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*** Captain Marvel ***


cmarvel kritik
 
Autor: Walter Hummer
      
Mit dem neuen Film wird nicht nur ein neuer Charakter im Marvel-Universum vorgestellt. Marvel hat nun endlich auch einen Film über eine starke weibliche Superheldin gemacht. Und die wird dringend benötigt.
 
Blockbuster Video
 
Vers erwacht auf einem fernen, futuristischen Planeten aus einem Alptraum. Sie gehört einer Truppe von Elitekriegern an, die gegen die Skrull kämpfen. Als ihre Truppe in einen Hinterhalt gerät, wird Vers gefangengenommen und von dem Skrull Talos verhört. Dabei kann er ihre vergessenen Erinnerungen anzapfen. Vers hatte früher offenbar ein Leben als Testpilotin auf der Erde. Nachdem sie fliehen und dabei das Skrull-Raumschiff zerstören konnte, landet Vers im Jahr 1995 auf der Erde. Dort trifft sie die Agenten von SHIELD, unter ihnen auch Nick Fury. Zusammen mit Vers sind aber auch Talos und einige seiner Srull-Krieger auf der Erde gelandet …
 
Wer nur ein wenig Ahnung von Comics hat, wusste immer schon: Marvel-Comics haben die coolen schrägen Helden während DC-Comics die vergleichsweise faden Helden wie Superman, Aquaman und Green Lantern haben. Daher war die Überraschung 2017 groß als mit „Wonder Woman“ der erste wirklich gelungene Film über eine weibliche Superheldin ausgerechnet aus dem Hause DC-Comics kam. Nun hat Marvel nachgezogen. Und DC-Comics auch gleich überholt.
 
 
Denn mit Anna Boden und Geneva Robertson-Dworet sind zwei der drei Drehbuchautoren Frauen. Anna Boden, die bisher als Autorin und Regisseurin vor allem an Fernsehserien und kleinere Filmen gearbeitet hat, hat zusammen mit ihrem langjährigen kreativen Partner und Co-Autor Ryan Fleck auch die Regie von „Captain Marvel“ übernommen. Und das merkt man.
 
Vers, die früher Carol Danvers hieß und im Verlauf des Films zu Captain Marvel wird, ist kein mystisches Wesen aus einer anderen Welt wie Wonder Woman. Bereits während der Anfangssequenzen des Films, die auf der anderen Seite der Galaxis spielen, ist sie eine realistische, starke Frauenfigur. Während der Film uns die Spannung und die Action bietet, die wir von einem Marvel-Film erwarten, lernen wir die Hauptfigur mit ihren Schwächen, Ängsten und Stärken kennen. Dass diese Figur einen herrlichen Sinn für Humor hat, macht sie nur noch sympathischer und den Film noch unterhaltsamer.
 
Nicht nur bei der Charakterisierung der Heldin, auch beim Setting des Films lassen die Filmemacher originelle Ideen erkennen. Recht schnell verlagert sich die Handlung von den futuristischen, außerirdischen Welten auf unsere Erde des Jahres 1995. Und diese Vergangenheit wird nicht nur durch die Ausstattung und die Filmmusik vermittelt. Ohne andere Filme tatsächlich zu zitieren, erinnert die Bildsprache des Films an Klassiker der 90er-Jahre wie „Speed“, „Point Break“ oder „Independence Day“. So unterscheidet sich der Film auch im visuellen Stil wohltuend von anderen Superhelden-Filmen.
 
Planet C-53
 
Wie bereits erwähnt, bietet „Captain Marvel“ natürlich alles, was man von einem Marvel-Film erwartet. Besonders berührend fällt diesmal das Marvel-Logo zu Beginn des Films aus. Und ja, wir sehen den großen alten Herrn noch einmal in einem Cameo. Ansonsten gibt es Action, großartige Effekte, flotte Dialoge und viel Humor. Auch hier traut man sich bei Marvel einfach ein bisschen mehr als bei der Konkurrenz. Wenn die Heldin einer harmlos wirkenden alten Dame in der U-Bahn ihre Faust mitten ins Gesicht schlägt, ist das eines der stärksten Bilder des Films.
 
01 ©2018 MARVEL Studios02 ©2018 MARVEL Studios10 ©2018 MARVEL Studios09 ©2018 MARVEL Studios
 
Eine der wenigen echten Schwächen des Films, ist wohl das Bemühen der Filmemacher, den Fans alles zu geben was diese erwarten. Die Actionsequenz in der U-Bahn ist für sich stark genug. Die gleichzeitig stattfindende Jagd mit dem Auto bereichert den Film nicht und ist auch noch sehr nachlässig geschnitten. Und natürlich sind die gemeinsamen Szenen von Carol Danvers und Nick Fury witzig. Trotzdem hatten es die Autoren einfach zu eilig die beiden gleich wieder zusammenzubringen. Aber es ergibt leider gar keinen Sinn, wenn Fury vor der Heldin in einer Bar auftaucht. Die Szene in der Fury sein Auge verliert, ist dann zu enttäuschend, um witzig zu sein.
 
Auch fehlt dem Film ein halbwegs bedrohlicher Bösewicht. Der Plot-Twist in der Mitte ist nicht wirklich überraschend, wenn man sich an die Raumschiffe der Bösewichter aus einem früheren Film erinnert. Oder an den Bösewicht aus diesem früheren Film. Und am Ende bekommen wir in der traditionellen mid-credit-scene noch den überflüssigsten Hinweis der Filmgeschichte eingeblendet. Marvel muss wirklich meinen, das Publikum wäre sehr schwer von Begriff.
 
Kree, Skrull, SHIELD-Agenten, Avengers, … Aber diese kleinen Schwächen verzeiht man dem Film gerne. Denn seine größte Stärke ist die Besetzung. Brie Larson hat vor drei Jahren absolut verdient den Oscar für Ihre Leistung in „Raum“ bekommen, bevor man ihr „Kong: Skull Island“ rein gar nichts zu tun gegeben hat. In ihrem neuen Film macht sich Larson nicht nur ihre Rolle zu eigen, sondern den ganzen Film. „Captain Marvel“ ist eine One-Woman-Show! Und was für eine!
 
Wenn Larson in einer der besten Szenen des Films dem Bösewicht zeigt, dass sie ihm tatsächlich nichts zu beweisen hat, kann man ihr nur zustimmen. Scarlett Johansson, deren Beitrag zum Marvel-Universum bisher in einem engen Leder-Outfit und wilden Herumschießen bestanden hat, muss sich demnächst in „Avengers: Endgame“ warm anziehen, wenn sie mit Brie Larson mithalten will. Und die männlichen Avengers-Darsteller sollten sich auch überlegen, was sie der Energie und der Ausstrahlung dieser fantastischen Schauspielerin entgegensetzen wollen.
 
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Samuel L. Jackson macht als Nick Fury was er immer macht und das macht er natürlich auch sehr gut. Es ist beeindruckend wie man ihn mit moderner Bildbearbeitungstechnik zwanzig Jahre jünger aussehen lässt. Umso deutlicher sieht man an Jacksons Bewegungen in einigen Szenen, dass er mittlerweile trotzdem ein älterer Herr von Siebzig Jahren ist.
 
Ben Mendelsohn darf nach „Rogue One“, „Ready Player One” und “Robin Hood” wieder einen Bösewicht spielen. Oder doch nicht? Nicht nur seine Rolle, sondern auch seine Darstellung des Talos bieten eine kleine Überraschung.
 
Jude Laws Part als außerirdischer Krieger Yon-Rogg ist sicher nicht der Stoff aus dem Oscarnominierungen gemacht sind. Trotzdem wirkt seine Leistung selbst für diese Rolle zu schwach.
 
Annette Bening hat einige wenige aber dafür umso eindrucksvollere Szenen. Und die kleine Mckenna Grace liefert wie zuletzt in „I, Tonya“ in kurzen Rückblenden wieder einmal die Grundlage für eine starke Frauenfigur.
 
Fazit
 
Mit diesem Film wird nicht nur eine weitere Figur aus dem Marvel-Universum vorgestellt. Er macht uns nicht nur neugierig auf „Avengers: Endgame“, der demnächst ins Kino kommt. Am Ende des Films freuen wir uns bereits auf weitere Solo-Filme mit „Captain Marvel“.
 
 
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