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*** Asphaltgorillas ***


 
agorillas kritik
 
Autor: Tom von der Isar
         
Leg dich nicht mit dem falschen Silberrücken an! Was ein echter Asphaltgorilla fürs Big Business braucht? Knarren, Frauen, schnelle Autos und natürlich ein Haufen Kohle! Dumm nur, wenn es sich dabei um Falschgeld handelt und man sich zu allem Übel mit dem falschen Silberrücken anlegt. Es wird echt krass bei den „Asphaltgorillas“, dem neuen Ganoven Streifen von Detlev Buck.
 
Das Chaos regiert
 
Niemand würde glauben, dass es in unserem Land so zugeht. Doch mit genau diesem Gedanken wird der Zuschauer am Ende des Films zurück gelassen: Vielleicht ist es ja so? Man fragt sich auch, wie die ganzen Akteure so lange an Ihren Taten fest halten und immer so weiter machen können. Jedem der Charaktere geht es nur um die eigene Sicht der Dinge, die eigenen Süchte und Sehnsüchte, so wie im wahren Leben eben. Zu der Ichbezogenheit kommt jedoch noch eine Portion Gewalt dazu und es endet in der ein oder anderen Schiesserei. Um es mit den treffenden Worten von Jannis Niewöhner zu sagen “…es führt zu einem riesigen, schönen Chaos.”
 
Es gibt noch mehr Fragen, die uns Buck stellt, der das Drehbuch zusammen mit Constantin Lieb und Cüneyt Kaya geschrieben hat. Was macht einen OG, einen echten Gangster, aus? Wer ist hier böse und wann? Oder ist es eher so, dass jeder nur seinem Weg folgt, der sich aber leider immer wieder mit den falschen Leuten kreuzt? Ganz nach dem Ausspruch: “Manchmal trifft man sich im Leben wieder. Manchmal ist es gut… manchmal ist es schlecht.”
 
 
Detlev Buck mag Filme mehr als Serien, denn hier erfährt man schneller wohin es geht
 
Zuletzt hat es nur Breaking Bad geschafft, Verbrecher so schön echt, brutal und trotzdem etwas dämlich darzustellen. Genau das machen die Autoren Buck, Kaya und Lieb mit den Figuren in diesem Film, der einfach nicht enden mag. Ganz so wie in einer guten Serie, bei der man sich Haare raufend immer wieder fragt, wie lange kann das so weitergehen? Diese Antwort ist leicht.
 
Da gibt es zum Beispiel eine Szene mit einem heftigen Faustkampf zwischen Atris (Samuel Schneider) und dem Bodyguard Omar (Stipe Erceg), der sich wie ein Tanz unter brünstigen Männern anfühlt. Irgendwie ist es ein ungleicher Kampf für beide Seiten und trotzdem will keiner nachgeben. Das Ende ist für die Gangster nur ein Ende mit Schrecken. Es geht eher darum, wie man damit umgeht und welche Lehre man für sich daraus zieht.
 
So bunt wie der Drehort Berlin - Der Cast haut rein
 
Samuel Schneider spielt sich selbst gegen die Wand. Man merkt die Freude und auch seine Erfahrung von den großen Berliner Bühnen. Trotz all dieser heftigen Konflikte, treibt er die Hauptfigur des Atris voran und pumpt ihn mit so viel Leben auf. Ella Rumpf macht ebenfalls alles richtig. Sie spielt eine Streunerin namens Marie, die Atris schlagartig aus seinem Trott holt. Sie ist sehr zurückhaltend und genau darum möchte man immer mehr von ihr sehen. Aber auch in ihr steckt das Chaos: "In einem Mann steckt ein Teufel, in einer Frau 99.“
 
01 ©2018 Constantin Film02 ©2018 Constantin Film03 ©2018 Constantin Film04 ©2018 Constantin Film
 
Nachdem er sonst meist nur den glatten Helden spielen darf, sehen wir Jannis Niewöhner diesmal in nie geahnter Verlorenheit. Den Looser Frank spielt er grandios. Wahrscheinlich ist es deshalb auch so schön ihn leiden zu sehen. Er will es einfach nicht wahrhaben und überzeugt die Anderen zumindest eine Weile lang, dass man so weiter machen kann.
 
Auch der Rest der Besetzung ist so explosiv, wie die Handlung selbst. Kida Khodr Ramadan spielt den Silberrücken der Asphaltgorillas, den Gangsterboss El Keitar, mit mal mehr und mal weniger Durchblick. Stefanie Giesinger überzeugt als Oxana. Die russische Freundin von Frank wirkt zuerst wie das typische Blondchen und wird dann immer mehr zur einzigen Konstanten in seinem Leben. Oktay Özdemir spielt den leicht trotteligen Buddy von Atris und ausserdem sind die deutschen Rap Größen SSIO, SXTN und Capital Bra zu sehen.
 
Zeitbombe Film
 
Wie man auf so eine Idee kommt? Orientiert haben sich die Macher an keinem geringeren als Ferdinand von Schirach, der 2009 mit seinem ersten Buch innerhalb kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands wird. Die Story des Filmes beruht auf seiner Kurzgeschichte “Der Schlüssel”. Für die Produktion zeichnet sich Viola Jäger aus, die mit diesem außergewöhnlichen Stoff nicht nur Mut bewies, sondern auch Rock’n'Roll im Blut brauchte. Nachdem sie von Detlev Buck auf der Berlinale das Drehbuch bekam, fingen sie nach einem Jahr Planung bereits mit dem Dreh an. Nicht gerade viel Zeit für einen großen Kinofilm, aber „so eine Herausforderung kriegst du nicht oft. Buck ist eher so ein 'BÄM ich will drehen’ Typ.
 
"Das Physische war hier ganz wichtig. Dieses Motiv der brennenden Zündschnur, es muss immer weiter tickeln, in jeder Szene.” Das klingt nicht nach 'Bibi & Tina – der Film', jenes Genre was Buck zuletzt gemacht hat.
 
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Ja, Detlev Buck hat sich mit großer Neugier an ein für ihn neues Genre gewagt. Das merkt man aber keineswegs. Hier passt einfach alles, vom Kostüm über die Farbgestaltung bis hin zum den Martial-Arts Aufnahmen. Chaos herrscht in dieser Gangsterkomödie aber weiterhin, zum Beispiel im Soundtrack. Hier hat sich Pierre Baigorry ausgetobt und liefert ein kreatives Durcheinander mit ansprechendem Genremix, der stets zur Szene passt. Manchmal schnell und treibend, manchmal der Versuch beruhigend zu wirken, genau das was die Geschichte und Figuren eben grad so versuchen zu tun.
 
Ein Fazit: Wie die Faust aufs Auge!
 
Ein Film so divers, wie die Stadt Berlin. Mit samt seinem verrückten Stilmix irgendwo zwischen Coen-Brothers und Figuren aus Quentin Tarantino Geschichten. Genau so herrlich selbstironisch nimmt sich dieser genial skurrile Film auf ganzer Strecke. Es macht einfach Spaß zu zusehen.
 
Der Film ist aber nicht nur eine Liebeserklärung an Berlin, sondern auch an alle Chaos Kinder da draussen und genau die werden ihn lieben. So risikofreudig wünschen sich doch alle immer den deutschen Film, hier ist er. Es gab wohl selten eine so einfache, wie treffende Filmbeschreibung und Zusammenfassung, die alles und nichts verrät: “Es gibt einen Hund, es gibt einen Schlüssel, es gibt zwei Liebespaare und es gibt Gangster. Alle verstricken sich ineinander und es führt zu einem riesigen, schönen Chaos.”
 
 
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