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***Gimme Danger***

 
gdanger kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Man kennt Jim Jarmush vor allem für seine Filme. Kleine, sehr persönliche Produktionen, die nicht immer ganz leicht zugänglich sind, Jarmush aber zu einem Star der Arthaus-Szene gemacht haben. Das ist er bereits seit vielen Jahrzehnten, aber nun präsentiert er eine Dokumentation, die für ihn nicht weniger persönlich ist.
 
Denn der Hobbymusiker wurde in den 1970er Jahren ein Fan der Stooges. In den 1990er Jahren lernte er dann Iggy Pop kennen. Beide wurden Freunde, aber es sollte noch dauern, bis „Gimme Danger“ Gestalt annahm.
 
Psychedelische Stooges
 
Die 1960er waren ein wichtiges Jahrzehnt für die Musik. In diesem Jahrzehnt stiegen auch The Stooges auf, die sich nach den bekannten Komikern benannt hatten, aber sich als eher psychedelische Versionen dieser verstanden. Ihre Musik war auf jeden Fall eine andere, als damals gemeinhin gehört wurde – und das gilt auch und besonders für den Rock’n’Roll jener Zeit. Die Stooges boten einen Mix aus Blues, Rock, R&B und Free Jazz. Die aus Ann Arbor, Michigan, stammende Band platzte in die Musikszene und wirkte dort wie eine Bombe, was an ihrem energischen Stil lag.
 
Die Musik der Stooges wurde als aggressiv, brutal, hässlich, subversiv beschrieben, aber sie traf auch einen Nerv. Iggy Pop und seine Jungs legten damit auch den Grundstein für das, was später Punk und Alternative Rock werden sollte.
 
Die Dokumentation erzählt die Geschichte dieser Band, von ihren Anfängen über ihre Erfolgen bis hin zu den Misserfolgen – und dem Anfang vom Ende.
 
 
Iggy und Jim
 
Jim Jarmush und Iggy Pop wurden Freunde. Vor etwa acht Jahren sprach der Musiker den Filmemacher dann an, ob er nicht Lust hätte, eine Dokumentation über die Stooges zu machen. Jarmush war sofort Feuer und Flamme dafür und begann sich Gedanken zu machen, wie man dieser Geschichte gerecht werden konnte. Eines wusste er dabei gleich: Er wollte nicht ins Unwesentliche abschweifen.
 
„Gimme Danger“ ist keine Dokumentation über Iggy Pop, auch wenn sie nun zu seinem 70. Geburtstag in die Kinos kommt und er den Löwenanteil des Films bestreitet, indem er in Kontext setzt, wie sich die Stooges gegründet haben, wie der Stand der Musik damals war und wie die Erfolgsgeschichte sich entfaltete – bis sie endete.
 
Es wäre ein Leichtes gewesen, sich dabei ganz auf Iggy Pop zu konzentrieren. Doch genau das wollten weder Jarmush noch der Musiker. Darum wird die Geschichte bis zum Jahr 1973 erzählt, als die Stooges sich trennten. Die vier Jahrzehnte, die folgten, werden nur in wenigen Sätzen angesprochen. Man klammert den weiteren Weg der Band-Mitglieder, aber auch die Solokarriere von Iggy Pop aus. Erst mit dem Revival der Band im Jahr 2003 geht die Geschichte weiter, so dass sie ganz und gar auf die Stooges konzentriert ist und auch nie davon abweicht.
 
gdanger kritik pic
 
Die Band
 
„Gimme Danger“ überzeugt, weil hier hauptsächlich die Mitglieder der Band zu Wort kommen, dazu ein paar Menschen, die in enger Beziehung zu den Stooges standen wie der Manager. Aber andere Künstler oder Musikhistoriker sind hier nicht dabei. Es braucht sie auch nicht, da sie zur Geschichte der Band nichts zu sagen haben, was die Stooges nicht selbst besser erzählen könnten.
 
Die Geschichte ist dabei nicht nur spannend und mitreißend, sondern auch ehrlich. Insbesondere auch in Hinblick darauf, wieso die Band in den frühen 1970er Jahren zerfiel.
 
Fazit
 
„Gimme Danger“ ist eine erstaunlich gute Dokumentation, bei der sich der Hauptinterviewte Iggy Pop angenehm zurückhält und sich ganz und gar auf die Band und nicht sich selbst konzentriert. Jarmush hat dafür gesorgt, dass kein überflüssiges Fett vorkommt, aber auch, dass die Geschichte nicht mäandert, sondern nahe am Thema dranbleibt.
 
Jim Jarmushs Dokumentation ist nicht nur für Fans der Stooges, sondern bietet Einblick in einen wichtigen Teil der Musikgeschichte der 1960er und 1970er Jahre.
 
 
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