese Menschen sehen letztlich wirklich aus, als wären sie Jahrzehnte älter, als sie sind.
 
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Fazit
 
„Old“ ist packendes Mystery-Kino vor toller Kulisse. Die paradiesische Atmosphäre dient als Kontrastpunkt zur grausamen Geschichte, deren Ende vorprogrammiert ist, was den Spaß am Film aber nicht schmälert. Wie Alfred Hitchcock absolviert übrigens auch M. Night Shyamalan wieder einen Auftritt. Er spielt den Fahrer der Gruppe, die zum Strand gebracht wird.
 
 
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