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*** Black And Blue ***


ouatih kritik

Autor: Peter Osteried
 
Ganz neu ist die Geschichte des Polizei-Thrillers BLACK AND BLUE nicht, die Umsetzung aber dafür solide. Und nicht nur das, der Film kann auch dadurch punkten, dass er Bezüge zu aktuellem Tagesgeschehen aufnimmt und den aktiven und passiven Rassismus innerhalb der amerikanischen Gesellschaft in den Fokus rückt.
 
Auf der Jagd
 
Alicia (Naomie Harris) ist erst seit kurzem bei der Polizei und hat im Grunde noch keine Ahnung, wie das alles läuft. Sie ist weit idealistischer, als es der Job hergeben würde. Als ihr Partner Zeit mit seiner Frau verbringen will, erklärt sie sich bereit, seine Schicht zu übernehmen. Sie fährt mit einem anderen Polizisten raus, der sie in einer heruntergekommenen Gegend im Auto sitzen lässt. Als sie Schüsse hört, läuft sie ihrem Kollegen nach und wird Zeuge davon, wie einige Polizisten einen Dealer hinrichten. Man sieht sie. Schlimmer noch: Man sieht, dass ihre Bodycam alles aufgenommen hat. Die korrupten Cops jagen Alicia nun durchs ganze Viertel und achten genau darauf, dass ihr niemand zu Hilfe kommen kann.
 
Aber Alicia kennt sich hier aus. Sie ist früher hier aufgewachsen und bittet Milo um Hilfe. Sie muss zum Revier, um das Videomaterial hochzuladen. Dann ist alles gegessen. Doch es sind einige Cops in all das verstrickt – und keiner von ihnen hat vor, Alicia einfach davonkommen zu lassen.
 

 
Der tägliche Rassismus
 
Die Geschichte ist bekannt, die zusätzliche Dimension, die mit einer farbigen Hauptfigur mitschwingt, hilft hier jedoch ungemein. Denn damit einher geht ein sehr klarer Blick auf den alltäglichen Rassismus. Das sieht man schon in der ersten Szene, als Alicia joggt und von Polizisten aufgehalten wird, die nach einer farbigen Verdächtigen suchen. Erst, als sie ihre Marke sehen und ihnen klar ist, dass sie eine von ihnen ist, lassen sie von ihr ab. In der Welt der Polizisten geht es nicht um Schwarz und Weiß, sondern um Schwarz und Blau. Die einen sind – meist – die Gauner, die anderen Teil einer großen Familie, bei der die Hautfarbe egal ist. Aber nur, solange die Uniform getragen wird.
 
Der Thriller versteht sich etwas zu sehr als Message-Film, weil er zwar wichtige Themen anspricht, die aber reichlich plakativ abhandelt. Etwas mehr Subtilität hätte hier sicherlich Wunder gewirkt, auch und gerade in Hinblick auf das Stereotyp eines schwarzen Verbrechers wie Darius, der von „Luke Cage“ Mike Colter gespielt wird.
 
Als Naomie Harris‘ Gegenspieler hat man Frank Grillo, der darauf abonniert ist, Gauner und Verbrecher zu spielen. Es kommt selten vor, dass er mal auf der Seite der Guten steht. Und wenn er das augenscheinlich tut, dann ist es wie bei BLACK AND BLUE häufig so, dass er etwas zu verbergen hat. Er spielt gut, seine Rolle verlangt ihm aber auch nicht allzu viel ab.
 
01 ©2019 Sony Pictures02 ©2019 Sony Pictures03 ©2019 Sony Pictures01 ©2019 Sony Pictures
 
Korruption
 
Der Film befasst sich nicht nur mit Rassismus in den Reihen der Polizei, sondern auch einer wie ein Geschwür um sich greifenden Korruption, die immer mehr Leute erfasst. Auch hier verhält sich der Film eher plump und nutzt das an sich spannende Thema eigentlich nur, um das Fundament für einen solide gestalteten Action-Thriller zu bauen.
 
BLACK AND BLUE ist in jeder Beziehung gut gemacht und überzeugt dank einer Topp-Besetzung. Nur grundlegend Neues darf man nicht erwarten.
 
Fazit
 
Spannend erzählt und routiniert umgesetzt, präsentiert sich BLACK AND BLUE als gut gemachter Thriller, der dank Naomie Harris, Mike Colter, Tyreese Gibson und Frank Grillo etwas über den Durchschnitt gehoben wird. Man hätte sich gewünscht, dass die Macher mehr Mut zur Originalität bewiesen hätten. So, wie sich der Film jetzt präsentiert, ist er lediglich unterhaltsames Futter für den Feierabend. Deshalb kann man auch abwarten, bis der Film auf DVD und Blu-ray erscheint.
 
 
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