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***Willkommen bei den Hartmanns***

 wbdh kritik
 
Autorin: Vivien Neder
Hiilfe!! Der IS wird Deutschland überrennen!!! Alles ist aus!!! Panik!!!
 
Naja, vielleicht nicht unbedingt sofort. Aber ganz ausschließen dürfen wir diese Möglichkeit auch hier in Deutschland nicht. Oder? Und an allem sind nur diese Flüchtlinge schuld. Also wirklich. Die stören doch nur. Stimmts? Auf jeden Fall wird es interessant, sobald man einen bei sich daheim aufnimmt. So wie die Hartmanns. Und dann kann man sich mal ansehen, was passiert, wenn man einen Flüchtling auf eine deutsche Vorzeigefamilie loslässt! Oder verhält es sich vielleicht doch eher anders herum?
 
Die Hartmanns sind ein wohlhabendes Münchner Ehepaar. Papa Richard (Heiner Lauterbach) ist Chefarzt in einer Münchner Klinik, Mama Angelika (Senta Berger) war Lehrerin und ist mittlerweile im Ruhestand. Sohn Philipp (Florian David Fitz) ist erfolgreicher Anwalt, wurde aber leider von seiner Frau verlassen. Sein Sohn Basti (Marinus Hohmann) soll bei den Mama und Papa Hartmann einziehen. Sofie Hartmann (Palina Rojinski) studiert Psychologie. Sie ist zwar schon 31, hat verschiedene Studiengänge begonnen und wieder abgebrochen und sucht nach dem Mann ihrer Träume, bleibt aber immer das kleine Töchterchen ihrer Eltern.
 
Soviel zu der Grundlage, die Familie Hartmann zu bieten hat. Alles verläuft (scheinbar) in geordneten Bahnen. Na gut, Mama und Papa Hartmann haben sich ein bisschen auseinandergelebt. Aber sowas passiert schon mal, wenn man lange verheiratet ist. Und den Frust lässt Papa Hartmann eben hin und wieder an seinen jungen Kollegen aus. Da ist doch nichts dabei. Und Mama Hartmann schaut ab und an zu tief ins Weinglas. Doch das sei ihr gegönnt, nicht wahr?
 
Aber Mama Hartmann lässt bald die Bombe platzen: Sie will einen Flüchtling im Haus aufnehmen. So gerät das prekäre Gleichgewicht im Hause Hartmann aus den Fugen. Als Flüchtling Diallo (Eric Kabongo) über die Schwelle des Hauses tritt, können die Spiele beginnen…
 
 
Befruchtungszwerge, ein Chefarzt in der Vor-Rentnerkrise und verwirrte halberwachsene Kinder - ein Querschnitt durch die deutsche Gesellschaft
 
„Willkommen bei den Hartmanns“ besteht aus einer kunterbunten Mischung einiger der bekanntesten Stars der deutschen Filmwelt. Der unvermeidbare Elias M’Barek trifft hier als integrer, sympathischer Arzt (übrigens eine Abwechslung zu seiner übrigen „Ich bin ein cooler Assy“-Nummer; da will wohl jemand an seinem Image arbeiten?) auf einen mit seinem Leben unzufriedenen Chefarzt, den Heiner Lauterbach mit trockenem Humor und zurückgehaltenem Minenspiel auf die Leinwand bringt.
 
Senta Bergers etwas langweiliges Auftreten und ihre leicht farblose Interpretation einer ewig besserwisserischen, in die Jahre gekommenen Ex-Lehrerin, hinterlässt kaum eine Spur in der Erinnerung, wenn man den Kinosaal verlassen hat. Ihr Film-Sohn Philip, gespielt von Florian David Fitz hingegen bringt als einer der talentiertesten Darsteller in „Willkommen bei den Hartmanns“ durch seine hysterischen Anfälle und dem arroganten Umgang mit seinen Mitmenschen bedeutend mehr Farbe ins Spiel.
 
Zum kreischend unangenehmen Society-Schönheitschirurgen - den Uwe Ochsenknecht sehr überzeugend mimt -, zu seinen heißen Blondinen mit ihren großen - Verzeihung für den Ausdruck - „Titten“ sowie der ganzen, leicht perversen und für Aussenstehende unverständlichen Welt bildet die Person, um die sich im Grunde genommen alles dreht - nämlich Flüchtling Diallo - einen ruhigen Gegenpol. Eric Kabongo schafft es, mit seiner freundlichen Ausstrahlung und seinem blendenden Lächeln die Zuneigung des Publikums für sich zu gewinnen und sie auch zu halten.
 
01 ©2016 Warner Bros Entertainment02 ©2016 Warner Bros Entertainment03 ©2016 Warner Bros Entertainment04 ©2016 Warner Bros Entertainment
 
„Wenn Deine Frau ZU Dir gehört, warum bist Du dann nicht ZU HAUSE?“
 
Regisseur und Drehbuchautor Simon Verhoeven - für all jene, die sich dieser Tatsache nicht bewusst sind: Sohn der Hauptdarstellerin Senta Berger - mischt in seinem Werk die in Deutschland zur Zeit gängigen Komponenten aktueller politischer Debatten zusammen und versucht, die guten und schlechten Seiten aller Beteiligter herauszuarbeiten. So gibt es in allen Lagern schwarze Schafe, gute Menschen, oder solche, die zweifeln, aber das Potenzial zur Weiterentwicklung in sich tragen.
 
Es tut Deutschland mit Sicherheit gut, dieses anstrengend gewordene Thema, das die meisten nicht mehr hören können, mal von einer anderen, humorvollen Seite zu betrachten. Zugegeben, man hätte die Figuren ruhig noch ein wenig heftiger auf die Spitze treiben können, sodass echte Karikaturen entstehen, aber dies ist schon Geschmacksache.
 
Einerseits haben wir diejenigen, die aus bitterer Armut und von Krieg vertrieben in unser Land kommen, aber für uns nicht nachvollziehbare Ansichten haben, andererseits geht es vielen in unserer eigenen Gesellschaft schon so gut, dass sie nicht mehr wissen, was sie noch mit sich anfangen sollen. In jedem Fall fasst der Film zusammen, was die verschiedenen Parteien voneinander lernen können - vor allem, dass der Begriff der „Familie“ in Deutschland wieder an Wert gewinnt.
 
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Und als Fazit eine Frage: Was, wenn der örtliche Bäcker vom IS besetzt wird?
 
Simon Verhoeven spielt mit den Ängsten und Vorurteilen, die in fast jedem Menschen vorhanden sind und hat seinen Film mit vielen amüsanten Beobachtungen gespickt. Herausgekommen ist ein Werk, das mit Humor und ein bisschen Boshaftigkeit den Spiegel unbarmherzig vor alle Beteiligten hält. Ein durchaus sehenswerter, amüsanter und aktueller Film.
 
 
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