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*** Die Unglaublichen 2 ***


 
ddu2 kritik
 
Autor: Walter Hummer
    
Sie sind zurück! Nach fast 14 Jahren kehrt die Familie von Superhelden endlich auf die Leinwand zurück. Und alle fragen sich: Wird die Fortsetzung genauso unglaublich werden wie Teil 1? Oder vielleicht noch unglaublicher?
 
„Sollen wir die Rettung der Welt den Männern überlassen?“
 
Teil 2 beginnt exakt wo Teil 1 aufhört. Die ganze Familie Parr verfolgt gemeinsam den Tunnelgräber. Leider geht dabei so viel zu Bruch, dass die Superhelden gleich wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Da wenden sich die schwerreichen Industriellen-Geschwister Deavor an Lucius und das Ehepaar Parr. Mit einem großangelegten PR-Programm wollen die Deavors die öffentliche Meinung zugunsten der Superhelden beeinflussen. Die Deavors haben persönliche Gründe, den Superhelden zu ihrem Recht zu verhelfen …
 
Pixar ist anders als andere Filmstudios. Nicht nur ist jeder Film aus dieser Ideenschmiede originell und aufwendig gestaltet. Auch ihre Fortsetzungen gehen immer einen etwas anderen Weg. Wenn andere Studios uns regelmäßig Fortsetzungen präsentieren, die einfach nur neue Versionen vorangegangener Filme sind, sucht Pixar immer einen neuen Ansatz. In den Fortsetzungen zu „Cars“ oder „Findet Nemo“ wurden die Nebenfiguren der ersten Teile auf abenteuerliche Reisen geschickt und so zu den Hauptfiguren gemacht. Und so verschiebt sich auch im neuesten Film der Fokus vom Vater auf die Mutter. Weil Mr. Incredibles Methoden zu oft für Kollateralschäden sorgen, soll nun Elastigirl (warum eigentlich nicht Elastiwoman? Die Dame ist ja immerhin verheiratet und hat Kinder) das Aushängeschild für die Superhelden-PR-Aktion werden. Und während Helen Parr alleine auf Dienstreise geht, muss der Vater daheim bei den Kindern bleiben.
 
 
In einer Reihe herrlich komischer Szenen muss Bob seinem Sohn Dash bei den Hausaufgaben helfen („Warum ändern die Mathe? Mathe ist Mathe!“), seiner unglücklichen Tochter in ihrem Liebeskummer beistehen und vor allem auf das Baby aufpassen. Wir erinnern uns; wir haben im ersten Teil erfahren, welche Kräfte der kleine Jack-Jack hat. Die Eltern wissen davon am Anfang dieses Films aber noch nichts. Jeder weiß, wie anstrengend schon ein gewöhnliches Baby sein kann. Der gute Bob muss nun erfahren, dass sein Baby sich unter anderem spontan selbst entzünden und in andere Dimensionen verschwinden kann. Verständlich, wenn Papa nicht viel Schlaf bekommt.
 
Mit dem Publikum mitwachsen
 
Kein Filmstudio steht so gut in Kontakt zum eigenen Publikum wie Pixar. Im ersten Teil von „Toy Story“ hat der kleine Andy noch ständig mit seinen Spielsachen gespielt. 15 Jahre später, in Teil 3“ ging Andy aufs College und hatte keine Verwendung mehr für seine Freunde aus Plastik. Und auch wenn in der Welt der Familie Parr seit Teil 1 keine Zeit vergangen ist und Violett immer noch ein Teenager ist, hat Pixar wieder mal klug erkannt, dass auf diesen Film vor allem Leute warten, die 2004 noch Schulkinder waren und die nun junge Erwachsene sind. Daher ist der ganze Film auch deutlich erwachsener als sein Vorgänger.
 
Violetts Schwärmerei für einen Mitschüler ist nicht mehr bloß für zwei oder drei Gags gut. Ihr Schmerz und die Hilflosigkeit des Vaters im Umgang damit sind ein wesentlicher Bestandteil der Handlung.
 
Einige der Kinder die den ersten Teil im Kino gesehen haben, sind mittlerweile sicher selbst Eltern. Und so witzig die Szenen mit dem überforderten Mr. Incredible auch sind, so vermittelt es doch eine tiefe Einsicht, wenn ein Vater zugeben muss, dass er alleine an dieser Aufgabe scheitern würde. Und wieder ist es die großartige Edna Mode, die es auf den Punkt bringt: „Wenn man es richtig macht, ist Elternschaft eine heroische Leistung. Wenn man es richtig macht …“
 
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„Wir müssen die Wahrnehmung der Menschen verändern …“
 
Pixar-Filme sind immer voll origineller Ideen und Konzepte. Wo andere Filme eine brauchbare Idee auf zwei Stunden Laufzeit auswalzen, muss man jeden Film an dessen Anfang die Lampe aufs „I“ hüpft mehrmals sehen, um ihn richtig würdigen zu können.
 
Die Actionsequenzen gehören zum Besten, was wir in dieser Art in letzter Zeit im Kino gesehen haben. Nicht nur die Macher der letzten Marvel-Filme sollten sich diesen Film dringend als Vorbild nehmen und endlich aufhören, uns zwei Stunden fast ununterbrochen mit Kampfszenen zu bombardieren, die keinerlei Bezug zu den Naturgesetzen mehr haben. Hier sehen wir grandios inszenierte Action. Trotz der enormen Geschwindigkeit und des fantastischen Settings, spürt man immer noch die Physik, die hinter allen Bewegungen steckt. So sehen wir in der Sequenz in der Mutter Helen einen führerlosen Zug aufzuhalten versucht, wie sie ihre Kräfte sinnvoll mit der Technik ihres Spezialfahrzeugs verbindet. Wir spüren aber immer auch die Bedrohung, die von der Masse und der Kraft des Zuges ausgeht. Zwischen diesen hervorragend gemachten Actionszenen bietet man uns aber immer wieder jede Menge Witz, Drama und sogar ein bisschen Gesellschaftskritik, sodass am Ende eine herrlich ausgewogene Mischung entsteht.
 
Der Look des Films ist wieder genial. Viele witzige kleine Einfälle schaffen eine ganze fantastische Welt. Ein Wolkenkratzer hebt sich von dem Rest der Skyline ab, indem er über die Wolken hinausragt. Ein hochtechnisiertes Designer-Eigenheim wird zum Alptraum, wenn man die falschen Knöpfe drückt. Eine Luxusjacht ist ein halbes U-Boot und dann doch wieder ein gigantisches Schnellboot. Ein Kampf in einer Art Faraday’schen Käfig hinterlässt eines der stärksten Bilder des Films. Eine neue Gruppe ganz unterschiedlicher Superhelden trägt mit ganz unterschiedlichen Kräften zu der großartigen Mischung aus überraschenden Gags und fantastischer Action bei, die diesen Film wieder ganz besonders macht.
 
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Ein oder zwei klein Wermutstropfen müssen die Fans aber schlucken: Dash liefert zwar in der ersten Hälfte des Films einige großartige Gags. Ansonsten haben die Drehbuchautoren ihn aber ein bißchen links liegen lassen. Er ist eben das mittlere Kind und bekommt daher am wenigsten Aufmerksamkeit. Und auch wenn man als Filmemacher den Fans nicht immer genau das geben soll, wonach sie verlangen, so muss doch jedem klar sein, dass das Publikum auf „die höchste Gewalt“ aus Teil 1 gewartet hat.
 
WICHTIGER HINWEIS: Wer zu spät kommt, den bestraft nicht nur das Leben, sondern er verpasst auch den besten und erwachsensten Pixar-Vorfilm der letzten Jahre.
 
Fazit
 
Der neue Film rund um die Superheldenfamilie Parr bietet fast alles, worauf wir fast 14 Jahre gewartet haben und noch einiges mehr. In mancher Hinsicht ist er dem ersten Teil sogar überlegen. Auf jeden Fall ist dieser Film erwachsener als sein Vorgänger.
 
 
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