***Kritik: Kingsman***

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***Kritik: Kingsman***


kman kritik
 
Autor: Alexander Friedrich
 
Kick-Ass Regisseur Matthew Vaughn belebt den britischen Agentenfilm neu – mit großartigen Schauspielern und vor allem unverwechselbarer Härte sowie toll getimtem Humor – ein großer Spaß.
 
Harry Hart (Colin Firth) ist britischer Geheimagent des sogenannten Kingsman Secret Service. Das Unternehmen ist derart geheim, dass es unter der Leitung von Arthur (Michael Caine) und Merlin (Mark Strong) hinter der Fassade eines Londoner Herrenausstatter-Ladens versteckt wird. Die feinen Anzüge der Marke Kingsman gehören natürlich trotzdem zur Bekleidung jedes Agenten.
 
Als einer dieser bei einem Einsatz in den 90ern in Argentinien stirbt, sieht sich Harry in der Pflicht, sich um dessen Sohn Garry „Eggsy“ Unwin zu kümmern und gibt dem kleinen Jungen ein Abzeichen mit einer Telefonnummer. Jahre später ist Eggsy (Taron Egerton) ein junger Erwachsener, der bei seiner Mutter mit einem miserablen Stiefvater in einer heruntergekommenen Wohnung in London lebt und immer wieder durch kriminelle Vergehen auffällt.
 
Als mal wieder eine Haftsrafe droht, wählt Eggsy verzweifelt die Nummer und wird prompt von Harry aus der misslichen Lage befreit. Da der stets elegant gekleidete Gentleman mit bemerkenswerter Kampfakrobatik großes Potenzial in Eggsy erkennt, bildet er ihn fortan zu einem Kingsman aus.
 
 
Kingsman basiert auf dem Comic "The Secret Service" von Mark Millar und Dave Gibbons. Nach Kick Ass lässt es sich Mathew Vaughn (auch bekannt für X-Men: Erste Entscheidung) abermals nicht nehmen, eine allgemein eher unbekannte Graphic Novel auf die Leinwand zu bringen und erneut wird jeder Skeptiker eines besseren belehrt, da Vaughn wieder seiner Kreativität freien Lauf lässt und sich nicht nach Massentauglichkeit, Altersfreigaben ab 12 Jahren oder strikten Story-Klischees richtet.
 
Kingsman erfrischt geradezu das etwas angegraute Action-Kino, vor allem die Koketterie mit dem durch James Bond geprägten Agententhriller der 70er begeistert. Immer wieder zitieren Vaughn und Co-Autorin Jane Goldman speziell die Roger Moore Bonds und vergleichbare Filme, mal mit großem Respekt, mal mit herrlicher Satire.

01 ©2015 Twentieth Century Fox02 ©2015 Twentieth Century Fox03 ©2015 Twentieth Century Fox04 ©2015 Twentieth Century Fox
 
Am deutlichsten wird das mit dem von Samuel L. Jackson sehr amüsant verkörperten Superbösewicht Richmond Valentine, der wie die Antagonisten aus Der Spion der mich liebte oder Moonraker schlicht größenwahnsinnig ist und einen völlig absurden Plan hat, um die ganze Menschheit zu vernichten.
 
Diesen wirklich unglaublich abgedrehten Plan wollen wir lieber noch nicht verraten aber wenn es zum Finale des Films in einem grotesken Massaker endet, muss man einfach schmunzeln. Seinen ernsten Ton verliert Kingsman dabei trotzdem nie, denn im Vordergrund steht jederzeit die Beziehung zwischen dem Meister Harry und seinem Schüler Eggsy. In der Entwicklung dieser und auch in Eggsys Agentenausbildung samt gleichaltrigen Konkurrenten für den Job, erlaubt sich Kingsman dann einige Längen, die das sonst straffe Erzähltempo etwas ausbremsen.
 
Während Colin Firth und Michael Caine sehr souverän agieren, bleibt dabei ausgerechnet der junge Taron Egerton etwas blass und kann einfach nicht mit den von ihm umringten schauspielerischen Größen nicht mithalten. Die Verwandlung vom perspektivlosen Jugendlichen zum feinen Gentleman mit der Lizenz zum Töten ist dennoch gut gelungen.
 
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Apropos Töten: Wer Kick Ass kennt, kann sich schon ein Bild des Gewaltgrades von Kingsman machen. Obwohl Vaughn locker einen auch „kindertauglichen“ Actionfilm hätte machen können, zelebriert der Regisseur lieber einen wahren Blutregen. Speziell zum Ende und in einer Massenschlacht in einer Kirche wird kein zartes Gemüt verschont. Für eine Freigabe ab 16 Jahren in Deutschland hat es trotzdem noch gereicht, auch wenn man das durchaus fragwürdig betrachten kann.
 
Aber auch an Vaughn´s X-Men: Erste Entscheidung wird man stellenweise erinnert. Gerade der Abschnitt, in dem Eggsy mit seinen Mitschülern in einem noblen Anwesen abseits der Stadt zum Agenten ausgebildet wird, ähnelt stark der Akademie von Charles Xavier des X-Men Prequels, davon abgesehen, dass die Methoden des Ausbilders Merlin deutlich rabiater sind.
 
Fazit
 
Kingsman ist ein waschechter „Very British“ Agentenfilm und doch wie kein anderer. Matthew Vaughn hat es einmal wieder geschafft, mit seiner unverkennbaren Härte und unkonventionellen Art einen bitterbösen und zugleich verdammt coolen Actionfilm ins Kino zu bringen, welcher vor allem damit unterhält, die klassischen Agenten-Thriller durch den Kakao zu ziehen.
 
Der hohe Gewaltgrad und der ziemlich schwarze Humor dürften nicht jeden Kinogänger, den es sonst zum Beispiel in die Marvel-Filme zieht, ansprechen. Fans von etwas abgedrehteren Action Filmen wie Kick Ass oder Shoot Em Up können sich dagegen auf gute Unterhaltung freuen.
 
 
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