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*** Iron Sky: The Comming Race ***


istcr kritik
 
Autor: Walter Hummer
      
2012 kam „Iron Sky“ in die Kinos. Der Film hatte eine halbwegs originelle, schräge Grundidee, war aber leider in jeder Hinsicht mittelmäßig bis schlecht gemacht. Nun kommt Teil 2 in die Kinos. Und der hat nicht einmal mehr eine originelle Grundidee.
 
Der Trailer und die klicks auf YouTube
 
29 Jahre nachdem die Erde nuklear verwüstet wurde, leben die letzten Menschen in den Ruinen der Mondnazi-Basis. Das Leben ist hart, die Ressourcen sind knapp und die ewigen Mondbeben stellen eine weitere Bedrohung der Mondkolonie dar. Die Menschen haben fast aufgegeben. Nur die junge, idealistische Obi (Lara Rossi) versucht das letzte verbliebene Transportraumschiff instand zu setzen, damit die Überlebenden den instabilen Mond verlassen können.
 
Versteckt in einem kleinen Raumschiff voller russischer Flüchtlinge kommt Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier), der Führer der Mondnazis aus Teil 1, auf dem Mond an. Nach einigen der dümmsten und langweiligsten Dialogzeilen, die man seit langem im Kino gehört hat, beschließt Obi zusammen mit dem russischen Piloten und einigen weiteren Mondbewohnern zur Erde zurückzufliegen. Eine im hohlen Kern der Erde lebende Rasse von Außerirdischen verfügt über eine Energiequelle, mit der Obi die Mondkolonie retten könnte …
 
 
Bereits beim ersten Teil waren die Macher von ihrer halbwegs lustigen Ausgangssituation offensichtlich so begeistert, dass sie komplett vergessen haben, sich eine sinnvolle Handlung einfallen zu lassen … oder ein Drehbuch mit mehr als drei Gags zu schreiben … oder kompetente Darsteller zu besetzen. In Teil zwei geht es nur noch um die Idee zum Trailer. Dieser Trailer wurde bereits 2014 veröffentlicht, also ein volles Jahr vor dem Beginn der tatsächlichen Dreharbeiten und mehr als vier Jahre vor dem Kinostart.
 
Der Trailer hat mittlerweile mehr als zwei Millionen Aufrufe auf YouTube. Darin sieht man Adolf Hitler auf einem Tyrannosaurus Rex reiten. Das war es, was die Leute auf „Iron Sky: The Coming Race“ neugierig machen sollte. Adolf Hitler reitet auf einem Tyrannosaurus Rex. Und leider ist das auch alles, was der Film selbst tatsächlich an Neuem zu bieten hat: Adolf Hitler, der auf einem Tyrannosaurus Rex reitet.
 
Kommt der Führer auf einem T-Rex geritten …
 
Der Satz klingt wie der Anfang eines dummen Witzes. Und wenn man sich den Film ansieht, kommt es einem genauso vor. Dumm bloß, dass dieser Witz keine witzige Pointe hat. Denn auch wenn der Film ganz nett anfängt - mit einer reptiloiden Sarah Palin und einem Wladimir Putin, der sich eine neue Weltkarte bastelt – so kommt danach einfach nicht mehr viel.
 
Die wenigen Szenen im All sehen aus wie Outtakes aus Teil eins. Und dessen Effekte waren 2012 schon von lächerlicher Qualität. Das Innere der Mondbasis sieht aus wie eine aufgelassene Kfz-Werkstatt. Und nicht wie eine geräumige aufgelassene Kfz-Werkstatt. Oder auch nur wie eine gut ausgestattete aufgelassene Kfz-Werkstatt. Die Raumschiffe sehen aus, wie etwas das Star-Wars-Fans in ihrem Garten zusammenbauen. Die Masken der Reptiloiden sehen nach passablen cosplays aus. Und die computergenerierten Kreaturen im Inneren der Hohlwelt erinnern an Computerspiele aus den Neunzigerjahren.
 
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Das alles wäre halb so wild, wenn der Film wenigstens lustig wäre. Aber ich habe während der Pressevorführung genau drei Lacher gehört. Und ich frage mich immer noch, was mit den Leuten los war, die an diesen Stellen gelacht haben. An einigen Stellen kann man sich ungefähr vorstellen, was die Drehbuchautoren Dalan Musson und Timo Vuorensoula wohl gemeint haben. Die Heldin droht den Anhängern einer Religion, die Steve Jobs verehrt, das WLAN-Passwort zu ändern. Schon klar. Und ein Nokia 3310 ist unzerstörbar. Okay. Aber sowie er als Co-Autor keine Ahnung von Pointen hat, so lässt Vuorensoula als Regisseur keinerlei Gespür für Timing erkennen. So können die Pointen einfach nicht zünden.
 
Für andere Gags hätten auch begabtere Regisseure keine Lacher bekommen. Witze über Power-Point kommen nun mal einfach gut fünfzehn Jahre zu spät. Und wenn der Kopilot beim Start eines Raumschiffs meldet, dass die Kaffeemaschine online sei, muss man sich fragen, wie die Drehbuchbesprechungen zu diesem Film abgelaufen sein mögen. Und was die Drehbuchautoren genommen haben, um sowas witzig gefunden zu haben.
 
The Coming Race
 
Natürlich sind 20 Millionen Dollar kein allzu großes Budget. Aber das entschuldigt nicht, warum die Macher dieses Films fast jede Rolle mit Laiendarstellern besetzt haben. Und noch dazu mit sehr schlechten Laiendarstellern.
 
Die Hauptrolle wird von einer jungen Dame namens Lara Rossi … naja, sagen wir mal … „gespielt“. Die darstellerische Leistung von Frau Rossi erinnert an alte Musikvideos. Denken wir an Mariah Carey im Video zu „Heartbreaker“ oder an Aquas „Barbie Girl“. Man merkt schon, was die Darstellerin vermitteln möchte. Und sie hat vermutlich schon mal echte Schauspieler gesehen. Aber das macht sie selbst noch nicht zur Schauspielerin.
 
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Udo Kier macht, was er seit ungefähr vierhundert Jahren immer in Filmen macht. Bloß eben diesmal in einer Doppelrolle.
 
Welcher Teufel hat die Filmemacher geritten, Tom Green eine Rolle in diesem Film zu geben? Gut zehn Jahre hatten wir Ruhe und nun taucht dieser unlustigste aller unlustigen Comedians wieder in einem Film auf. Was soll denn das? Ich kann nicht sagen, ich hätte „Freddy Got Fingered“ nach all der Zeit vergessen. Oder auch nur überwunden. Aber ich habe irgendwann angefangen, nachts wieder durchzuschlafen. Soll das alles nun wieder von vorne anfangen?
 
Fazit
 
So wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht (oder ein Adler noch kein Drittes Reich) so macht ein Trailer noch keinen Spielfilm. Weil man den einzigen Gag des Films bereits im Trailer zu sehen bekommt, wäre es einfach bloß Zeitverschwendung, sich diesen Film in voller Länge anzusehen.
 
 
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