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*** Stuber: 5 Sterne Undercover ***


ouatih kritik

Autor: Walter Hummer
 
Eine Actionkomödie über einen knallharten Cop, der einen Fall mithilfe eines unfreiwilligen und unqualifizierten Helfers aufklären muss ... ? Wenn man ein altes Rezept nachkochen möchte, braucht man bloß die richtigen Zutaten. Aber man sollte auch kochen können.
 
Pool-Option
 
Vic Manning (Dave Bautista) ist ein knallharter Cop. Bereits in der ersten Szene soll er einen gefährlichen Drogendealer verhaften und denkt nicht einmal daran, Verstärkung anzufordern. Deshalb muss auch seine Partnerin dran glauben. Aber Vic ist nicht nur ein mieser Polizist. Er ist auch ein mieser Vater. Er vereinbart einen Termin für eine Laseroperation an seinen Augen ausgerechnet an dem Tag an dem seine Tochter ihre erste Vernissage hat. Als er auch noch kurz nach der OP einen Hinweis bekommt, wo und wann der gesuchte Dealer zu finden sein könnte, ruft er wieder keine Verstärkung. Er gefährdet erst sich und die Allgemeinheit, indem er halbblind selbst mit dem Auto zu fahren versucht.
 
Stu (Kumail Najiani) ist ein Weichei. Sein Vorgesetzter trampelt auf ihm herum. Seine platonische Freundin und Geschäftspartnerin, in die er heimlich verliebt ist, trampelt auf ihm herum. Die Leute, die er in seinem Nebenjob als Uber-Fahrer von vorne und hinten bedient um bloß eine 5-Sterne-Bewertung zu bekommen, trampeln auf ihm herum. Als Vic in Stus geleastes Elektroauto steigt, um sich zu seinem Informanten fahren zu lassen, fängt der daher auch sofort an, auf dem armen Uber-Fahrer herumzutrampeln.
 

 
Und hier sind wir beim ersten von vielen Problemen des Drehbuchs. Vic ist einer der beiden Helden. Aber er ist ein mieser Polizist, ein mieser Vater und ein mieser Kerl. Er pfeift auf die Gefühle seiner Tochter, misshandelt Verdächtige und erpresst den armen Uber-Fahrer. Tripper Clancy hat bisher nur zwei Drehbücher geschrieben. Und beide waren für Filme mit Til Schweiger („Hot Dog“ und „Vier gegen die Bank“). Woher soll er also wissen, dass der Held eines Films sympathisch sein sollte? Aber das muss er leider sein, wenn das Publikum sich für ihn und sein Abenteuer interessieren soll.
 
Die zweite Hauptfigur Stu ist viel zu intelligent um wirklich so dumm zu sein wie sie im Filmagiert. Es ergibt einfach keinen Sinn, wenn ein intelligenter, erwachsener Mann sich von seiner Freundin, seinem Vorgesetzten und seinen Fahrgästen so behandeln lässt. Und es ergibt überhaupt keinen Sinn, wenn er sich von Anfang an von dem halbblinden Polizisten von einer Straftat zur nächsten nötigen lässt. Gute Comedy besteht auch darin, den Helden auf nachvollziehbare Weise in schräge Situationen geraten zu lassen. Alles was Stu in diesem Film tut, tut er bloß, weil das Drehbuch es verlangt und der Film sonst zu schnell zu Ende wäre.
 
Schlimmer als die Hauptfiguren sind nur die Nebenfiguren. Stus platonische Freundin ist eine egoistische, dumme Kuh. Vics Tochter hat keine erkennbare Persönlichkeit. Die Aufgabe von Vics Partnerin ist es, sich eine Kugel einzufangen. Also hat sie ebenso dumm zu sein wie er.
 
Aber nicht nur die Frauenfiguren sind furchtbar geschrieben. Auch die männlichen Nebenfiguren sind furchtbar. Man ahnt natürlich, dass alles was Stus Vorgesetzter sagt und tut irgendwie witzig sein soll. Aber das wird nur aus dem Zusammenhang klar. Und weil Drehbuchautor Clancy niemanden zu kurz kommen lassen möchte, gibt es noch einen männlichen Stripper, der mehr schwule Klischees bedient als man in der kurzen Szene für möglich gehalten hätte.
 
„Warum parkt hier ein Boot?“
 
Nicht nur der Drehbuchautor auch Regisseur Michael Dowse hat sich mit diesem Film seinen Teller viel zu voll geladen. Ich habe noch nie einen Film dieses Regisseurs gesehen. Aber das mag nichts bedeuten. Filme von unerfahrenen Regisseuren können gerade deshalb unterhaltsam sein. Das ist hier nicht der Fall. Die Inszenierung ist einfach nur auf langweilige Art inkompetent. Die ungeschickte Reminiszenz an John Woo ist sicher nett gemeint, aber davon abgesehen lässt Dowse Regie keinerlei Gespür für Storytelling, Action oder das Filmemachen ganz allgemein erkennen.
 
01 ©2019 Twentieth Century Fox02 ©2019 Twentieth Century Fox03 ©2019 Twentieth Century Fox04 ©2019 Twentieth Century Fox
 
Dowse hat leider keine Ahnung, in welchem Genre er sich wie bewegen soll. Die Dialoge passen oft gar nicht zu einer Komödie. In einem Drama wären sie aber einfach zu langweilig. Einige Szenen sind viel zu brutal für diese Art von Comedy. Als Actionsequenzen sind sie trotzdem reizlos. Mitten im Film müssen sich die beiden Hauptdarsteller plötzlich prügeln. Das ist weder lustig noch spannend und so wirkt die Szene einfach nur sinnlos. Der Endkampf ist dann so konfus inszeniert, dass man den Überblick verliert obwohl sich auf der Leinwand kaum etwas tut.
 
„Das ist Deine Nacht in der Wüste“
 
Für diesen Film spricht wirklich nur die Besetzung. Dave Bautista hat in der Rolle des Drax, dem „Guardian of the Galaxy“ ohne soziale Filter, gezeigt wie witzig er sein kann. In einem kurzen Auftritt in „Blade Runner 2049“ hat er gezeigt, was für ein guter Schauspieler er sein kann. Hier lässt er beides immer wieder erkennen. Vor allem lässt er aber erkennen, wie wichtig ein gutes Händchen bei der Rollenauswahl ist.
 
Kumail Najiani hat jeder von uns in unzähligen komischen Nebenrollen gesehen, bevor er vor zwei Jahren in „The Big Sick“ seine erste Hauptrolle spielen durfte. Dieser Mann ist ein Virtuose des Comedy-Timings. Er liefert jeden noch so mittemäßigen one-liner und jede noch so aufgesetzte Pointe so genial und auf den Punkt genau, man möchte ihm Szenenapplaus spenden. Warum er, der ja auch das Drehbuch zu „The Big Sick“ geschrieben hat, das Drehbuch zu „Stuber“ nicht noch einmal überarbeitet hat, ist ein Rätsel.
 
Karen Gillan wurde bei uns als Nebula in „Guardians of the Galaxy“ bekannt. Ihre Zeit und ihr Talent werden in diesem Film komplett verschwendet. Die junge Natalie Morales spielt tapfer eine Rolle, für die der Drehbuchautor nicht genug Interesse aufbringen konnte um sie fertig zu schreiben. Wie soll das Publikum dann Interesse für diese Figur entwickeln?
 
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Ich habe mich gefreut, Mira Sorvino endlich mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Diese vielseitige Schauspielerin hat sich nach ihrem Oscar für „Geliebte Aphrodite“ einige wirklich miese Rollen in miesen Filmen ausgesucht. So schlimm wie hier hat sie aber kaum jemals danebengegriffen.
 
Fazit
 
Das Rezept war bekannt, die Zutaten waren von feinster Qualität. Aber ein überforderter Drehbuchautor hat alles versalzen und der unbeholfene Regisseur hat das Ganze dann noch anbrennen lassen. Das Ergebnis ist kaum genießbar.
 
 
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