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*** Peter Hase ***


 
phase kritik
 
Autor: Walter Hummer
         
Gerade rechtzeitig zu Ostern kommt die Geschichte von Beatrix Potter’s „Peter Hase“ ins Kino. Obwohl man eher sagen sollte, die „neue“ Geschichte von Beatrix Potter’s „Peter Hase“. Denn die Gegend rund um Mr. McGregors Garten hat sich ganz schön verändert.
 
„Mach Dich nicht klein, träume groß“
 
Peter Hase lebt mit seinen drei Schwestern und einem Cousin am Rande eines Waldes. Nachdem er zusammen mit seiner Familie wieder mal einen groß angelegten Raubzug auf Mr. McGregors Garten unternommen hat, kann ihn nur die nette Nachbarin Bea davor retten, genau wie sein Vater als Pastete zu enden. Als Peter kurz darauf gleich wieder in McGregors Garten einbricht, ist das zu viel für das Herz des alten Mannes. Peter und seine Familie sehen noch, wie McGregor von einem „Eiswagen mit blinkenden Lichtern“ abgeholt wird und meinen sich endlich am Ziel ihrer Wünsche. Aber nachdem sie mit allen Tieren der Nachbarschaft eine ausgelassene Party im Haus des Verstorbenen gefeiert haben, steht plötzlich ein Erbe vor der Tür. Der mag Hasen genauso wenig wie sein seliger Onkel. Dafür zeigt er großes Interesse an Nachbarin Bea.
 
Natürlich ist der neue Film von Regisseur Will Gluck keine werkgetreue Verfilmung des Originals. Es ist mehr als 100 Jahre her, seit Beatrix Potter ein dünnes Büchlein über einen unfolgsamen kleinen Hasen (tatsächlich ist Peter ein Kaninchen) veröffentlicht hat. Seither hat sich viel getan. Der neue Film ist eine Fortsetzung der alten Geschichte für das 21. Jahrhundert.
 
 
„Ist das eine blöde Idee?“
 
Erst vor kurzem kam mit „Bo und der Weihnachtsstern“ eine schräge, moderne Version einer altbekannten Geschichte ins Kino, die leider überhaupt nicht funktioniert hat. Und obwohl der Film „Peter Hase“ manchmal genauso seine Grenzen austestet wie sein Held, funktioniert das in diesem Film ganz wunderbar. Die Filmemacher zeigen Mut zu schrägem Humor. Und das zahlt sich aus. Wenn ein Saal voller Kinder über den Tod eines alten Mannes lacht, der doch bloß sein Gemüse beschützen wollte, haben die Filmemacher offensichtlich die richtige Mischung aus schrägem Witz und Tempo gefunden.
 
Die Spezialeffekte sind Großteils von hervorragender Qualität. Nicht nur die Kaninchen zeigen eine enorme Agilität. Auch die anderen Tiere füllen die Leinwand auf witzige Art mit Leben. Dabei haben die Künstler sich einerseits am Look der wunderschönen Originalillustrationen orientiert. Andererseits zeigen sie auch viele originelle eigene visuelle Ideen. Eine Szene, in der ein Dachs sich zu tarnen versucht, ist herrlich albern. Ein Hütchenspiel mit Hase fällt nicht zu lang aus und ist gerade deshalb witzig. Ebenso originell wie naheliegend ist das, was der neue Hausbesitzer in seinem Abfluss findet, nachdem die Tiere eine Party in seinem Haus gefeiert haben. Und die Party selbst erinnert in ihrem ausgelassenen Wahnsinn eher an ein ganz anderes „Animal House“.
 
Aber auch die Dialoge sind sehr gelungen. Manche Gags erreichen Groß und Klein. So zum Beispiel, wenn die kleine Hasendame erfährt, wie viele Rippen sie sich noch brechen kann. Oder wenn der zwanghafte junge McGregor vor dreckigem Klowasser warnt. Das unsichere Geplänkel zwischen den beiden verliebten, menschlichen Nachbarn ist dann eher für die größeren Kinobesucher unterhaltsam.
 
01 ©2018 Sony Pictures02 ©2018 Sony Pictures03 ©2018 Sony Pictures04 ©2018 Sony Pictures
 
„Nichts gegen das Landleben. Ich finde es nur ekelhaft“
 
Neben den animierten tierischen Protagonisten ist Domhnall Gleeson der Star dieses Films. Nachdem er in seinen letzten Filmen eher blass gewirkt hat, kann er hier als neuer Nachbar mit zwanghaftem Verhalten nicht nur sein komödiantisches Talent voll ausspielen. Eine Szene mit einem Strohhalm auf der Toilette eines Kaufhauses hätte eigentlich peinlich sein müssen. Sowie Gleeson sie spielt, funktioniert sie aber wunderbar. Im Verlauf des Films macht er aus seiner Rolle eine tour-de-force, weiß aber auch stille Szenen genau richtig zu spielen. Und weil er zwar manchmal manisch, aber niemals wirklich böse wirkt, freut man sich für ihn auch über das Happy-End.
 
Rose Byrnes Rolle besteht vor allem daraus, liebenswert und ein bißchen arg unbedarft zu sein. Das kann diese begabte Schauspielerin zur Not im Schlaf spielen. Daher ist es umso erfreulicher, wenn sie sich in ihren wenigen Szenen trotzdem Mühe gibt.
 
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Sam Neill ist in seiner kurzen aber wichtigen Rolle des alten McGregor praktisch nicht zu erkennen.
 
Ein kleiner Wermutstropfen ist in die deutsche Synchronfassung geflossen. Warum hat man Peter denn ausgerechnet die Stimme von Christoph Maria Herbst gegeben? Und warum spricht er mit dieser aufgesetzten Lässigkeit, als hätte er eine alte Folge von „Department S“ zu synchronisieren?
 
Fazit
 
Tempo, schräger Witz und jede Menge Action machen aus „Peter Hase“ einen gelungenen Film für die ganze Familie.
 
 
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