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*** Pacific Rim: Uprising (3D) ***


 
pru kritik
 
Autor: Alexander Friedrich
         
Es war ein langer und steiniger Weg für „Pacific Rim: Uprising”. Der Nachfolger zum im Jahr 2013 erschienenen Sci-Fi-Blockbuster „Pacific Rim” wollte einfach nicht kommen und schien zwischenzeitlich sogar ganz kalt gestellt. Denn Regisseur und Kreativgenie Guillermo del Toro stieg aus und wollte lieber die Fantasy-Romanze „Shape of Water” inszenieren, welcher schließlich dieses Jahr den Oscar für den Besten Film gewann.
 
Ein zweiter Teil der Maschinen-gegen-Monster-Klopperei, kann das ohne dem visionären Regisseur überhaupt funktionieren? „Pacific Rim: Uprising” wurde nun doch noch auf die Beine gestellt, doch die Abwesenheit del Toros ist dem Film an alllen Ecken und Enden anzumerken. Statt eine eigene überzeugende Interpretation auf die Leinwand zu bringen, scheitern der neue Regisseur Steven S. DeKnight und sein Autorenteam auf ganzer Linie, denn wirklich funktionieren will beim Sequel nur wenig.
 
Große Fußstapfen sind es, in die Jake Pentecost (John Boyega) zu treten hat. Doch der Sohn des verstorbenen Stacker (Idris Elba), der einst die Kaijus, riesige Monster aus den Tiefen des Ozeans, zur Strecke gebracht hat, will das gar nicht. Stattdessen lebt der junge Draufgänger einfach durch den Tag und kommt mit zwielichtigen Tauschgeschäften über die Runden. Große Heldentaten sind ohnehin nicht nötig, schließlich wurde die Menschheit seit zehn Jahren nicht mehr von den Kaijus angegriffen, nachdem man diese mit den Jaegern (gigantische stets von zwei Piloten gesteuerte Kampfroboter) in die Knie gezwungen hat.
 
 
Doch nun bahnt sich eine neue Bedrohung an und Jake muss schließlich doch das Erbe seines heldenhaften Vaters antreten und begibt sich zurück ins Jaeger-Programm. Dabei trifft er nicht nur auf seinen Co-Piloten und Rivalen Lambert (Scott Eastwood), sondern lernt auch die 15-jährige erfinderische Amara (Caileene Spaeny) kennen. Es gilt untereinander einige Keilereien in den Griff zu kriegen, denn die Kaijus sind dabei, mit erhöhter Schlagkraft zurückzukommen…
 
Action ohne Tempo ...
 
Gleich vier Autoren schrieben zusammen das Drehbuch. Dass dabei die Finger von „Maze Runner”-Schreiberling T.S. Nowlin mit im Spiel waren, ist dem zweiten „Pacific Rim” immer wieder stark anzumerken. Denn diesmal wird neben dem von „Star Wars”-Star John Boyega verkörperten Protagonisten Jake eine Gruppe von Jugendlichen in die Geschichte mit eingeführt, auf welcher immer wieder der Fokus gerückt wird.
 
Leider bescheren sich T.S. Nowlin und sein Team damit keinen Gefallen, denn „Uprising” bremst sich somit immer wieder unnötig aus. Die neue Figur der jungen Amara ist nämlich einfach nur nervig und vermag beim Zuschauer weder besonders viel Sympathie noch Interesse auszulösen. Noch schlimmer trifft es all die anderen Teenager-Rekruten, die neu ins Jaeger-Programm eingeführt werden. Immer wieder wird somit das Tempo aus dem Film heraus genommen, um zwischendurch mal wieder in einer der zahlreichen Streitereien der Jugendlichen reinzuschauen.
 
Die Dialoge sind dabei von mal mehr, mal weniger peinlichen aber selten gelungenen Witzchen geprägt. Natürlich vertragen sich die Kids gegen Ende und steuern zusammen schließlich ihre eigenen Jaeger-Roboter. Dieser ganze Teil wäre ja auch gar nicht so schlimm, wenn man passende Schauspieler gefunden hätte. Gerade Serien wie „Stranger Things” oder eben die „Maze Runner”-Filme haben bewiesen, wie viel Talent in jungen Schauspielern stecken kann.
 
Doch „Uprising” zeigt die Kehrseite der Medaille und gibt seinen fast schon überforderten Jungdarstellern zu viel Raum. Leider sind die erwachsenen Charaktere aber auch nicht wirklich interessanter. John Boyega als klare Heldenfigur des Films macht seine Sache zwar ordentlich und kann auch mit dem Hauptdarsteller des Vorgängers Charlie Hunnam locker mithalten – seine Entwicklung vom Taugenichts zum ehrhaften Piloten wird jedoch zu Beginn innerhalb von wenigen Minuten abgehandelt und ist damit mehr als unglaubwürdig.
 
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Außer dem Konflikt der Fußstapfen, die sein Vater hinterlassen hat (woran Jack einen auch immer wieder im Film mit einem „Ich bin nicht mein Vater” erinnern muss), gibt die Figur auch kaum etwas her. Scott Eastwood als Gegenpol Lambert ist da ebenfalls keine Hilfe, so zahm sind die Kabbeleien zwischen ihm und Jake.
 
Ein absoluter Totalausfall ist jedoch die Rolle der Soldatin Jules Reyes (Adria Arjona), um deren Gunst die beiden rivalisierenden Piloten buhlen. Eine derart unfassbar platte Frauenfigur ist man im heute von so starken weiblichen Figuren geprägten Kino gar nicht mehr gewohnt. Übrigens ist auch das zerstreute Wissenschaftler-Duo um Dr. Geiszler (Charlie Day) und Dr. Gottlieb (Burn Gorman) wieder dabei.
 
Hier hält die sonst so von der Stange geschriebene Geschichte sogar eine richtige Überraschung bereit. Denn zwischenzeitlich wird „Uprising” sogar recht interessant. Ein unbekannter Jaeger wendet sich plötzlich gegen die Menschen und die Frage nach dem „Wieso” sorgt zuweilen für etwas Spannung. Doch irgendwann ist die Sache klar und selbst dann will der Film nicht zum Punkt kommen.
 
Aber handwerklich solide ...
 
Bis Regisseur Steven S. DeKnight nämlich endlich mal Jaeger gegen Kaijus kämpfen lässt (weswegen man sich ja diesen Film letztendlich auch ansieht), vergehen tatsächlich an die zwei Drittel des Films. Bis dahin wird der Konflikt fast identisch wie im Vorgänger aufgebaut. Es ist wirklich fraglich, wie man für einen derart simplen Plot so viel Zeit verbrauchen kann. Denn anstatt die riesigen Tiefseemonster einfach direkt wieder auferstehen zu lassen, wird eine unnötig in die Länge gezogene Einleitung dafür benötigt, nur um zu erklären, warum das so ist.
 
Langweilig ist der zweite „Pacific Rim” trotzdem nicht und weiß zumindest flott zu unterhalten. Doch während im ersten Teil uns gleich mehrere geniale Kameraeinstellungen und große Momente noch im Gedächtnis geblieben sind, hat man die Action-Sequenzen von „Uprising” schnell wieder vergessen.
 
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Hier ist der Unterschied zum Handwerk von Guillermo del Toro deutlich zu spüren. Der neue Regisseur DeKnight lässt nämlich seine Einstellungen nie wirklich lange stehen und schneidet lieber auf die nächste Perspektive um, anstatt das Gesehene richtig wirken zu lassen. So sind die einmal mehr spektakulären Kämpfe zwischen Maschinen und Monstern zwar handwerklich solide, aber auch wenig originell und lange nicht so ästhetisch wie im Vorgänger. Dieser verlegte vor allem seine Kämpfe auch ins nächtliche Hongkong.
 
„Uprising” dagegen spielt größtenteils bei Tageslicht, was dem ganzen einiges an Dramatik kostet. Der Endkampf in Tokyo bei Sonnenschein kann trotz neuer Rekordgröße bei den Kaijus jedenfalls kaum an den Erstling heranreichen.
 
Fazit
 
Der erste „Pacific Rim” war auch beileibe kein großartiger Film. Doch Guillermo del Toro wusste sein Herzensprojekt mit viel Liebe und beeindruckenden Bildern zu füllen.
 
Die Fortsetzung versucht leider viel zu sehr, noch einmal genau das Gleiche zu vollbringen, anstatt etwas Eigenständiges zu erschaffen. Vor allem die nervigen Dialoge mit ihrem übertriebenen Humor-Anteil und die Fülle an unsympathischen Figuren stoßen sauer auf.
 
Als Fan unkomplizierter Sci-Fi-Action kann sich die netten Prügeleien im gigantischen Ausmaß zwar ansehen, doch letztendlich ist „Pacific Rim: Uprising” ein enttäuschend lauer Aufguss ohne nennenswerte eigene Akzente.
 
 
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