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***Trolls***

 trolls kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Seit 1959 gibt es die süßen Figuren mit den langen, bunten Haaren schon. In den 1960er Jahren waren sie besonders populär, danach kamen immer wieder Phasen, in denen die Figuren zu Verkaufsschlagern wurden.
 
In den 1990er Jahren gab es dann ein Zeichentrick-TV-Special und verschiedene Videogames. Seit 2010 besitzt DreamWorks die weltweiten Rechte an den Trolls – mit Ausnahme von Skandinavien. Und seitdem hat man daran gearbeitet, einen Film in die Kinos zu bringen. Nun ist das zuckersüße Musical da.
 
Das Leben ist bunt
 
20 Jahre ist es schon her, seit die Trolls mit ihren bunten Frisuren den bösartigen Bergen entkommen sind, die nur eine Verwendung für die Süßen haben: Sie zu fressen. Denn nichts macht einen Bergen glücklicher, als einen Troll im Magen zu haben. Das ist dem Troll Branch nur allzu sehr bewusst, aber damit ist er auch der Einzige seines Völkchens. Denn die anderen haben längst vergessen, welche Gefahr von den Bergen ausgeht. Sie wollen viel lieber ihrer eigenen Natur folgen.
 
Und die besteht darin, zu singen und zu tanzen, zu feiern und sich gegenseitig zu knuddeln, sich des Lebens zu erfreuen und ein Feuerwerk abzufackeln. Aber mit so etwas kann man natürlich Bergen anlocken, weswegen Branch die anderen warnt, die seine Warnung aber in den Wind schlagen. Besonders Prinzessin Poppy möchte davon gar nichts wissen, aber als dann einige Bergen auftauchen und jede Menge Trolls entführen, braucht sie Branchs Hilfe. Nur zusammen kann es ihnen gelungen, das Dorf der Bergen zu finden und die anderen Trolls zu befreien.

 
Nicht granatenstark
 
Es gibt Animationsfilme, die sind extrem süßlich geraten. Diese Filme sind so positiv, dass es im Grunde schon weh tut. Weil jegliches Maß fehlt und einfach nur der Kitsch regiert. Solche Projekte sprechen dann vor allem ein junges Publikum an – oder aber eines, das es liebt, wenn die Leinwand in Zuckerwatte gekleidet ist.
 
Genauso ist es mit „Trolls“, was nicht etwa daran liegt, dass die Figuren so unheimlich süß wären. Sondern weil es eine willentliche Entscheidung der Filmemacher war, das Ganze so voller Sacharin zu gestalten. Die Figuren sind dabei besonders enervierend geraten. Dass sie singen und tanzen und sich ständig knuddeln, ist eine Sache, dass jedwede Emotion, die nicht Glückseligkeit darstellt, aber fehlt, ist auf Dauer nur nervend. Darum ist die Figur Branch ein Silberstreif am Horizont, denn der im Original von Justin Timberlake gesprochene Troll ist deutlich vielschichtiger geraten. Und das nicht nur, weil er ein Außenseiter in seinem Volk ist, sondern weil er wie der Zuschauer schnell erkannt hat, dass die anderen Trolls im Grunde nur eines sind: echte Trottel.
 
Das zeigt sich sehr schön an Prinzessin Poppy, die keine Gelegenheit auslässt, um ins Singen zu verfallen. Selbst in Momenten, in denen sich das nicht anbietet. Das ist zumindest hübsch anzuhören, wird sie im Original doch von Anna Kendrick gesprochen. Aber mehr als das ist hier nicht geboten, weil diese Figur eben nicht nur den guten Branch gehörig auf die Palme bringt.
 
01 ©2016 Twentieth Century Fox03 ©2016 Twentieth Century Fox04 ©2016 Twentieth Century Fox05 ©2016 Twentieth Century Fox

Glücklichmacher

Es wird etwas besser, als der Film die Location ändert und man ins Dorf der Bergen kommt. Denn hier nimmt die Geschichte einen etwas düstereren Zug an, der zwar im herben Kontrast zur Zuckersüße des Troll-Dorfs steht, aber dennoch gerne angenommen wird.
 
Wäre „Trolls“ nicht so unglaublich positiv aufgeladen und von einer kitschigen Glückseligkeit getrieben, könnte man fast meinen, die Filmemacher hätten durchaus Sinn fürs Subversive. Denn wenn man es genau bedenkt, dann werfen sich die Bergen mit den Trolls stimmungsaufhellende Mittel ein. Ob dieser Kommentar auf eine Gesellschaft, die immer mehr auf Tabletten zurückgreift, um Probleme in den Griff zu bekommen, aber so intendiert war, darf eher angezweifelt werden. Das würde dem Film nämlich eine Ebene verleihen, die ansonsten von nichts in diesem kitschigen Musical unterstützt wird.
 
06 ©2016 Twentieth Century Fox12 ©2016 Twentieth Century Fox07 ©2016 Twentieth Century Fox13 ©2016 Twentieth Century Fox
 
Fazit
 
Wer es zuckersüß mag, ist hier ganz gut aufgehoben. Wer auf Musicals steht, hat zumindest ein paar schön gemachte Gesangseinlagen mit teils populären Songs. Aber ansonsten ist bei „Trolls“ echt wenig geboten. Im Grunde tritt das Ganze den Beweis an, dass man eben nicht aus jeder Kleinigkeit und jedem Spielzeug einen abendfüllenden Film machen kann.
 
 
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