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***Seitenwechsel***

sw kritik
 
Autor: Tobias Sasse
 
Hochkarätig mit Wotan Wilke Möhring, Mina Tander und Axel Stein besetzt, präsentiert uns Vivian Naefe („Der Geschmack von Apfelkernen“) ihre Komödie „Seitenwechsel“, bei dem das in die Krise geratene Ehepaar Paschke durch einen mysteriösen Zwischenfall die Körper tauscht.
 
Teresa (Mina Tander) und Alex Paschke (Wotan Wilke Möhring) stehen kurz vor dem Ehe-Aus. Wie durch ein Wunder tauschen sie ungewollt die Körper und müssen nun mit dem Leben des anderen zurechtkommen. Das ist natürlich das Chaos vorprogrammiert…Sie ist ein Klassiker unter den Filmgattungen und erfreut sich (anscheinend) bis heute großer Beliebtheit: Die Bodyswitch-Komödie.
 
Das Prinzip ist schnell erklärt und oft erprobt: Durch irgendein eigenartiges Vorkommnis tauschen zwei Individuen die Körper. Da das allerdings von außen nicht zu sehen ist (oder auch nicht rauskommen darf), müssen diese Individuen nun auch so tun, als seien sie wirklich der Andere, was natürlich allerlei herrlich skurrile Situationen schafft. Zwar sind diese Individuen in „Seitenwechsel“ sogar Ehepartner, dennoch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Teresa (Mina Tander) ist Psychotherapeutin, die einen Ordnungstick hat und Überraschungen hasst und Alex (Wotan Wilke Möhring) ist Fußballtrainer, als Vater eher Laissez-faire und durchaus impulsiv. Was sie allerdings gemeinsam haben: Sie halten nichts vom Beruf des Anderen und da wundert es nicht, dass ihre Ehe kurz vor dem Aus steht.
 
 
Frau sein will gelernt sein...
 
Nichtsdestotrotz müssen nun beide zum Schein eben jenen Hassberuf ausführen, was wirklich zu einigen schönen Lachern führt. Natürlich ist das Ganze überzeichnet, aber die „correctness“ darf hier getrost der Unterhaltung zum Opfer fallen. Tut nicht weh. Der weiterführende Sinn dieses Körpertauschs findet sich in der Empathie: Die Figuren lernen mehr oder weniger am fremden, eigenen Leib, wie sich der Alltag und das Leben des anderen anfühlt. Man beginnt wirklich zu verstehen, mit was sich der Andere alles rumschlagen muss, was das Verständnis für den anderen erhöht. Auch dieser Aspekt geht hier dankenswerterweise nicht flöten, sondern wird besonders am Thema „Sexualität“ großartig dargestellt.
 
Eine „Bodyswitch“-Komödie ist immer eine Herausforderung für die Schauspieler, da sie ja zwei Rollen zu spielen haben, bei der eine oftmals auch noch eine ganz unvertraute ist, die wiederum versucht, die vertraute Rolle nach zu ahmen.
 
Tander macht das fantastisch! Man glaubt ihr alle 2 ½ Rollen und es ist wirklich augenscheinlich, wie sie ihren Kollegen Möhring beobachtet hat, um, „Alex“ genau so darzustellen. Denn da lernt sie auch vom Besten! Das kann er gut. Leider entgleitet seine Version der „Teresa“ nicht ins weibliche, sondern ins tuntige mit Halstuch, hoher Stimme und übertriebenen Bewegungen.
 
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Ich habe persönlich, noch nie eine Frau getroffen, die sich tuntig verhält und man ist gewillt zu fragen, woher diese Figurenführung oder Rolleninterpretation kommt. Das ist schon etwas schwer verzeihlich.
 
Neben unseren Hauptfiguren spielen unter anderem noch Anna Maria Mühe, Friederike Kempter, Ruby O. Fee, Axel Stein, Frederick Lau und Jimi Blue Ochsenknecht, die wirklich alle großartig und toll zum Anschauen sind. Dieser Cast lohnt sich!
 
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Fazit
 
Da man das Prinzip der „Bodyswitch“-Komödien allmählich verstanden hat, darf man keine großen Überraschungen erwarten, aber das muss auch gar nicht sein! Der Film unterhält wunderbar, zeigt großartige, talentierte Darsteller, hat genau die richtige Emotionalität und macht einfach Freude!
 
 
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