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*** Black Panther ***


 
bpanther kritik
 
Autor: Christopher Diekhaus
Die Erwartungen an den ersten Superheldenfilm mit einem schwarzen Protagonisten im Mittelpunkt waren riesengroß, werden von Regisseur und Drehbuchautor Ryan Coogler („Creed – Rocky’s Legacy“) aber nicht enttäuscht.
 
„Black Panther“ erweist sich als tempo- und ideenreiche Auffrischung der in letzter Zeit manchmal etwas zu routiniert wirkenden Marvel-Reihe, die im Vergleich mit dem unausgegorenen DC Extended Universe freilich noch immer eine gute Figur abgibt.
 
Rückkehr in die Heimat
 
Nach dem Tod seines Vaters T’Chaka (John Kani), der in „The First Avenger: Civil War“ einem Anschlag auf das Versammlungsgebäude der Vereinten Nationen in Wien zum Opfer fiel, liegt es an T’Challa alias Black Panther (Chadwick Boseman), das fiktive, sorgsam abgeschirmte afrikanische Land Wakanda zu regieren, das in grauer Vorzeit von einem Meteoriten getroffen wurde und seither mit Vibranium, einem besonders starken Metall, gesegnet ist. Einer Wunderwaffe, die frühere Herrscher dazu bewegte, den technologisch hochentwickelten Staat von der Außenwelt zu isolieren. Bei der Rückkehr in seine Heimat muss T’Challa während der Krönungszeremonie gegen einen anderen Stammesführer (Winston Duke) kämpfen, der ihn nicht als neuen König anerkennen will.
 
 
Unter Aufbietung all seiner normalen menschlichen Fähigkeiten – seine speziellen Black-Panther-Kräfte werden ihm vor dem Gefecht dem Brauch gemäß entzogen – gelingt es T’Chakas Sohn, seinen Platz zu behaupten und den Widersacher in die Schranken zu weisen. Als T’Challa erfährt, dass der Waffenhändler und Schmuggler Ulysses Klaue (Andy Serkis) ein aus Vibranium bestehendes Artefakt aus einem Londoner Museum entwendet hat und es nun in Busan verkaufen will, macht sich der neue Wakanda-Regent mit seiner inzwischen als Spionin aktiven Ex-Freundin Nakia (Lupita Nyong’o) und seiner resoluten Leibwächterin Okoye (Danai Gurira) auf den Weg nach Südkorea. Schon bald erkennen T’Challa und seine Mitstreiter, dass Klaues Verbündeter Erik Killmonger (Michael B. Jordan) eigene Pläne verfolgt.
 
Die Macher verdienen sich schon deshalb ein dickes Lob, weil sie ihrem schwarzen Helden eine Reihe einprägsamer dunkelhäutiger Figuren an die Seite stellen. Weiße Charaktere sind deutlich in der Unterzahl und übernehmen lediglich Handlageraufgaben. Obschon Andy Serkis seine boshafte Rolle mit sichtlichem Spaß verkörpert und Eindruck hinterlässt, ist Killmonger der große Antagonist, den das von Coogler und Joe Robert Cole verfasste Drehbuch als einen der spannendsten und ambivalentesten Gegenspieler der Marvel-Reihe zeichnet.
 
01 ©2018 MARVEL Studios02 ©2018 MARVEL Studios03 ©2018 MARVEL Studios04 ©2018 MARVEL Studios
 
Sein persönlicher Schmerz ist absolut verständlich, und seinen Absichten liegen durchaus gute Motive zugrunde. Was er letztlich vorhat, steht allerdings in krassem Widerspruch zu T’Challas Haltung. Anders als man es aus dem Mainstream-Actionkino gewöhnt ist, wartet „Black Panther“ erfreulicherweise mit diversen starken, selbstbewussten und schlagfertigen Frauen auf. T’Challas kleine Schwester Shuri (Letitia Wright), die an den Bond-Waffenmeister Q gemahnt, ist eine clevere Technikexpertin, deren Enthusiasmus hochgradig ansteckend wirkt. In Kämpfen beweisen dürfen sich vor allem Nakia und Okoye, wobei Letztere als besonders charismatische und furchtlose Persönlichkeit in Erinnerung bleibt.
 
Zwischen Tradition und Neuausrichtung
 
Inhaltlich bewegt sich Cooglers Blockbuster auf interessanten Pfaden. T’Challa sieht sich immerhin mit der Herausforderung konfrontiert, sein Land in die Zukunft zu führen und dabei zu entscheiden, ob bestimmte Traditionen beibehalten werden sollen oder aber aufgegeben werden müssen. Einerseits fühlt er sich dem Handeln und Denken seines toten Vaters verpflichtet, den er in einem zeremoniellen Akt besucht. Andererseits beginnt er, mehr und mehr an der Abschottungspolitik zu zweifeln, die Wakanda seit vielen Generationen betreibt und die ein wenig an den heute leider vielerorts grassierenden Protektionismus denken lässt, den unter anderem Donald Trump mit seiner America-First-Rhetorik in die Welt hinausschreit. Der Regisseur und sein Koautor lassen es sich nicht nehmen, auf die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung, ihre systematische Ausbeutung und die Ungerechtigkeiten hinzuweisen, die Afrika im Zuge des Kolonialismus über sich ergehen lassen musste. Ohne übertrieben aufdringlich zu sein und mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln, bringen die beiden den Zuschauer ein ums andere Mal ins Grübeln.
 
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Neben einigen mitreißenden Actionsequenzen, die gewitzte Einfälle wie eine Fernsteuerung während einer rasanten Autoverfolgungsjagd beinhalten, besticht „Black Panther“ zudem mit manchen visuellen Kabinettstückchen. Schon der Einstieg, der Wakandas Geschichte in Form von Sand-Animationen erzählt, ist ein echter Hingucker. Aufgegriffen wird diese Ästhetik auch bei den in T’Challas Heimatland erzeugten Hologrammen. Eine reizvolle Optik garantiert nicht zuletzt die Entscheidung, folkloristische afrikanische Elemente und hochmoderne technische Errungenschaften zu kombinieren, womit das Klischeebild des Elendskontinentes bewusst unterlaufen wird.
 
Fazit
 
Kurz und bündig: „Black Panther“ ist eine enorme Bereicherung für das Marvel Cinematic Universe.
 
 
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