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***Batman V Superman***

bvs kritik1
 
Autor: Alexander Friedrich
 
30 Jahre warten die Fans und Leser von “The Dark Knight Returns” schon auf eine Adaption der meisterhaften Graphic Novel von Frank Miller. Der immens heiß erwartete „Batman v Superman: Dawn of Justice“ schöpft die Hoffnung, jenem Anspruch gerecht zu werden, bezieht er sich doch deutlich in der Optik auf diesem Comic-Buch, ohne welchem es wohl nie den Dunklen Ritter so gäbe, wie wir ihn heute kennen.
 
Neben „Star Wars: Rogue One“ ist die Quasi-Fortsetzung von „Man of Steel“ definitiv DAS Kino-Highlight 2016 und für jeden Fan des DC Universum der Gipfel aller Comic-Verfilmungen. Kann Zack Snyders (Watchmen) Crossover zwischen Superman und dem neuen (viel umstrittenen) Batman alias Ben Affleck diesen Ansprüchen nun gerecht werden? Die Antwort ist leider ein ganz klares „Nein“. Produktionstechnisch fährt „Dawn of Justice“ ganz groß auf und überzeugt mit einem tollen nie dagewesenen düsteren erwachsenen Look, doch hinter der enorm dick aufgetragenen Fassade steckt ein verdammt einfach zu durchschauender Plot, den Snyder verzweifelt mit fast schon poetischen Bildern füllt, ohne das dahinter je eine tiefere Bedeutung auszumachen ist. Stattdessen landet der Jahrhundertkampf von einem Fettnäpfchen im Nächsten.
 
18 Monate sind seit dem Angriff von General Zod auf Metropolis vergangen, welcher zwar von Kal-El alias Superman (Henry Cavill) vereitelt wurde, zugleich aber unzählige Menschenleben kostete. Der unsterbliche Mann aus Stahl war dabei nicht ganz unschuldig, zerlegte er im Gefecht doch gleich mit ganze Häuserblocks. Was im Vorgänger „Man of Steel“ noch als Logikfehler störte, dient nun intelligenter weise als Aufhänger für die gesamte Geschichte in „Dawn of Justice“. Superman mag ein Held sein, doch ist er so mächtig, dass er auch jederzeit eine potenzielle Bedrohung darstellt. Und wie jeder Normalsterbliche auch muss sich der Kryptonier für die Opfer verantworten – Meint zumindest Bruce Wayne (Ben Affleck), der als einer der Wenigen Superman für eine Gefahr hält und diesem somit aufhalten will. Doch das geht natürlich nur als Batman…
 
 
Kampf der Giganten - mit "alten" und "neuen" Helden
 
250 Millionen Dollar kostete offiziell die Produktion von „Batman v Superman: Dawn of Justice“. Doch man munkelt, dass das Budget weit darüber hinausgegangen sei. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Zack Snyders Mega-Crossover wohl die teuerste Produktion der Filmgeschichte ist und zunächst scheint das Projekt auch aufzugehen. Die ersten Minuten sind grandios und machen Hoffnung, hier könnte tatsächlich etwas ganz Großes kommen.
 
Nach „Man of Steel“ wird die Erzählung nun klar in Richtung Bruce Wayne gerückt, dessen Einführung emotional wie inszenatorisch voll aufgeht. Auch wenn jeder Zuschauer die Vorgeschichte um den Mord an seinen Eltern schon zur Genüge gesehen hat, wird diese in einer gelungenen Montage präsentiert, worauf wir Wayne mitten in Metropolis während des Angriffs von Zod sehen. So erleben wir das Finale aus „Man of Steel“ aus einer neuen Perspektive und bekommen auch im Kontext eine ganz neue Sicht auf dieses Ereignis. Warum Batman daraufhin Superman den Kampf ansagt, können wir jedenfalls mehr als nachvollziehen. So muss ein guter Anfang aussehen.
 
Doch statt den Plot nur auf diesen Konflikt zu reduzieren, gehen die Autoren David S. Goyer (Man of Steel) und Chris Terrio (Argo) noch weit darüber hinaus und integrieren gleich dutzende Figuren aus Metropolis und Gotham in das 151 Minuten lange Epos. So werden mehrere kleine Nebenhandlungen gestrickt, die dann natürlich alle ihren Anteil am großen Kampf der Giganten haben und mal mehr, mal weniger interessant ausfallen. Superman-Erzfeind Lex Luthor (Jesse Eisenberg) macht etwa zunächst Lust auf mehr. Der ständig stammelnde und konstant hyperaktiv Unfug redende Eisenberg sorgt hier auch mit seiner Darstellung für eine erfrischend ambivalente Betrachtung seiner Figur, da die Szenen mit Luthor stets zwischen witzig und einfach nur unheimlich schwanken.
 
01 ©2015 Warner Bros Pictures02 ©2015 Warner Bros Pictures03 ©2015 Warner Bros Pictures04 ©2015 Warner Bros Pictures
 
Nebenbei versucht sich Supermans große Liebe Louis Lane (Amy Adams) für ihre Zeitung, dem Daily Planet (wo auch Superman getarnt als Clark Kent arbeitet), einem Waffenschmuggel-Komplott nachzugehen. Diesem ziemlich vorhersehbaren wie uninteressanten Nebenakt wird störend viel Zeit gegönnt, dabei liegt die simple Auflösung sofort für jeden Zuschauer auf der Hand. Amy Adams hat ohnehin diesmal keinen guten Stand. War ihre Figur Louis in „Man of Steel“ immerhin noch eine ehrgeizige taffe Reporterin, die dem Mythos um Superman nachging, wird sie diesmal ausschließlich auf den Love Interest reduziert und darf immer dann auftauchen, wenn Superman mal wieder jemanden zum Retten benötigt.
 
Hier wurde mächtig geschlampt. Und was ist mit Gal Gadot als Wonder Woman? Auch ihre Figur enttäuscht. Zwar wird sie zunächst subtil und gekonnt als undurchsichtige Philanthropin eingeführt, doch „undurchsichtig“ ist hier das richtige Wort. Denn bis zum Schluss erfahren wir nichts Nennenswertes mehr über die Figur, außer eben das es sich hier um Wonder Woman handelt. Welche ziemlich gut kämpfen kann. Ohne zu viel verraten zu wollen, wird sogar noch die gesamte Justice League angedeutet. Der angekündigte Mini-Auftritt von Aqua-Man ist leider wie befürchtet einfach nur seltsam komisch.
 
"Dawn of Justice" = "The Dark Knight Returns"?
 
Das eigentliche Geschehen ist und bleibt jedoch natürlich der Kampf zwischen dem Mann aus Stahl und dem Dunklen Ritter – oder doch nicht? Bis beide Superhelden sich tatsächlich endlich die Köpfe einschlagen, vergeht eine Menge Zeit und obwohl die Gründe für den Konflikt von Anfang an klar offengelegt werden, finden wir uns in mehreren Traumsequenzen wieder, die visuell zwar wirklich imposant sind, doch an sich einfach nur die Laufzeit füllen.
 
 
 
 
 
 
 
 
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