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***Creed - Rocky´s Legacy***

creed kritik
 
Autor: Tobias Sasse
 
Und er hat es tatsächlich noch einmal getan: Sylvester Stallone hat die Marke „Rocky“ erneut herangezogen, um einen siebten Film des Franchise zu produzieren. Und das obwohl er den Boxer nach "Rocky Balboa" im Jahr 2006 eigentlich nicht mehr verkörpern wollte. Tut er auch nicht im Ring. Sondern trainiert diesmal den Sprössling seines Rivalen der ersten Stunde: Apollo Creed.
 
Adonis „Donnie“ Johnson (Michael B. Jordan), der uneheliche Sohn des im Ring verstorbenen Schwergewichts-Champions Apollo Creed will in die Fußstapfen seines Vaters treten und strebt eine professionelle Boxkariere an. Wen könnte er sich als Trainer dafür passenderes auswählen als Box-Legende Rocky Balboa (Sylvester Stallone).
 
Diese Kombination ruft den Welt-Schwergewichts-Champion „Pretty“ Ricky Conlan (Tony Bellew) auf den Plan, der wegen einer drohenden Haftstrafe in den Ruhestand gezwungen wird und hier nochmal einen letzten, prestigeträchtigen Kampf wittert.
 
 
Altbewährtes im neuen Gewand...
 
Hat er es also nochmal gemacht. Zum siebten Mal tritt Silvester Stallone als Rocky Balboa auf die Kinoleinwand. Da muss man sich doch wirklich ernsthaft fragen: War das wirklich nötig? Gibt es im Rocky-Universum tatsächlich noch etwas Neues zu erzählen, wobei es doch immer „nur“ ums Boxen geht? Nun: Ja und Nein. Denn neu ist die Grundstruktur von „CREED – Rocky’s Legacy“ wirklich nicht:
 
Ein Außenseiterboxer kämpft sich seinen Weg von ganz unten nach oben. Dabei bekommt er die Chance, gegen einen Gegner zu kämpfen, der eigentlich weit außerhalb seiner Kragenweite ist. Kann er überhaupt eine Chance haben?
 
Das kommt uns natürlich alles schon sehr vertraut vor, ist aber wahrscheinlich das, was Rockyfans auch gerne sehen wollen. Der Clou bei diesem Film liegt diesmal allerdings an der Inszenierung! Regisseur Ryan Coogler modernisiert den angestaubten Rocky-Look ohne dabei auf die wichtigsten inhaltlichen Dinge zu verzichten.
 
Es ist die Magie eines Philanthropen in der aggressiven und kräftemessenden Boxerwelt, die auch hier wieder wunderbar funktioniert. Daraus leitet Coogler einige herrliche dramaturgische Kniffe ab: Der junge, aufstrebende Donnie wird trainiert von Rocky, der einstige Freund und Rivale seines verstorbenen Vaters. Das ist schon mal eine schöne Ausgangssituation. 
 
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Gleichwohl sieht man Stallone einfach gerne dabei zu, wie er den jungen temperamentvollen Jordan unter seine Fittiche nimmt und zusammen ergeben die beiden wirklich ein unschlagbares Team.
 
Aber zur Inszenierung gehört noch mehr: Die Kameraführung ist atemberaubend. Coogler geht soweit, einen der Boxkämpfe komplett ohne Schnitte mit der Steady-Cam zu drehen, was es dem Publikum erlaubt aus der Ringrichter-Perspektive in das Geschehen einzutauchen. Gekonnt werden die entscheidenden Treffer sowohl visuell, als auch auditiv, wirkungsvoll dargestellt, so dass man auf eine ganz besondere Weise mit unserem Protagonisten mitfühlt und sich über jeden guten Schlag freut. Und davon gibt es reichlich! Die Kampfchoreografien sind großartig ausgearbeitet und wunderbar ästhetisch durchgeführt. Alle Akteure wissen genau, was sie hier tun.
 
Ein gelungenes Reboot?
 
Dass der mittlerweile 70 jährige Wittwer Rocky auch so sein Päckchen zu tragen hat, verleiht der Figur guten Tiefgang und zeigt sie im Wandel der Zeit. Doch mehr soll an dieser Stelle hierzu nicht verraten werden.
 
Es gibt da natürlich noch einen Love-Interest: Donnie lernt die junge Sängerin Bianca (Tessa Thompson) kennen und lieben. Doch bleibt diese Geschichte, vor allem im Gegensatz zur liebevoll inszenierten Adrien in Rocky I, leider sehr blass. Man bekommt unweigerlich das Gefühl, man hätte problemlos auf Bianca verzichten können und es hätte keinerlei Auswirkungen auf die eigentliche Geschichte gehabt.
 
Dabei hätte die junge Musikerin mit progressiver Schwerhörigkeit gutes Potential für eine ergreifende Geschichte. Aber das hebt man sich vielleicht für CREED 2 auf…
 
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Fazit
 
Das Duo Johnson/Balboa ist großartig. Geschickt wird in CREED – Rocky’s Legacy die Geschichte von Rocky modernisiert. Noch nie hat man einen Boxkampf so wirkungsvoll dargestellt bekommen.
 
Rocky Fans kommen zudem nicht zuletzt auch durch zahlreiche Anspielungen auf vergangene Geschehnisse auf ihre Kosten. Durch großartige Choreografien, Kamerafahrten und der liebevollen Inszenierung kann man hier richtig Spaß am Boxgeschehen haben. Kleinere Schwächen verzeiht man dem Film deshalb gern.
 
 
 
 
 
 
 
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