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*** Hustlers ***


ouatih kritik

Autor: Peter Osteried
 
Der Film basiert auf einer wahren Geschichte, und zwar auf einem Artikel von Jessica Pressler, die über die Machenschaften einiger Stripperinnen geschrieben hat, die Männern in großem Stil Geld aus dem Kreuz leierten und das lange so handhaben konnten, weil keines der Opfer aktenkundig machen wollte, wie man abgezogen worden war. Ein interessanter Stoff, der in einem recht überraschungsarmen Film umgesetzt wurde.
 
Auf der Jagd nach der Kohle
 
Destiny (Constance Wu) fängt als Stripperin in einem Club an und merkt, wie unglaublich gut Ramona (Jennifer Lopez) ist und wie viel Geld sie pro Nacht macht. Ramona nimmt den Frischling unter ihre Fittiche. Fortan agieren sie bei privaten Shows oft gemeinsam und verdienen Abend für Abend richtig viel Geld. Dabei werden sie zu Freundinnen, doch der Spaß hat ein Ende, als im Jahr 2008 die Finanzkrise zuschlägt, zahlreiche Wall-Street-Yuppies ihre Jobs verlieren und dementsprechend auch nicht mehr exorbitante Summen in den Clubs raushauen können.
 
Ein paar Jahre vergehen. Destiny hat mittlerweile ein Kind und kann von den mickrigen Jobs, mit denen sie sich über Wasser halten muss, nicht überleben. Sie trifft Ramona wieder, die sie zuvor aus den Augen verloren hatte. Ramona hat einen Plan, wie man wieder wie früher leben und den reichen Arschlöchern richtig viel Kohle abnehmen kann. Ganz legal ist das nicht, aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt, oder?
 

 
Aufgehübscht
 
Immer dann, wenn ein Film „nur“ auf wahren Ereignissen basiert, ist Vorsicht geboten. Denn das, was man zum Sehen bekommt, entspricht nur noch selten dem, was wirklich geschehen ist. Autorin und Regisseurin Lorene Scafaria (AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT) hat sich auch einige Freiheiten genommen, um die Geschichte dramatischer zu erzählen. Sie geht sogar so weit, die Identität der Journalistin, die die Geschichte erstmals erzählte, zu verändern. Ihre Figur ist es, die ebenso wie der Zuschauer auf diese Welt blickt, in der die einen die Kohle raushauen und die anderen dafür tanzen.
 
Der Film legt den Fokus darauf, dass im Bereich der Sexarbeit, wie man so schön sagt, auch solche „Bewerber“ darunter sind, die nicht davor zurückschrecken, ihre Kunden nach Strich und Faden zu betrügen. Das wird hier nur amüsant, weil die Menschen, denen Ramona und ihre Freunde das Geld wegnehmen, zu jenen gehören, die generell verabscheut werden: Hedgefonds-Manager und ähnliche Heuschrecken. Das Ganze implodiert aber, als die Mädchen es auf ein Opfer abgesehen haben, das ohnehin schon am Ende ist – und dessen Leben durch das gestohlene Geld vollends aus der Bahn geworfen wird. Hatte man zuvor Sympathie für die Figuren, so werden sie nun unsympathisch. Den Schauspielern ist es zu verdanken, dass sie aber dennoch deinen Mittelweg finden, allen voran Jennifer Lopez, deren Ramona noch am besten entwickelt ist – weder schwarz noch weiß, sondern in Schattierungen von Grau lebend.
 
01 ©2019 Universum Film02 ©2019 Universum Film03 ©2019 Universum Film04 ©2019 Universum Film
 
Von einer Frau erzählt Ein Film wie HUSTLERS könnte schnell Gefahr laufen, gerade in unserer heutigen Zeit als geschmacklos angesehen zu werden, er funktioniert im Rahmen seiner Möglichkeiten aber, weil er zwar Frauen zeigt, die ihren Körper einsetzen, um zu bekommen, was sie wollen, das aber als eine Form des Empowerments gezeigt wird. Weil die schwanzgesteuerten Männer zu dumm sind zu erkennen, wie sie gerade richtig ausgenommen werden.
 
Dennoch sollte ein Film mit einer derart schillernden Geschichte eigentlich unterhaltsamer sein, als er ist. Er ist durchaus gefällig, zu oft ergeht er sich jedoch in Repetition und läuft am Ende etwas ins Leere. Letzten Endes wäre hier sicherlich mehr drin gewesen.
 
Fazit
 
HUSTLERS ist nicht der große Wurf, aber durchaus unterhaltsam, auch wenn die Geschichte sich in konventionellen erzählerischen Bahnen bewegt. Wenn eines an diesem Film wirklich irritiert, dann wohl am Ehesten die Tatsache, dass eine Geschichte über Stripperinnen erzählt wird, aber keine der Hauptdarstellerinnen gewillt war, den Anforderungen einer solchen Rolle gerecht zu werden.
 
Oder anders gesagt: HUSTLERS spielt mit dem Zuschauer so wie die Stripperinnen mit ihren Kunden. Man wird heiß gemacht, aber dann kommt nichts mehr.
 
 
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