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*** Der Pfad ***

 
dfdh kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Die Romanverfilmung DER PFAD erzählt eine Geschichte der Flucht – in Zeiten des Zweiten Weltkriegs, aber auch als Kommentar auf die heutige Welt, in der mehr als 82 Millionen Menschen auf der Flucht sind, darunter mehr als ein Drittel Kinder. Entsprechend will der Film Sympathie wecken, und Verständnis, denn niemand flieht, weil er es will.
 
Vater und Sohn
 
Im Jahr 1940 müssen Ludwig Kirsch und sein Sohn Rolf vor den Nazis fliehen. Ihr Weg führte nach Marseille, wo sie mit einem Schiff nach New York aufbrechen wollten, wo die Mutter schon ist. Aber es legen keine Schiffe mehr ab und Ludwig muss einen neuen Weg finden, seinen Sohn und sich zu retten. Es ist ein beschwerlicher Weg, der über die Pyrenäen nach Spanien führt. Dort, so die Hoffnung, können sie ein Schiff in Richtung Amerika nehmen.
 
Geführt werden die beiden von der jungen Nuri, die ihre Eltern im spanischen Bürgerkrieg verloren hat. Der Weg ist beschwerlich und mehr als einmal kommt es zu einer gefährlichen Komplikation. Bei einer davon muss sich Rolfs Vater opfern, wodurch die zwei Kinder auf sich allein gestellt sind.
 
 
Vom Roman zum Film
 
Rüdiger Bertram hat zahlreiche Kinderbücher geschrieben, „Der Pfad“ hält er für eines seiner wichtigsten. Es passiert lose auf den Erinnerungen der Fluchthelferin Lisa Fittko. Bertram hat auch vor Ort recherchiert, um seinem Roman möglichst große Authentizität zu verleihen. Im Roman hat er aus Fittkos Figur einen Jungen namens Manuel gemacht, im Film wird aus Manuel wieder ein Mädchen namens Nuri. Es gibt auch einige Änderungen vom Quellmaterial hin zum Film. Die Abenteuer, die Rolf und Nuri erleben, sind vielfältiger. Es gibt eine Begegnung mit einem Bären, die im Film völlig fehlt.
 
Man konzentriert sich hier mehr auf die Gefahr, die durch französische und deutsche Patrouillen gegeben ist. Zugleich führt der Roman die Kinder aber auch in die Hände des spanischen Widerstands. Die Etappen, die Rolf und Nuri nehmen, wirken bisweilen etwas zu einfach. Jeder Schritt führt zum nächsten, immer ist genau das vorhanden, was gerade gebraucht wird, und man trifft die Menschen, die weiterhelfen – auch gerne mehrmals. Die Welt mag ein Dorf sein, in „Der Pfad“ wirkt das alles jedoch übertrieben. Und es nimmt der Geschichte etwas von ihrer Intensität. Das mag dem Umstand geschuldet sein, dass der Roman für Kinder ausgelegt ist. Der Film jedoch richtet sich an ein Publikum jedes Alters.
 
01 ©2022 Warner Bros Pictures02 ©2022 Warner Bros Pictures03 ©2022 Warner Bros Pictures04 ©2022 Warner Bros Pictures
 
Wie bei Kästner Im Roman, aber auch im Film ist Erich Kästners Roman „Der 35. Mai“ von besonderer Bedeutung. Nicht nur, weil Kästner ein Kritiker der Nazis war, sondern weil sein Buch ein Happyend hat. Darum gefällt es Rolf so gut. Es bietet das, was das echte Leben kaum noch bereithält. Und es beflügelt die Phantasie. Immer wieder stellt Rolf sich vor, seinen Vater auf dieser Flucht auch nach dessen Verhaftung an seiner Seite zu haben, aber Wunschdenken kann mit dem realen Grauen des Krieges eben nicht mithalten.
 
In erster Linie konzentrieren sich Buch und Film aber darauf zu zeigen, wie zwei ungleiche Kinder einander nicht nur zu schätzen lernen, sondern auch erkennen, dass sie nur mit gemeinsamer Anstrengung diese Prüfung werden meistern können. Das spielen Julius Weckauf, bekannt aus DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT, und die aus Spanien stammende Nonna Cardoner hervorragend – die Leistung von letzterer ist noch weit beachtlicher, spielt sie doch gleich in drei Sprachen, davon nur eine ihre Muttersprache.
 
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Fazit
 
„Der Pfad“ ist ein guter, mitunter aber etwas zu simpel gehaltener Film, der nicht verbergen kann, dass die Vorlage ein Roman für Kinder ist. Entsprechend ist auch die filmische Umsetzung etwas simpler geraten. Die Geschichte um Freundschaft und den Zwang, schnell erwachsen werden zu müssen, ist jedoch gut und lebt vor allem von den beiden Jungdarstellern, die Tolles leisten.
 
 
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