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*** Godzilla II: King of the Monsters ***


gzilla2 kritik

Autor: Christopher Diekhaus
 
Nur mal kurz die Welt retten! In „Godzilla II: King of the Monsters“ muss der urzeitliche Titelheld der Menschheit erneut zu Hilfe eilen, da sie von anderen prähistorischen Kreaturen bedroht wird. Mittendrin im Kampf eine Familie, die seit einem tragischen Schicksalsschlag entzweit ist.
 
Überwältigung an erster Stelle
 
Unter dem Begriff „MonsterVerse“ firmiert eine von Legendary Pictures und Warner Bros. verantwortete Filmreihe, die den beiden mythischen Kinogestalten Godzilla und King Kong neues Leben einhauchte. 2014 ließ Gareth Edwards in „Godzilla“ den gleichnamigen japanischen Giganten wüten, und drei Jahre später durfte sich in Jordan Vogt-Roberts‘ „Kong: Skull Island“ der wohl berühmteste Affe der Leinwandgeschichte austoben. Beide Filme boten Spektakelkino in Reinkultur und pfiffen auf eine facettenreiche Charakterzeichnung oder eine anspruchsvolle Handlung. Wenig verwunderlich führt „Godzilla II: King of the Monsters“, der insgesamt dritte Teil des Erzähluniversums, den eingeschlagenen Weg fort. Trotz einiger interessanter Überlegungen, die an aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussionen andocken, will der von Michael Dougherty („Krampus“) inszenierte Blockbuster sein Publikum in erster Linie überwältigen.
 
Die Auseinandersetzung zwischen Godzilla und den angriffslustigen Mutos-Kreaturen am Ende des ersten Films verwandelte San Francisco in ein Trümmerfeld und forderte zahlreiche Todesopfer, darunter auch den Sohn des Forscherpaares Emma (Vera Farmiga) und Mark Russell (Kyle Chandler), das damals noch gemeinsam für die geheime Wissenschaftsorganisation „Monarch“ tätig war. Nach dem schweren Verlust kam es jedoch zur Trennung. Während Mark in die Wildnis flüchtete und dort seinen Groll auf Godzilla nährte, ließ sich seine Frau nicht von ihrer Arbeit abbringen und perfektionierte die zusammen mit ihrem Gatten entwickelte „Orca“-Maschine, ein Gerät, das die Kommunikation mit riesenhaften Urzeitgeschöpfen ermöglicht.


Als Emma und die bei ihr lebende Tochter Madison (Millie Bobby Brown) vom Ökoterroristen Jonah Alan (Charles Dance) entführt werden, der mithilfe des „Orca“-Apparates weitere prähistorische Monster freisetzen will, schrillen bei den „Monarch“-Kollegen alle Alarmglocken. Dr. Ishiro Serizawa (Ken Watanabe) und Dr. Vivienne Graham (Sally Hawkins) wenden sich daraufhin an Mark und sind sich – im Gegensatz zu Russell – schon bald sicher, dass ihnen nur Godzilla helfen kann, eine große Katastrophe zu verhindern.

Neues Gleichgewicht

Die Zerstörung der Erde durch Menschenhand, die in der Gesellschaft inzwischen immer ernsthafter debattiert wird, spielt auch im Drehbuch aus der Feder von Dougherty und Zach Shields eine Rolle. Der Untergang – so glaubt der desillusionierte Ex-Soldat Alan – kann bloß dann gestoppt werden, wenn sich die urzeitlichen Giganten erheben und für ein neues Gleichgewicht auf dem Planeten sorgen. Zahlreiche Tote nimmt der er dabei billigend in Kauf, schließlich würden die Verluste einer größeren Sache dienen. Ein irritierender Gedanke, an dem sich die Filmemacher leider eher stichwortartig abarbeiten. Nicht nur bleibt der Antagonist seltsam blass. Auch die ambivalente Rolle Emmas, die in manchen Momenten Mad-Scientist-Anflüge zeigt, lotet „Godzilla II: King of the Monsters“ etwas zu oberflächlich aus. Gerade der Konflikt mit ihrer Tochter böte reichlich Potenzial für starke emotionale Akzente, wird allerdings nicht konsequent genug forciert.

 
02 ©2019 Warner Bros Pictures03 ©2019 Warner Bros Pictures06 ©2019 Warner Bros Pictures07 ©2019 Warner Bros Pictures
 
Wie schon die Vorgänger „Godzilla“ und „Kong: Skull Island“ serviert der dritte Beitrag im MonsterVerse dem Publikum eine einfach gestrickte Geschichte, die oftmals wie der Parcours eines Computerspiels erscheint und den erweckten Kreaturen – Mothra, Rodan und King Ghidorah sind ihre Namen – keine eigenen Persönlichkeiten zugesteht. Überraschend wenig Seele erhält zudem das Titelmonster, das fast ausschließlich als unermüdliche Kampfmaschine in Erscheinung tritt. Umso mehr sticht eine erstaunlich berührende Szene zwischen Godzilla und Dr. Serizawa hervor, in der für einige Augenblicke echte Verbundenheit spürbar ist.
 
Erwartungsgemäß beeindruckend sind einmal mehr die düsteren Katastrophenbilder, das an die japanischen Originale angelehnte Monster-Design und die wuchtige Inszenierung der Actionsequenzen. „Godzilla II: King of the Monsters“ bietet einiges fürs Auge, weiß handwerklich zu überzeugen und gleicht damit seine inhaltliche Schlichtheit, zumindest etwas, aus.
 
Fazit
 
Die Effekte sind spektakulär, manche Kämpfe mitreißend. Erzählerisch verläuft aber vieles in gewohnten, wenig überraschenden Blockbuster-Bahnen.
 
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