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*** Der Sex Pakt ***


 
dsp kritik
 
Autor: Alexander Friedrich
         
Im 1999 erschienenen „American Pie” schließen vier Freunde einen Pakt, am Abend des Abschlussballs endlich ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Die Teenie-Komödie wurde zum absoluten Kult-Phänomen, ist heute jedoch ein Kind einer völlig anderen Zeit.
 
Die „Das ist das Ende”-Schöpfer und Schlüpfrige-Comedy-Spezialisten Evan Goldberg und Seth Rogen verpacken nun genau den gleichen Stoff mit der Komödie „Der Sex Pakt” in die Gegenwart – nur das diesmal drei Schulmädchen ihr erstes Mal beschließen. Obwohl das eigentlich keinen Unterschied machen sollte, spielen die Macher gekonnt mit den Geschlechter-Klischees und setzen sich mit erstaunlich reifen Themen auseinander. So sind es vor allem die Eltern rund um Wrestling-Star John Cena, die den Kampf der Generationen in „Der Sex Pakt” zu einem überraschend selbstreflexiven Erlebnis machen. Die eigentlichen Elemente, die eine Komödie dieser Art jedoch ausmachen sollten, lässt man vermissen, denn Witz und Charme bleiben leider fast gänzlich auf der Strecke.
 
Mädels und ... Jungs
 
Der Highschool-Abschlussball steht an und da die drei Freundinnen Julie (Kathryn Newton), Kayla (Geraldine Viswanathan) und Sam (Gideon Adlon) immer noch Jungfrauen sind, beschließt das Trio, noch am besagten Abend es endlich zu tun und das erste mal Sex zu haben. Dafür suchen die Mädchen sich jeweils extra einen Jungen aus der Schule raus und obwohl Sam eigentlich lesbisch ist, das aber außer ihr keiner weiß und sie unbedingt dazugehören will, bittet sie auch einen Jungen um ein Date. Als die Eltern der drei jedoch Wind vom „Sex Pakt” bekommen, wollen Kaylas stets nervöser Vater Mitchell (John Cena), Julies überfürsorgliche Mutter Lisa (Leslie Mann) und Sams Versager-Vater Hunter (Ike Barinholtz) alles dafür tun, um die Entjungferung ihrer unschuldigen Töchter zu verhindern.
 
 
Wer sich auf eine Komödie aus dem Hause Evan Goldberg und Seth Rogen einlässt, der darf sich immer auf eine ganz bestimmte Sorte von Humor einstellen: Platt, pointiert und stets unter der Gürtellinie. Das klappt manchmal mehr („Beim ersten Mal”) und manchmal weniger gut („Bad Neighbours”). Auch „Der Sex Pakt” bildet da keine Ausnahme und schiebt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Sex, Alkoholeskapaden und Körperflüssigkeiten geht.
 
Debütregisseurin Kay Cannon und das Autorenduo Brain Kehoe und Jim Kehoe verlassen sich dabei ganz auf den aktuellen Zeitgeist und verpacken den bekannten „American Pie”.Plot in ein digitales modernes Gewand. So wird die Absprache über anstehende Sexpläne überwiegend per Smartphone in Emoji-Geheimsprache kommuniziert – wie das heutzutage nun mal so ist und was bei der versuchten Dekodierung durch die Eltern in einer amüsanten Szene mündet. Popkultur spielt ohnehin eine große Rolle im Film. Von „Fast & Furious” bis sogar Ron Howards Thriller „Inferno” werden so beispielsweise einige Filme wenig subtil durch den Kakao gezogen.
 
01 ©2018 Universal Pictures02 ©2018 Universal Pictures03 ©2018 Universal Pictures04 ©2018 Universal Pictures
 
#metoo und pubertärer Humor
 
Das Kontrastprogramm zu den drei Töchtern, die einfach nur nach ihrem Schulabschluss endlich das erste Mal erleben wollen, bildet das Eltern-Trio, welches mit der Situation schlichtweg überfordert scheint. Hier spielt „Der Sex Pakt” gekonnt mit realen generationsübergreifenden Konflikten. Sollten Eltern nicht einfach loslassen können und das Erwachsenwerden ihrer Kinder akzeptieren können? Und wieso ist es etwas völlig anderes, wenn drei Mädchen ihre Unschuld verlieren wollen, während es bei der männlichen Sorte die Eltern deutlich weniger stören würde? Gerade in Zeiten der „Me Too”-Debatte wirft der Film interessante Fragen in den Raum. Leider stellt sich die Komödie jedoch selbst ein Bein, indem die Autoren immer wieder sporadische Witze mit pubertärem Humor einstreuen. Da wird schon mal gerne für ein Trinkspiel Bier in den Allerwertesten abgefüllt (Stichwort: „Arschbier”) oder in einer Autofahrt eine Kotzorgie losgelassen.
 
Das Problem ist, dass die Gags stets von der Stange kommen und selten zünden. Die erwähnte Emoji-Übersetzung gehört da noch zu den Highlights und auch über ein abgedrehtes Nacktspiel, bei welchem auch ein Penis in Großaufnahme nicht ausbleibt, kann man schmunzeln. Ansonsten trauen sich die Autoren jedoch zu wenig, um wirklich zu provozieren oder aus dem zahmen Pointenbrei hervorzustechen. Somit kann „Der Sex Pakt” leider zu wenig aus seinem ambitionierten Plot herausholen, auch da keine der Figuren wirklich Profil und Raum zur Entfaltung bekommt. Wrestlingstar John Cena als neurotischer Vater Mitchell, vermag genauso wenig wie seine Co-Stars Leslie Man („Immer Ärger mit 40”) oder Ike Barinholtz („Suicide Squad”) wirklich hervorzustechen.
 
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Fazit
 
„Der Sex Pakt” ist eine Goldberg/Rogen-Komödie, ganz wie sie im Buche steht. Dem platten Humor fehlt es dabei stark an Substanz, da die mit Pointen gefüllten Dialoge stets in der Luft verpuffen und die wenig originellen Slapstick-Einlagen kaum zünden können. Somit bleibt der Film lediglich reine Geschmackssache.
 
 
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