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***Everybody wants some***

ews kritik
 
Autorin: Vivien Neder
 
„Wenn man auf einem Wasserbett Sex hat, fühlt es sich an, als würde man mit einem Mädchen vögeln, dass auf einem richtig dicken Mädchen liegt!“ Solche und ähnliche Weisheiten junger Männer Anfang zwanzig werden die Allgemeinbildung jedes Zuschauers bereichern, der sich "Everybody wants some" zu Gemüte führt.
 
Wir schreiben das Jahr 1980. Der Sommer in Texas geht zu Ende und der Beginn des College-Jahres an der Southeast Texas University steht unmittelbar bevor. Ein einziges Wochenende bleibt einer Gruppe von Freunden, um sich noch einmal ordentlich zu amüsieren, bevor der Ernst des Lebens beginnt.
 
Jake Bradford (Blake Jenner) kommt frisch von der Highschool und versucht sich bei seinem neuen Baseball-Team im Studentenwohnheim einzugewöhnen. Nach einer etwas rauen Begrüßung durch Glenn McReynolds (Tyler Hoechlin) und seinen Zimmergenossen Roper (Ryan Guzman) - beides schon ältere Semester - wird Jake von der Gruppe aufgenommen und gebührend in das Leben am College eingeführt.
 
Parties, Alkohol, Marihuana und Sex gehören unweigerlich dazu. Finnegan (Glen Powell), der im Gegensatz zu Glenn und Roper mit den Erstsemestern etwas nachsichtiger umgeht, nimmt sich der Neulinge an. Schon bald zieht man gemeinsam um die Häuser. Die Baseball-Mannschaft - die das Studentenwohnheim allein bewohnt - besteht ausser Glenn, Roper und Finnegan noch aus dem mit Vorliebe Marihuana rauchenden Willoughby (Wyatt Russell), dem völlig von sich selbst überzeugten Jay Niles (Juston Street), dem spielsüchtigen Nesbit (Austin Amelio) und dem mit dickem Country-Akzent sprechenden Billy Autry (Will Brittain).
 
Die Erstsemester - die in ihren Highschools die besten Athleten waren - müssen sich erst daran gewöhnen, dass sie hier nicht mehr die gefeierten Stars sind, sondern sich ihren Status in der Gruppe erkämpfen müssen. Aber sie lernen schnell…
 
 
Schnauzer, Jungs in Hotpants und Polyester-Hemden
 
Die meisten Darsteller von Everybody wants some feiern mit diesem Film ihr Leinwand-Debut. Kaum einer der Darsteller gehört zu den in Hollywood etablierten Schauspielern. Mit ihren niedlichen Jungs-Gesichtern und ihrem unverbrauchten Spiel führen die jungen Baseball-Spieler den Zuschauern das Leben als angehender College-Student vor Augen.
 
Die drei Figuren Jake, Finn und Glenn ergeben ein spannungsreiches Trio. Jake - ein stiller, aber selbstsicherer und gut aussehender Kerl - lässt sich von Glenns Macho-Gehabe zunächst beeindrucken, aber nicht einschüchtern. Blake Jenner liefert in dieser Rolle den überzeugenden Eindruck des stabilen jungen Mannes, der voller Zuversicht in die eine neue, ihm noch unbekannte Welt eintaucht und sich darin zurechtzufinden versucht.
 
Tyler Hoechlin als Glenn erinnert mit seinen dunklen Haaren und dem Schnauzer ein wenig an Tom Selleck in seiner Paraderolle als Magnum. Die Arroganz junger amerikanischer Athleten steht ihm während des gesamten Films ins Gesicht geschrieben. Und doch lässt er hin und wieder erfolgreich durchblicken, dass er ein guter Kamerad ist, auch wenn er sich als harten Kerl gibt.
 
Glen Powell geht in der Rolle des ständig quatschenden, besserwisserischen Finn offen sichtlich vollständig auf. Finn hat nur Sex und Baseball im Kopf, nimmt aber die Neulinge gerne unter seine Fittiche. Glen verleiht Finn mit seinem Spiel einen spitzbübischen Charme, der die lebenslustige Figur charakterisiert.
 
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Das Flair der achtziger Jahre
 
Regisseur und Drehbuchautor Richard Linklater entführt das Publikum in die Zeit der achtziger Jahre. VHS-Kasetten, Vinyl-Platten, Jeans mit hohem Bund, Schnauzer und Koteletten für die Jungs. Laut Richard Linklater hat die Geschichte um Jake autobiographische Züge. Auch die Musik (unter anderem „Whip it“ von Devo, „My Sharona“ von The Knack und natürlich „Everybody wants some“ von Van Halen) ist speziell ausgewählt: Alle Songs sind für den Regisseur mit persönlichen Erinnerungen belegt.
 
Visuell ist es Richard Linklater gelungen, die Achtziger wieder auferstehen zu lassen. Alle Elemente sind da. Man begibt sich auf eine kleine Reise in die Vergangenheit. Nett gemacht, aber leider fehlt eine gescheite Story. Der Film plätschert vor sich hin, schängelt sich durch Parties, feuchte Jungs-Fantasien und Baseball, um am Ende nicht wirklich zum Punkt zu kommen.
 
Im Grunde genommen macht Jake genau das durch, was alle Neulinge durchmachen. Nur hat er es scheinbar sogar etwas leichter als andere. Es entsteht der Eindruck, dass es sich bei dem Film mehr um den Auftakt zu einer anderen Geschichte handelt, als um eine in sich stimmige Story.
 
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Fazit
 
Fazit - ganz nette Unterhaltung ohne allzu viel intellektuellen Anspruch Mit Everybody wants some ist Richard Linklater nicht unbedingt ein Film mit großer Aussagekraft gelungen.
 
Es ist eine kleine Reise in die Welt angehender amerikanischer Collegestudenten der achtziger Jahre, die sich nach dem Sommer kennenlernen, das Leben genießen wollen und kopfüber ins Studentenleben stürzen. Nicht außergewöhnlich, aber unterhaltsam.
 
 
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