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***American Honey***

 ahoney kritik
 
Autor: Astrid Biedermann
 
Die britische Regisseurin und Oscarpreisträgerin (2005: Bester Kurzfilm für „Wasp“) Andrea Arnold begleitet in ihrem fiktiven Road-Movie „American Honey“ eine Gruppe von Jugendlichen auf ihrem Trip durch den mittleren Westen Amerikas. Dafür wurde sie bei den Filmfestspielen von Cannes bereits mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.
 
Die 18-Jährige Star (Newcomerin Sasha Lane) fühlt sich gefangen in einem Leben ohne Perspektiven und voller unerfüllter Träume. Um ihre Familie zu ernähren, sucht sie tagsüber Mülltonnen nach Essen ab und kümmert sich so gut sie kann um ihre beiden Halbgeschwister.
 
Eines Tages trifft sie vor einem Supermarkt auf eine Gruppe unbeschwerter Jugendlicher. Besonders deren vermeintlicher Anführer Jake (Shia LaBeouf) fasziniert sie. Als dieser sie einlädt sich der Gruppe anzuschließen, sieht Star die Chance auf einen Neuanfang und zögert nicht lange.
 
Schnell wird sie von den anderen Jugendlichen aufgenommen, die alle eine ähnliche Vorgeschichte wie sie selbst haben. Sie alle verbindet der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung. In einem Van reisen sie quer durchs Land und verkaufen tagsüber Zeitschriften-Abos, während sie nachts wilde Partys feiern. Kopf der Gruppe ist die toughe Krystal (Riley Keough), für die die gegenseitige Anziehung zwischen Star und Jake schon bald ein Dorn im Auge ist.

 
Newcomer mit Potenzial
 
In wunderschönen Bildern erzählt Regisseurin Andrea Arnold eine Coming-of-Age-Geschichte aus der Perspektive einer jungen Frau, die trotz aller Wiederstände an ihren Träumen festhält. Und diese Träume sind keineswegs überzogen oder unrealistisch. Geprägt durch eine Kindheit in Armut und Perspektivlosigkeit, wünscht sich Star nichts anderes als eine intakte Familie und ein sicheres Zuhause.
 
Das (und noch viel mehr) möchte man ihr als Zuschauer nur zu gerne gönnen. Die Newcomerin Sasha Lane verkörpert Star perfekt als ehrliche und bodenständige 18-Jährige, die früh lernen musste auf eigenen Beinen zu stehen, die darüber hinaus aber auch ihre verletzliche Seite nicht vollkommen verbergen kann. Es geht einfach nicht anders – Star wächst einem ans Herz, vor allem in ihren ruhigen und emotionalen Momenten. Auch wenn Shia LaBeouf („Transformers“, „Disturbia“) als Jake der wohl prominenteste Schauspieler im sonst eher unbekannten Cast von „American Honey“ ist, steht die Texanerin Lane mit ihrer enormen Ausstrahlung ganz klar im Mittelpunkt des Films.
 
Die Indie-Regisseurin Arnold, die auch das Drehbuch zum Film schrieb, hatte im Vorfeld der Dreharbeiten eine ganz besondere Art ihren Cast auszuwählen. Sie sprach unter anderem betrunkene Teenager auf der Straße an und forderte sie spontan zum Casting auf. Die Rechnung ging auf: So authentisch wie in „American Honey“ wirkt ein Cast selten. Auch Hauptdarstellerin Sasha Lane kam auf ungewöhnliche Weise zu ihrer Rolle: Arnold entdeckte sie beim Feiern des Springbreaks.
 
01 ©2016 Universal Pictures02 ©2016 Universal Pictures03 ©2016 Universal Pictures04 ©2016 Universal Pictures
 
Atmosphärisch und voller Gefühl
 
„American Honey“ ist kein Film für das Mainstreamkino, aber das wollte er auch niemals sein. Mit 2 Stunden und 43 Minuten Laufzeit etwas zu lang geraten, verfolgt er keine festgelegte Handlung mit klarem Ziel, sondern verliert sich immer wieder in Momentaufnahmen. Dabei beweist Regisseurin Andrea Arnold ihr Auge fürs Detail. Gekonnt fängt sie Stimmungen ein und schafft es den Zuschauer an diesen teilhaben zu lassen.
 
Besonders gut gelungen ist dabei vor allem auch die musikalische Untermalung. Die Musik nimmt einen großen Teil im Leben dieser Jugendlichen ein und auf ihrem Roadtrip durch die USA gibt es immer wieder Momente, in denen die Musik die Gruppe miteinander verbindet und zu einer Gemeinschaft formt. Bezeichnend ist zum Beispiel auch die Titelwahl „We found love in a hopeless place“, welcher im Supermarkt nach der ersten Begegnung von Star und Jake gespielt wird und auch später im Film wieder aufgegriffen wird.
 
Fazit
 
In „American Honey“ wird ein bittersüßes Lebensgefühl von Freiheit und Sehnsüchten gezeichnet und mit atmosphärischen Bildern untermalt. Allerdings hätte der Film an der ein oder anderen Stelle gerne gekürzt werden können und vor allem das Ende des Films entlässt den Zuschauer ein klein wenig unbefriedigt. Großer Pluspunkt ist dafür der authentische Cast – allen voran Newcomerin Sasha Lane.
 
 
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