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*** Suicide Tourist ***


 

ouatih kritik

Autorin: Vivien Albeck
 
Der dänische Filmemacher Jonas Alexander Arnby und Drehbuchautor Rasmus Birch ließen sich bei der Produktion zu SUICIDE TOURIST nicht lumpen. Kein Geringerer als Landsmann Nikolaj Coster-Waldau wurde für die Hauptrolle verpflichtet. Coster-Waldau erlangte mit seiner Figur des Jaime Lennister, in der HBO-Serie "Game of Thrones" (2011-2019), weltweiten Erfolg.
 
Die Rolle brachte ihm sogar eine Grammy-Nominierung ein. Doch statt dem strahlenden Schönling und später gepeinigten Lord in der Erfolgsserie, brilliert er nun im Film "SUICIDE TOURIST - Es gibt kein Entkommen", als biederer Versicherungsmakler Max Iksen. Weitere zentrale Rollen übernehmen die dänischen Schauspielerinnen Solbjørg Højfeldt und Sonja Richter. Außerdem Jan Bijvoet, Robert Aramayo, Slimane Dazi, Lorraine Hilton, Kaya Wilkins, Johanna Wokalek und die Schwedin Tuva Novotny, in der Rolle der Ehefrau von Max Iksen.
 
Spoiler-Alarm durch den Filmtitel?
 
Die eineinhalbstündige Handlung ist bei SUICIDE TOURIST definitiv vorprogrammiert oder zumindest denkbar: Max Iksen bekommt auf seiner Reise in den Tod eine breite Palette an Suizid-Optionen angeboten! Wirkt zunächst alles sehr makaber, doch Max handelt dabei immer mit Bedacht. Ganz in der Manier von Regieexzentriker David Lynch kristallisiert sich dies während des Films, durch eine Art Parallelhandlung von Zeitsprüngen, heraus.
 
 
Doch ein wenig Chronologie schadet ja bekanntlich nie: Max Iksen (Nikolaj Coster-Waldau) erhält die Diagnose eines Hirntumors. Zudem greift seine Versicherung nicht mehr und das treibt ihn in einige Selbstmordversuche, vor denen er sich aber schlussendlich immer wieder drückt. Das Aurora Hotel bietet seinen Kunden jedoch augenscheinlich eine Art Sterbehilfe-Programm an. Als sich ihm nun die Gelegenheit bietet, geplanten und betreuten Suizid zu begehen, entschließt sich Max das Hotel aufzusuchen.
 
Dabei offenbart sich ihm eine verstörende Wahrheit, die ihn dazu führt sein Leben, seine eigene Wahrnehmung und den Tod in Frage zu stellen. Der achronologische Handlungsaufbau und die surreale Atmosphäre, die sich mit der Ankunft in der Exklusivherberge breitmacht, geben dem Film dabei ein eher langsames Tempo vor. Erst gegen Ende kommt ein wenig Fahrt auf, für viele Geschmäcker leider zu spät und dann zu abrupt.
 
Nikolaj Coster-Waldau spielt dezent, aber exzellent!
 
Das Mystery-Drama SUICIDE TOURIST ist optisch von einer stets trostlosen Umgebung und Farbgebung geprägt. Das ist auch gut so! Denn die eher karge norwegische Landschaft, die vor allem in kalten Blau-Weis-Tönen gehalten wird, unterstützt die Glaubwürdigkeit von Max Leiden extrem und das nicht nur bildlich, sondern auch dramaturgisch. Überhaupt erinnert die Reise seines Charakters sehr an den Wandel vom eingebildeten Königsmörder zum einhändigen Lord Lennister in Game of Thrones. Max befindet sich als Versicherungsmakler erst auf dem hohen Ross und fällt durch seine Diagnose dann sehr tief, bis hin zu einem Menschen, der sich selbst aufgegeben hat und nur noch zum Schutz der Anderen handelt.
 
Bei Game of Thrones ist es Jaimes Schwester Cersei Lennister und bei SUICIDE TOURIST ist es seine Ehefrau Lærke Iksen (gespielt von Tuva Novotny, unter anderem bekannt aus „Eat Play Love“), die Max nicht mit den persönlichkeitsverändernden Folgen seines Hirntumors belasten will. Völlig außer Acht gelassen, stellt sich dem Zuschauer jedoch hierbei die Frage, ob der Selbstmord des eigenen Mannes nicht eine schlimmere Belastung ist, als der Tod durch einen Hirntumor. Aber gut, der Edelmut des Hauptcharakters geht wohl vor und wird dabei von Nikolaj Coster- Waldau mit der nötigen Zurückhaltung gespielt.
 
Fazit
 
„Hat das Aurora Hotel erst mal einen Gast aufgenommen, kommt er da lebend nicht mehr heraus!“ „Oder doch?“ Am Ende des Films steht die Frage im Raum, ob es sich nur um eine skurrile Idee handelt oder ob es tatsächlich eines Tages eine Art Sterbehilfe wie in SUICIDE TOURIST geben wird. Denkbar wäre es schon und das ist irgendwie das Befremdliche an diesem Film. Zudem wird mal wieder ein offenes Ende gezeigt.
 
Also weitere, aufkommende Fragen à la „war alles etwa nur ein Traum... oder doch nicht? “. Manchmal kommen diese Enden gut rüber und manchmal geht der Schuss eher nach hinten los. In diesem Fall wohl leider Letzteres. Dennoch liefert die verschlungene Reise in ein luxuriöses, aber auch beklemmendes Selbstmord-Hotel viel Stoff zum Debattieren und Nikolaj Coster-Waldau sieht man ohnehin immer wieder gerne auf der Leinwand.
 
 
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