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*** 47 Meters Down: Uncaged ***


ouatih kritik

Autor: Christopher Diekhaus
 
Und der Haifisch, der hat Zähne... Nach seinem an den Kinokassen recht erfolgreichen Unterwasserschocker „47 Meters Down“ aus dem Jahr 2017 schiebt Johannes Roberts nun eine Fortsetzung nach, die nur noch über den Titel und einen Großteil der Crew mit dem ersten Film verbunden ist.
 
Höhlenkoller
 
Einen wirkungsvollen Survival-Thriller, in dem Tiere Jagd auf Menschen machen, präsentierte erst vor kurzem der französische Horrorexperte Alexandra Aja. Die Alligatorenangriffe in „Crawl“ sind spannend inszeniert und reißen den Betrachter mit, auch wenn Geschichte und Figuren – wie es im Subgenre üblich ist – nur bedingt originell ausfallen.
 
Soliden Nervenkitzel produzierte zwei Jahre zuvor auch Regiekollege Johannes Roberts in seinem räumlich stark begrenzten Haifisch-Reißer „47 Meters Down“, der ein Vielfaches seiner geringen Produktionskosten einspielte und daher lauthals nach einer Fortsetzung schrie. Das nun startende Sequel spinnt allerdings nichts Bekanntes weiter, sondern handelt von gänzlich neuen Charakteren. Unübersehbar ist der Titel ein Marketingwerkzeug, um Fans des ersten Teils auch dieses Mal ins Kino zu locken.
 

 
An den Kragen geht es in „47 Meters Down: Uncaged“ den Stiefschwestern Mia (Sophie Nélisse) und Sasha (Corinne Foxx, Tochter von Jamie Foxx), die es mit ihren Eltern nach Mexiko verschlagen hat. Da sich die beiden Mädels wenig zu sagen haben, sollen sie gemeinsam einen Ausflug machen und sich endlich etwas annähern.
 
Sasha lässt allerdings die eigentlich geplante Aktivität für eine Höhlentauchgang sausen, den ihre Freundinnen Nicole (Sistine Rose Stallone, Tochter von Sylvester Stallone) und Alexa (Brianne Tju) euphorisch anpreisen. Die wenig begeisterte Mia muss sich widerwillig fügen und gibt sich einen Ruck, als sie in einer traumhaft gelegenen Lagune ankommen.
 
Da dort bereits das nötige Equipment bereitliegt (das Skript liefert hierfür eine eher fade Erklärung), können die vier jungen Frauen ihre Erkundungstour sofort starten. In der labyrinthischen Unterwassergrotte, die eine versunkene Maya-Stadt beherbergt, warten allerdings blinde Haie, die die Jagd im Dunkeln perfektioniert haben.
 
01 ©2019 Concorde Film02 ©2019 Concorde Film03 ©2019 Concorde Film04 ©2019 Concorde Film
 
Schwarze Leinwand
 
Dass man vom Drehbuch nicht viel erwarten darf, beweist schon die halbherzige Einführung der Protagonistinnen. Der Konflikt, den Roberts und Koautor Ernest Riera zwischen der eher uncoolen Mia und der genervten Sasha in den Anfangsminuten etablieren, ist nichts als heiße Luft. Sobald die Jugendlichen ihren Höhlenstreifzug beginnen, spielen die anfänglichen Spannungen keine Rolle mehr, weshalb man sie gleich hätte streichen können. Gerade in einem Tierhorrorstreifen muss eine eher oberflächliche Figurenzeichnung – siehe „Crawl“ – jedoch kein Beinbruch sein. Eindringliche Darbietungen und eine temporeiche, präzise Inszenierung reichen aus, um den Zuschauer zu fesseln. Leider kann „47 Meters Down: Uncaged“ damit nicht wirklich dienen.
 
Auch wenn das unübersichtliche Höhlensystem an sich schon etwas unheimlich erscheint, geht der Puls selten nach oben. Schuld daran sind nicht nur die zwar soliden, aber doch arg routinierten, nach klassischem Horrormuster ablaufenden Schockeffekte. Wenig förderlich ist auch die Tatsache, dass die Leinwand des Öfteren fast in völliger Dunkelheit versinkt. Was genau passiert und wer mit wem interagiert, lässt sich häufig nur erahnen.
 
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Mit der Konsequenz, dass die Spannung immer wieder absackt. Der Film nutzt sein durchaus reizvolles Setting nicht umsichtig genug aus. Und der losgetretene Kampf ums Überleben bleibt trotz schaurig-mutierter Haifische zu konventionell und vorhersehbar, um den Betrachter nachhaltig zu erschüttern. Ins Bild passt da auch das künstlich aufgeblasene Finale, das mit einigen unsauberen Schnitten verärgert und vor einer angedeuteten fiesen Schlusspointe zurückschreckt. Die Chance, ein dickes Ausrufezeichen zu setzen, lassen die Macher einfach so verstreichen.
 
Fazit
 
Durch und durch generischer Raubfischschocker, der vor allem deshalb nicht an den Nerven kitzelt, weil man das Geschehen in manchen Passagen allenfalls erahnen kann.
 
 
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