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***Deepwater Horizon***

 dwh kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Die Geschichte von „Deepwater Horizon“ ist weitestgehend bekannt. Das Drumherum zumindest, das mit der Naturkatastrophe des Jahres 2010 einherging. Interessanter sind eigentlich schon die Abläufe, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte. Das kann auch Peter Bergs Film nur unzureichend darbieten. Er ergeht sich zwar in Fachjargon, schafft es aber nicht, dem Zuschauer die Chronologie dieser Katastrophe wirklich plausibel zu erklären.
 
Die Katastrophe beginnt
 
Seit 43 Tagen ist die Inbetriebnahme der Ölförderplattform Deepwater Horizon in Verzug. Die BP-Manager werden darum immer nervöser und wollen schnellstmöglich mit der Arbeit beginnen. Sie sind dafür auch bereit, Sicherheitsstandards zu übergehen und notwendige Tests auszusetzen. Mr. Jimmy (Kurt Russell), der die Ölplattform leitet, will das eigentlich nicht durchgehen lassen, lässt sich dann aber doch breitschlagen.
 
Doch damit nimmt das Unheil erst seinen Lauf. Denn natürlich missling der Einsatz ohne den vorherigen Text und urplötzlich stehen fast 130 Leben auf dem Spiel. Nun liegt es auch an Cheftechniker Mike (Mark Wahlberg), so viele Menschen wie möglich von der brennenden Plattform zu retten …
 
 
Ein Spektakel
 
Vielleicht liegt es an der Laufzeit. „Deepwater Horizon“ ist für einen Katastrophenfilm eher kurz geraten. Mit mehr Spielraum hätte das Drehbuch die Chance gehabt, auch die Hintergründe stärker einzubeziehen. So jedoch werden die eher nebenbei gestreift und funktionieren auch nur, weil John Malkovich als treibende Kraft genug Charisma besitzt, um als Antagonist wirken zu können, auch wenn seine Figur über eine simple Schwarzweißzeichnung nicht hinwegkommt.
 
Das gilt aber generell für alle Figuren. Die persönlichen Hintergründe werden weitestgehend ignoriert, nur Wahlbergs Figur erfährt etwas Vertiefung. Als seine Frau agiert Kate Hudson, die hier ehrlich gesagt aber auch nicht viel zu tun hat. Kurt Russell wiederum ist ein kerniger Boss mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Kurz gesagt: Für keinen der Darsteller ist die jeweilige Rolle irgendeine Herausforderung. Auch das schwächt den Film.
 
Wirklich punkten kann „Deepwater Horizon“, weil Berg ihn ganz groß aufzieht. Wie er die Ölplattform in Brand setzt, von Explosionen erschüttern lässt und mit dynamischer Kamera den Zuschauer immer mitten ins Geschehen verpflanzt, zeigt schon extreme Wirkung. Hier fühlt man sich an die großen Katastrophenfilme der 1970er Jahre erinnert, nur mit der Technik von heute. Der einzige Unterschied: Der emotionale Gehalt ist anders. Denn bei „Deepwater Horizon“ ist der Verlust nicht wirklich spürbar, da in erster Linie namenlose Arbeiter sterben, in die man natürlich auf keinerlei Art und Weise investiert hat.
 
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Was danach passiert
 
Interessant ist eigentlich auch, was direkt nach der Katastrophe passierte, welche Konsequenzen damit einhergingen und wie sich diese auch auf die einzelnen Figuren ausgewirkt haben. Allerdings streift dies der Film nur. Es gibt die typische Einblendung von Bildern der realen Menschen am Ende des Films mit einem kurzen Text, der darauf verweist, was passierte. Aber das ist letzten Endes zu wenig, und das insbesondere, weil der Anfang darauf verweist, hier eigentlich mehr zu bieten. Aber das wird dann weitestgehend ignoriert. Hier hat man eine Chance verpasst, eben mehr als ein reines Spektakel zu bieten.
 
Aber natürlich muss man auch konstatieren, dass es genau dieses Spektakel ist, das die Zuschauer ins Kino locken wird.
 
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Fazit
 
Peter Berg ist ein Mann, der routiniert arbeitet, der solide Filme abliefert, aber nur selten einen Hauch von Vision zu bieten hat. Genau das fehlt auch hier, denn „Deepwater Horizon“ ist ein zwar durchwegs gefälliger und unterhaltsamer Film, bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.
 
Dass er dennoch gefällt, liegt nicht nur am Bombast, mit dem hier die Vernichtung betrieben wird, sondern auch am exzellenten Ensemble, das rundherum gut ausgewählt wurde und auch deswegen funktioniert, weil es schafft, die Stereotypen der Figuren zumindest herunterzuspielen.
 
 
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