Kritik: Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss

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Kritik: Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss


 
dfdh kritik
 
Autor: Walter Hummer
 
Fortsetzungen dreht man, weil man eine Geschichte weitererzählen möchte. Oder um die Geschichte anderer Figuren aus dem Vorgängerfilm zu zeigen. Oder um die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Oder einfach um Kohle zu machen. Welche Art von Fortsetzung ist „Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss“?
 
You’re no good
 
Der kleine Gru geht zwar noch in die Grundschule, möchte aber schon zur Schurkenliga gehören. Eine Verbrecherbande namens „Die fiesen 6“ weist ihn ab, er stiehlt dafür ein für sie wichtiges Artefakt, die Minions bringen alles durcheinander, wollen das Ganze aber wieder in Ordnung bringen und ich habe schon jede Lust an der Handlung des Films verloren.
 
Was Bryan Lynch („Der gestiefelte Kater“, „Pets“) und Matthew Fogel („The Lego Movie 2“) da zusammengeschrieben haben, verdient kaum die Bezeichnung „Drehbuch“. Mir ist schon klar, der Film ist Unterhaltung für Kinder und kein anspruchsvolles Drama. Aber deshalb sollen die Autoren damit durchkommen, die Notizen ihrer Brainstorming-Sessions abgeliefert zu haben? Wahllos reihen sich Szenen aneinander, um mal mehr und viel öfter mal weniger gelungene Gags zu liefern. Nichts davon wirkt ausgereift, überarbeitet oder auch nur nochmal durchdacht.
 
 
Was sollen wir zum Beispiel von dem Kung-Fu-Training der Minions halten? Die beiden Sequenzen sind nicht wirklich witzig und dienen nur der Vorbereitung eines einzigen Gags, der den Aufwand wirklich nicht rechtfertigt. Was soll die ganze Nebenhandlung mit einem Motorradfahrer? Sie ist ebenfalls nicht witzig, liefert an ihrem Ende nicht einmal einen Gag und sorgt nur dafür, dass ein Minion namens Otto nach San Francisco kommt. Die Bösewichte sind keine echten Charaktere, sondern bloß das Ergebnis halblustiger Wortspiele.
 
Der ganze Film wirkt nicht nur schlampig sondern regelrecht uninteressiert geschrieben. Teile der Handlung wirken wahllos, einige ergeben sogar gar keinen Sinn. Der erste Teil, „Minions“ spielte 1968. Teil Zwei spielt 1976, also acht Jahre später. Aber Gru wirkt kein bisschen älter als am Ende des letzten Films und besucht immer noch die Grundschule. Dabei hat er gar keine Blechtrommel.
 
Wozu spielt der Film überhaupt 1976? Abgesehen von einer Reklametafel nimmt die Handlung keinerlei Bezug auf die Zweihundertjahrfeier der USA. Und die populärkulturellen Referenzen sind wahllos und oft genug falsch platziert. Unter anderem sind die Hits „Born to Be Alive“ und „Funkytown“ zu hören. Patrick Hernandez brachte „Born to Be Alive“ 1978 heraus und Lipps, Inc. nahmen „Funkytown“ erst 1979 auf.
 
01 ©2021 Universal Pictures02 ©2021 Universal Pictures03 ©2021 Universal Pictures04 ©2021 Universal Pictures
 
Nicht nur hier passt die Regie von Kyle Balda („Minions“, „Ich – Einfach unverbesserlich 3“) und seinen beiden Co-Regisseuren Jonathan del Val und Brad Ableson zum Drehbuch. Die einzelnen Episoden werden halbwegs sinnvoll aneinander gereiht. Man sieht die Gags von weitem kommen. Und so etwas wie Spannung kommt nie auf. Drehbuch und Regie lassen keine Liebe erkennen. Hier waren keine Künstler am Werk. Hier wollte man einfach nur Geld verdienen.
 
You Can’t Always Get What You Want
 
Die visuelle Gestaltung der Filme von Illumination Entertainment, dem Studio hinter dieser Filmreihe aber auch „Sing“ oder „Pets“, war nie geeignet den Leuten bei Disney oder Pixar Kopfzerbrechen zu bereiten. Und auch die Animation von „Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ wirkt zwar wieder kompetent, mehr aber auch nicht. Die finale Schlacht ist dann auch vor allem für kleine Filmfans etwas unübersichtlich geraten.
 
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In der englischen Originalversion hört man unter anderem die Stimmen des großartigen Alan Arkin und die von Lucy Lawless. Leider wurde der Presse die deutsche Synchronfassung gezeigt. Was sind das für Leute, die bei deutschen Filmverleihfirmen die Entscheidungen treffen? Was für einen Bezug zur Kunstform Film hat jemand, der Alan Arkins Stimme hört und an dabei Thomas Gottschalk denkt?
 
Wie kommt jemand von Lucy Lawless auf eine Frau namens Larissa Marolt? Gottschalk war nie ein Schauspieler. Das hat er in einigen Filmen bewiesen. Er war bloß mal berühmt als wir noch weniger Fernsehprogramme als Finger an der Hand hatten. Und Frau Marolt wird nie eine Schauspielerin werden und war mal zwei Wochen berühmt als sie versucht hat, unter Anleitung geradeauszugehen.
 
Fazit
 
„Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ ist nicht komplett misslungen. Aber richtig Mühe hat man sich mit dem Film kaum gegeben. Es sollte damit eben vor allem Kohle gemacht werden.
 
 
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