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*** Terminator: Dark Fate ***


ouatih kritik

Autor: Walter Hummer
 
Nach einem enttäuschenden dritten Teil, einem enttäuschenden Reboot und einem enttäuschenden Reboot des Reboots soll Teil 6 der Serie um die zeitreisenden Killermaschinen nun an Teil 1 und 2 anknüpfen.
 
Krieger und Killermaschinen …
 
Das Schicksal der Menschheit sieht wieder einmal dunkel aus. Vor 27 Jahren wurden zwar der Bau von Skynet und damit auch der „Tag der Abrechnung“ verhindert. Aber ein genauso mächtiges Netzwerk namens „Legion“ hat in einer neuen Zukunft der Menschheit genauso den Krieg erklärt und genau den gleichen Plan entwickelt, den zukünftigen Führer des menschlichen Widerstands in der Vergangenheit zu töten. Der neue, böse Terminator heißt diesmal Rev-9 und neben ihm wirkt der T-1000 so gefährlich wie ein Toaster mit Kurzschluss. Zum Glück wurde wieder auch ein menschlicher Krieger aus der Zukunft geschickt …
 
Das Wichtigste in Kürze: Teil 6 ignoriert die Teile 3, 4 und 6 (und auch die Fernsehserie mit dem Teenager-Terminator) und das kann uns nur Recht sein. Schwarzenegger ist wieder mit dabei. Aber das war beim zweiten Reboot auch schon der Fall und hat damals kein bisschen geholfen. James Cameron ist wieder mit dabei aber nur als Produzent, weil er als Regisseur damit beschäftigt ist, uns mit einer immer größer werdenden Zahl von Avatar-Fortsetzungen zu drohen (aktueller Stand: 4 Stück und damit mindestens um 3 zu viel). Dafür ist Camerons Ex-Frau Linda Hamilton als Sarah Connor wieder mit dabei. Und das ist die mit Abstand beste Nachricht von allen.
 
Man kann den Anteil von Linda Hamilton am Erfolg der ersten beiden Filme gar nicht hoch genug bewerten. Ihre Darstellung der drahtigen Kriegerin hat wesentlich dazu beigetragen, dass „Terminator 2“ immer noch einer der besten Filme aller Zeiten ist. Sarah Connor ist nach all den Jahren immer noch der Maßstab für weibliche Actionheldinnen. Und hier kommen wir zur nächsten guten Nachricht: die aus der Zukunft geschickte menschliche Kriegerin Grace, dargestellt von Mackenzie Davis, ist Sarah Connor absolut ebenbürtig.
 

 
Wenn die drahtige, durchtrainierte Mackenzie Davis in den ersten Actionsequenzen im weißen Unterhemd durchs Bild läuft, springt, schießt, schlägt und stürzt, erinnert das nicht von ungefähr an die Bilder der drahtigen, durchtrainierten Linda Hamilton im weißen Unterhemd, die wir seit 28 Jahren im Kopf haben. Das ist eine nette Reminiszenz, wäre aber nicht nötig gewesen. Davis kann sich als knallharte Kriegerin Grace durchaus selbst behaupten. Die verzweifelte Entschlossenheit Ihrer Darstellung macht deutlich, was zuletzt bei „Terminator: Genisys“ alles gefehlt hat.
 
Denn bei all den vielen Actionszenen und all den computergenerierten Bildern kommt es doch auf die menschlichen Protagonisten an. Sie müssen die Handlung tragen, mit ihnen muss sich das Publikum identifizieren können. Das hat damals bei Claire Danes und Nick Stahl nicht richtig funktioniert, bei Sam Worthington und Christian Bale noch weniger und bei Emilia Clarke und Jay Courtney gar nicht mehr. Die jeweiligen Rollen waren damals nachlässig geschrieben und auch nicht gut gespielt.
 
Die fünf verschiedenen Drehbuchautoren, u.a. David S. Goyer („The Dark Knight“), Justin Rhodes und Billy Ray („The Hunger Games“) haben drei realistische Frauengestalten geschaffen. Jede von ihnen ist ein eigenständiger Charakter, handelt sinnvoll und macht im Lauf der Handlung eine nachvollziehbare Entwicklung durch. So etwas ist selten geworden, nicht bloß in dieser Filmserie, sondern in dieser Art von Film ganz allgemein.
 
Die Handlung ist natürlich wieder absurd und voller Lücken. Und in den Actionszenen herrscht die Physik aus dem „Fast&Furious“-Universum. Aber Regisseur Tim Miller („Deadpool“) inszeniert alles so dynamisch, dass man darüber hinwegsehen kann. Zuweilen werden die Kampfszenen schon mal etwas unübersichtlich. An manchen Stellen sind die digitalen Bilder nicht von der gleichen Qualität wie im Rest des Films. Und mehr als einmal hätte sich Miller entscheiden sollen, ob er uns etwas auf der Leinwand zeigen oder im Dialog erklären lassen möchte, statt einfach beides zu tun. Aber im Großen und Ganzen macht der Regisseur einen guten Job.
 
02 ©2019 Twentieth Century Fox03 ©2019 Twentieth Century Fox05 ©2019 Twentieth Century Fox06 ©2019 Twentieth Century Fox
 
Alte Kämpferin, junge Kämpferin, alter Terminator, neuer Terminator, …
 
Linda Hamilton traut sich in diesem Film etwas, das nur wenige männliche und noch weniger weibliche Hollywoodstars je getan haben. Sie zeigt ihr Alter. 1984, in Teil Eins war ihr Gesicht bildhübsch aber bereits prägnant. 1991, in Teil zwei, zeigte sie das kantige Gesicht einer Kriegerin. 2019 sehen wir ein Gesicht das von Zeit, Kampf und Schmerz geformt wurde. In ihrem Fall bilden Kanten, Falten und Narben nicht bloß ein Gesicht sondern eine Landschaft. Und in dieser Landschaft passiert einiges. Hamilton zeigt ihre beste Darstellung seit langem.
 
Dieser Film hätte leicht zu einer one-woman-show für Linda Hamilton werden können. Ausgerechnet die junge Mackenzie Davis, an deren Auftritte in Filmen wie „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ und „Blade Runner 2049“ wir uns kaum erinnern können, verhindert das. Diese schlanke junge Darstellerin zeigt eine enorme körperliche Präsenz. In einigen Szenen wirkt sie Zwei Meter groß. Wenn ihre Figur sich selbst als „verbesserte Supersoldatin aus der Zukunft“ bezeichnet, klingt das kein bisschen lächerlich. Gleichzeitig wirkt sie nie wie eine bloße Kampfmaschine und vermittelt uns die Hingabe ihrer Figur an ihre Mission. So erinnert Davis auch an den jungen Michael Biehn.
 
Die noch recht unbekannte Kolumbianerin Natalia Reyes wirkt zunächst etwas verloren zwischen diesen beiden starken Frauenfiguren und der ganzen Action um sie herum. Das trägt aber nur zum Realismus ihrer Figur bei. Sie zeigt uns, wie eine junge Frau entdecken muss was alles in ihr steckt.
 
Arnold Schwarzenegger ist auch wieder dabei. Wenn wir durch ihn erfahren, was Terminatoren anstellen, nachdem sie mal ihr Ziel terminiert haben, ist das nicht der beste Teil der Geschichte. Und der Gag um sein neues Gewerbe wirkt ein bisschen bemüht. Aber sei’s drum. Arnie ist also wieder dabei und macht, was er am besten kann.
 
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Gabriel Luna („Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“) spielt den bösen Terminator Rev-9. Seine Darstellung reicht nie auch nur halbwegs an die von Robert Patrick in Teil Zwei heran. Die Fähigkeiten seiner Figur sind für ein paar nette Effektszenen gut, mehr aber auch nicht. Und so wirkt der Rev-9 nie wirklich bedrohlich. Vielleicht sehen wir ihn deshalb nur relativ selten und dann oft nur sein Endoskelett.
 
Fazit
 
Teil 1 und 2 haben Filmgeschichte geschrieben. Weil sich die Zeiten auch für Zeitreisende ändern, wird das Teil 6 wohl nicht mehr gelingen. Trotzdem ist er nicht bloß der beste Terminator-Film seit 1991, sondern auch die beste Fortsetzung einer langjährigen Filmserie die wir dieses Jahr zu sehen bekommen.
 
 
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