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*** Die Farbe des Horizonts ***


 
dfdh kritik
 
Autor: Christopher Diekhaus
         
In seinem auf Tatsachen beruhenden Spielfilm „Die Farbe des Horizonts“ kombiniert Baltasar Kormákur („Der Eid“) ein Überlebensdrama auf hoher See mit einer süßlichen Love Story.
 
Knistern auf den ersten Blick
 
Interessant, wie unterschiedlich man einen Film mit einer Titelwahl doch positionieren kann. Während Kormákurs neueste Regiearbeit in den USA als „Adrift“ in die Kinos kam, was nüchtern, aber unmissverständlich auf die Seenotlage der Protagonisten abhebt, hat sich der deutsche Verleih für eine blumige Beschreibung entschieden und stellt damit die romantischen Elemente der Geschichte in den Vordergrund. „Die Farbe des Horizonts“ versucht, beiden Handlungsteilen gerecht zu werden, wirkt stellenweise aber etwas unausgereift und bringt sich dadurch letztlich um eine stärkere Ausdruckskraft.
 
Im Mittelpunkt des Geschehens, das lose auf dem Erlebnisbericht „Red Sky in Mourning: A True Story of Love, Loss, and Survival at Sea“ basiert, stehen die abenteuerlustige Kalifornierin Tami Oldham (Shailene Woodley) und der britische Segler Richard Sharp (Sam Claflin), die sich im Jahr 1983 auf Tahiti kennen lernen. Schon bei ihrer ersten Begegnung liegt ein Knistern in der Luft, das schließlich in eine leidenschaftliche Beziehung mündet.
 
 
Eines Tages erhält Richard von Bekannten das Angebot, eine Luxusjacht von der Pazifikinsel nach San Diego zu überführen, und möchte die Reise unbedingt mit seiner neuen Freundin antreten. Tami zögert anfangs, lässt sich dann aber doch umstimmen. Mitten auf dem Meer werden die beiden allerdings von einem verheerenden Hurrikan überrascht, der ihr Boot in Mitleidenschaft zieht. Als Tami nach dem Unglück aus der Ohnmacht erwacht, muss sie nicht nur die gewaltigen Schäden an ihrem Boot verdauen, sondern auch noch um ihren Partner bangen, der schwer verletzt im Wasser treibt.
 
Ständiges Wechselspiel
 
Anders als J. C. Chandors Hochseedrama „All Is Lost“, das sich einzig und allein auf das Dilemma eines von Robert Redford verkörperten Seglers konzentriert, führt „Die Farbe des Horizonts“ dem Publikum grundverschiedene Gemütszustände vor Augen. Immer wieder springt der Film zurück, um die Annäherung der beiden Weltenbummler und ihren gemeinsamen Aufbruch zu zeigen. Episoden, die vor Glück und Abenteuerlust nur so strotzen und mehr als einmal die Grenze zum Kitsch überschreiten. Dass die mitunter schwülstigen Ergüsse auf Dialogebene und die sonnendurchflutete Postkartenästhetik nicht zu sehr stören, liegt vor allem am gelungenen Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller.
 
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Recht überzeugend und noch dazu sympathisch charmant bringen Shailene Woodley und Sam Claflin die gegenseitige Anziehung ihrer Figuren zum Klingen. Beeindruckend ist auch die Performance der US-Schauspielerin in den Schiffbruchpassagen, während ihr Kollege hier aufgrund von Richards Verletzung eine passive Rolle einnimmt. Im Gegensatz zu vielen anderen Survival-Geschichten, die von Männern in dramatischen Notlagen handeln, darf hier eine Frau im Angesicht der Katastrophe über sich hinauswachsen.
 
Ein gegen Ende enthüllter Twist schmälert Tamis Einsatz und ihre Unbeugsamkeit nicht, bringt aber dennoch einen etwas faden Beigeschmack mit sich und ist mindestens diskussionswürdig. Die Sequenzen auf dem offenen Meer inszeniert Kormákur, der schon in „The Deep“ und „Everest“ reale Katastrophen rekonstruierte, zumeist mit sicherer Hand, wobei vor allem der packende, in einer fließenden Einstellung gedrehte Auftakt in Erinnerung bleibt.
 
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Gleich zu Beginn wird der Zuschauer Zeuge, wie die orientierungslose Tami kurz nach der Havarie zu sich kommt, den verwüsteten Schiffsbauch durchquert, an Deck klettert und dort entsetzt das ganze Ausmaß der Zerstörung begutachtet, während sich die Kamera langsam hebt und immer weiter entfernt, bis die Verlorenheit der jungen Frau mitten im Pazifik schmerzhaft deutlich wird. Trotz derart mitreißender Momente erreicht „Die Farbe des Horizonts“ unter dem Strich nicht die Intensität von „All Is Lost“, was auch und besonders mit den manchmal bremsend wirkenden Erzählsprüngen zusammenhängt.
 
Fazit
 
Gut gespielte Mischung aus Survival-Drama und Südseeromanze, die sich durch die Wechsel im Ton und auf Handlungsebene aber des Öfteren in ihrer Wucht beschneidet.
 
 
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