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*** Pets 2 ***


pets2 kritik

Autor: Walter Hummer
 
Der zweite Film über das Leben unserer Haustiere zeigt zwar wieder mehr Hunde als Katzen in den tragenden Rollen. Der Film selbst wirkt aber, als wäre er eher von Katzen als von Hunden gemacht.
 
„Aber dann ist etwas passiert“
 
Max, der freundliche Terrier, musste in Teil Eins lernen mit einem zweiten Hund im Haushalt zu leben. Zu Beginn dieses Films findet seine Besitzerin einen neuen menschlichen Mitbewohner, was dann zu Nachwuchs im Haushalt führt. In einer der wenigen emotional berührenden Sequenzen dieses Films, erfahren wir, wie der Hund Max dieses schreiende Menschenwesen lieb gewinnt. Doch mit der Liebe stellen sich auch die Sorgen um den kleinen Liam ein. Und mit diesen Sorgen kann Max zunächst gar nicht umgehen …
 
„Illumination Entertainment“ hatte vor einigen Jahren einen Überraschungserfolg mit „Ich – Einfach unverbesserlich“. Es folgten u.a. „Der Lorax“, „Ich – Einfach unverbesserlich 2“, die herrlich schrägen „Minions“ und das ganz nette „Pets“. Die sehr vertraute Handlung von „Sing“ wurde allein von der Musik gerettet. Von „Ich – Einfach unverbesserlich 3“ hätte man mehr erwartet. Und letztes Weihnachten hatten wir den Film „Der Grinch“ bereits kurz vor Silvester wieder vergessen.
 
Auch „Pets 2“ wird nicht viel Eindruck hinterlassen. Der erste Teil war noch ganz nett, wenn auch nichts Besonderes. Die Handlung war weitgehend die von Pixars Klassiker „Toy Story“, nur das wir eben Haustiere statt Spielsachen gezeigt bekamen. Aber bei Teil eins erkannten wir noch die Mühe, die sich die Filmemacher mit ihrem Werk gegeben haben. Wie ein guter Hund wollte dieser Film gefallen. Die witzigen Ideen des ersten Films waren wie das Schwanzwedeln eines Hundes. Sicher nicht originell, aber einfach nett anzusehen.
 

 
Der neue Film wirkt nun eher wie von typischen Hauskatzen produziert. Dieser Film kommt uns nicht schwanzwedelnd entgegen gesprungen. Stattdessen macht der Film was er will. Das ist dann mal dieses, mal jenes, je nachdem wie es den Filmemachern eben einfällt. Dazwischen zeigt der Film auch mal gar nicht viel Regung. Ob uns das passt oder nicht und ob wir etwas damit anfangen können, ist dann unser Problem.
 
Pink Thunder
 
„Pets 2“ hat nicht eine Handlung, sondern drei Handlungen. Die haben nicht nur nichts miteinander zu tun. Diese drei Handlungsstränge sind in ihrem Grundton so unterschiedlich, man meint drei verschiedene Kurzfilme zu sehen. Wenn die Regisseure Chris Renaud („Der Lorax“) und Jonathan del Val wahllos zwischen diesen Handlungssträngen hin und her springen, betont das nicht nur deren Unterschiedlichkeit. Es erinnert auch wieder an das Verhalten feliner Haustiere, die in einem Moment schnurrend auf dem Schoß ihres Besitzers liegen, um im nächsten kreuz und quer durch die Wohnung zu hetzen um dann wiederum in aller Ruhe ganz langsam die Polstermöbel zu ruinieren.
 
Dabei hätten diese drei Handlungsstränge Potential. Speziell die Geschichte rund um Hundedame Gidget, die eine Rettungsmission in einer Wohnung voller Katzen zu erledigen hat, ist für einige Lacher gut. Allerdings vermitteln einige Szenen eine so bizarr bedrohliche Stimmung, dass sie kaum für kleinere Kinder geeignet sind. Die Geschichte von Max und wie er mit seinen Sorgen und Ängsten umzugehen lernt, hätte einen netten eigenständigen Film abgeben können, wenn sich Drehbuchautor Brian Lynch sehr viel mehr Mühe gegeben hätte.
 
Die Story, in der Häschen Snowball und seine neuen Freundin Daisy mitten in New York City einen Tiger befreien und von einem Rudel Wölfe gejagt werden, ist kompletter Schwachsinn. Klar, das Häschen, das sich für einen Superhelden hält, liefert ein paar Lacher. Aber spätestens wenn ein Rudel Wölfe durch den Central Park jagt und keiner der acht Millionen Menschen in der Stadt darauf irgendwie reagiert, ist diese Handlung selbst für einen Animationsfilm zu dumm. Der waffenschwingende Bösewicht, der sich kleidet wie die böse Hexe des Westens, zeigt deutlich wie wenig eigene Ideen die Macher in diesem Film umgesetzt haben.
 
02 ©2019 Universal Pictures03 ©2019 Universal Pictures05 ©2019 Universal Pictures06 ©2019 Universal Pictures
 
Wenn am Ende diese drei Handlungen auf unglaubwürdige Art zusammengeführt werden, kann das nur jemand gut finden, der sich auch darüber begeistert wenn seine Katze einmal einen Tag lang nicht in seine Schuhe kackt. Das Finale fällt dann auch für kleinere Kinder wieder zu gewalttätig aus. Man kann einen Bösewicht in einem Kinderfilm schon mal mit dem Auto überfahren. Aber ihn zweimal hintereinander absichtlich mit dem Auto zu überfahren, erinnert an Katzen die einen Vogel quälen den sie gar nicht essen wollen.
 
„Sie ist so sicher, sie schreibt sogar mit Tinte“
 
Der Film ist natürlich nicht ganz misslungen. Die Animation lag bei „Illumination Entertainment“ noch nie auf dem Niveau von Disney oder Pixar. Aber das erwartet auch niemand. Die Figuren sind zum großen Teil nett gezeichnet, die Hintergründe funktionieren und einige Szenen wie etwa ein Frühlingstag in New York vermitteln eine nette Stimmung. Eine Nebenfigur namens Rooster wird in der Originalfassung von Harrison Ford gesprochen und ist für einen netten Lacher gut. Aber gerade mit dieser Figur hätte man sich auch viel mehr Mühe geben müssen.
 
Es sind immer und immer wieder das nachlässig geschriebene Drehbuch und die wahllose Regie, die diesen Film nie über Mittelmaß hinauswachsen lassen. Drehbuchautor Lynch hat entweder keine Ahnung von Hunden oder kein Interesse an ihnen. Ständig erhalten die Hunde Informationen, weil sie Gespräche der Menschen hören. Sie nehmen aber keine einzige Information mit der Nase auf. In einer Szene können weder Max noch Duke riechen, dass sich andere Tiere in ihrer Wohnung aufhalten, obwohl eines dieser Tiere ein Tiger ist. Selbst ich könnte einen Tiger in meiner Wohnung riechen. Jeder Mensch könnte das. Jeder echte Hund würde bereits im Hausflur ausrasten.
 
Der ganze Film wirkt sehr nachlässig gemacht. An einer wichtigen Stelle arbeiten die Filmemacher aber extrem manipulativ. Wenn jemand nach einem enttäuschenden Film über Haustiere und Kinder zum Abspann süße youtube-Videos von Haustieren und Kindern zeigt, um den unbedarften Kinogänger mit einem Lächeln zu entlassen, ist das einfach ein mieser Trick. Das erinnert dann wieder an die Katze, die sich zur Essenszeit schnurrend an ihrem Besitzer reibt, nachdem sie ihn den ganzen Tag in der eigenen Wohnung gemieden hat.
 
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Fazit
 
Katzen ist es egal, ob das was sie anstellen den Menschen gefällt. Und den Machern von "Pets 2" scheint es anscheinend egal gewesen zu sein, ob diese uninspirierte Fortsetzung dem Publikum gefällt.
 
 
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