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Kritik: Moonage Daydream

 
dfdh kritik
 
Autor: Max Wrede
 
David Bowie war ein Ausnahmekünstler. Und hat in seiner annährend fünfzig Jahre andauernden musikalischen Karriere wie kein anderer die Rock- und Popmusik der Neuzeit geprägt. Grund genug für Regisseur Brett Morgen dem androgynen Poptitan ein filmisches Denkmal zu setzen. Aber wird das der Musikikone wirklich gerecht?
 
A Dream to live …
 
MOONAGE DAYDREAM heißt übersetzt Mondzeit-Tagtraum. Zumindest wenn man das Wort bei Google eingibt. Bowie war wohl davon und Brett Morgen von dem gleichnamigen Song inspiriert, den der Künstler im Februar 1971 in London aufgenommen hat. Denn ein solcher Traum ist genau das, was David Bowie in seinem irdischen Dasein leben durfte.
 
Nicht nur in der Musik, sondern auch in vielen anderen künstlerischen Bereichen. Etwas, dass vielen nicht bewusst ist, weil sie Bowie nur als schillernde Figur auf der Bühne kennen. Bei der Dokumentation von Brett Morgen (u.a. Cobain: Montage of Heck, Jane, Crossfire Hurricane) erfahren wir allerdings, dass Bowie viel mehr als das war.
 
 
Life is colorful …
 
Morgen beginnt seine Hommage chronologisch. Also Anfang der siebziger Jahre. Mit verwaschenen Videoaufnahmen aus jener Zeit, die den Künstler als Sänger geschminkt und in bunten Outfits auf der Bühne zeigen. Schnell montiert im Gegenschnitt mit Fans, sowie dokumentarischem Material.
 
Unterlegt mit dem Song Spaceballs, einem Titel den Bowie zwar mit den Pet Shop Boys erst im Jahr 1987 aufgenommen hat, aber der aufgrund seines Textes sehr gut zu den gezeigten Bildern aus dieser Epoche passt.
 
Dabei sehen wir unter anderem auch seine Auftritte in Talkshows, private Aufnahmen und alle möglichen filmischen Schnipseln, die uns in grellen Neonfarben regelrecht die Sinne rauben. Kein Bild steht dabei länger als vier Sekunden und alles ist auch noch ineinander verblendet.
 
Rasant, wie das damaligen Leben des Künstlers werden also auch den Zuschauer:innen keine Pausen zum Durchatmen gegönnt. Außerdem sind die Originalaufnahmen meist ziemlich verwackelt und unscharf. Etwas, dass eventuell zu Kopfschmerzen führen kann und sich im Film erst nach ungefähr eine Stunde bessert.
 
01 ©2022 Universal Pictures02 ©2022 Universal Pictures03 ©2022 Universal Pictures04 ©2022 Universal Pictures
 
Dabei erfahren wir aber trotzdem sehr viel über den Menschen David Bowie. Über seine Bi-Sexualität, seine philosophischen Gedanken, seine Weltanschauung und künstlerischen Begabungen. Vor allem seine Liebe zur Malerei, sowie dem Erstellen von Skulpturen. Außerdem viel über dessen Soziophobie und den Ängsten, die er durchleben musste. Und seinen Bruder, den er quasi vergöttert hat.
 
Immer authentisch von Bowie selbst in Interviewausschnitten oder als Off-Stimme unter den bildlichen Montagen erzählt. Dabei merkt man deutlich, wie viel Liebe zum Detail und Arbeit Regisseur Brett Morgen in seinen Film investiert hat. Denn der hat MOONAGE DAYDREAM nicht nur inszeniert, sondern auch das Drehbuch dafür geschrieben und den Film geschnitten. Jede Einstellung wirkt durchdacht, nichts wurde beliebig montiert oder dem Zufall überlassen. Dramaturgisch ist der Film also perfekt umgesetzt. Und kurzweilig, wenn man sich auf den Bilderrausch einlassen kann.
 
05 ©2022 Universal Pictures06 ©2022 Universal Pictures07 ©2022 Universal Pictures08 ©2022 Universal Pictures
 
People wants an Individual
 
Lediglich ab der zweiten Hälfte des Films, bei Bowies Laufbahn in den in den achtziger Jahren, hat er dieses Tempo etwas reduziert. Angepasst an das deutlich entschleunigte Leben des Künstler in dieser Epoche.
 
Wir sehen dabei erneut Ausschnitte aus dokumentarischem Material, sowie seiner Spielfilme, die in diesem Jahrzehnt entstanden sind. Und lernen Bowie als reflektierten und sinnsuchenden Menschen kennen. Aber auch auf Konzertausschnitte aus den Achtzigern darf man sich freuen. Zwar setzt Morgen deutlich weniger ein, als in der ersten Hälfte des Films, dafür sind diese in besserer Qualität und bieten echte Hit-Ohrwürmern, wie zb. Let´s Dance.
 
Insgesamt haben es übrigens 48 Titel des Künstlers in den Film geschafft.
 
Mit schwarz/weiss – Montagen aus den späten Werken der schillernden Pop-Ikone und philosophischen Phrasen bringt uns der Film schliesslich die letzten Jahre des Künstlers näher. Bevor wir mit emotionalen Gefühlen aus dem bunten Lebenskarussell von David Bowie entlassen werden.
 
Bowies prägende Erkenntnis dabei bleibt kurz vor dem Abspann auch den Zuschauern im Gedächtnis: Es kommt im Leben nicht darauf an, wieviel Zeit man hat, sondern was man erschaffen hat.
 
Fazit
 
MOONAGE DAYDREAM ist eine bunte, rasante und epische Zeitreise durch das exzentrische, sowie vielseitige Leben des Künstlers David Bowie. Mit vielen Details und Hintergrundinformationen über die Pop-Ikone.
 
Jedem Fan kann der Film also absolut ans Herz gelegt werden. Lediglich die etwas zu schnellen Bildmontagen ohne Ruhepunkte in der ersten Hälfte des Films trüben das dokumentarisch wertvolle Werk von Brett Morgan etwas.
 
 
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