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Kritik: Die Känguru Verschwörung

 
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Autor: Peter Osteried
 
Vor zwei Jahren debütierte das Känguru nach dem großen Bucherfolg mit „Die Känguru-Chroniken“ auch im Kino. Es trotzte schnoddrig-cool der Pandemie und fuhr trotz Zeiten des Lockdowns und der begrenzten Kinosaal-Kapazitäten gutes Geld ein. So gut, dass ein Sequel schnell beschlossene Sache war. Gut zwei Jahre später ist das Ergebnis nun „Die Känguru-Verschwörung“, die sogar noch besser ist als der Vorgänger!
 
Vom Blind Date nach Bielefeld
 
Marc-Uwe ist mit Maria beim Date im Dunkelrestaurant. Aber nicht allein: Das Känguru ist dabei. Natürlich läuft das Date darum nicht so, wie Marc-Uwe sich das wünscht. Später bietet er Maria eine Wette an: Wenn es dem Känguru und ihm gelingt, ihre Mutter, die voll im Klimakrise-Verschwörungsmodus ist, davon zu bekehren, dass das eben alles Schwachsinn ist, dann muss sie mit Marc-Uwe nach Paris – ohne Känguru.
 
Verliert er, muss er allerdings die große, günstige Wohnung mit ihr tauschen. Eine echte Gefahr für Marc-Uwe und das Känguru. Und das umso mehr, weil Marias Mutter nicht nur auf dem Verschwörungstrip ist, sondern auch Vorträge hält und ihren Unfug bei YouTube verbreitet. Wie kann man diese Frau von ihren Irrwegen abbringen? Vielleicht auf der großen Verschwörungs-Convention in Bielefeld?
 
 
Der neue Gegner
 
Im ersten Teil war es noch eine verklausulierte Version der AfD, die vom Känguru kräftig abgestraft wurde, im zweiten Film sind es nun Reichsbürger, Querdenker, Flatearther, Aluhüte und sonstige Verschwörungsspinner, denen der Spiegel vorgehalten wird. Nur schade, dass keine dieser Gestalten wohl den Weg ins Kino finden wird. Oft gehen derartige Weltansichten ja auch mit einer eher rechten Positionierung einher, und da gilt das Känguru sicherlich als links-grün-versifft, wie diese Klientel so schön sagt. Dabei würde es keinem von ihnen schaden, sich mal vor Augen zu führen, welchem Schwachsinn sie so den ganzen Tag hören und absondern.
 
Es gibt eine sehr prägnante Szene, in der gezeigt wird, dass die „Argumente“ dieser Leute auf praktisch jede noch so schwachsinnige Idee anwendbar sind. Aber das zu erkennen, würde ja auch heißen, sich selbst zu erkennen – und das dürfte den Wenigsten gefallen.
 
On the Road
 
Der zweite Teil ist besser als der erste, weil er seine Geschichte stringenter erzählt. Das soll nicht heißen, dass der Film nicht dennoch in Episoden zerfallen würde. Das tut er durchaus, aber da er diesmal auch ein Road Movie ist, funktioniert das sehr viel besser. In der DNS des Road Movies ist die narrative Zerfaserung quasi eingebaut.
 
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Der Film hat nicht nur mit den Realitätsverweigerern seinen Spaß, sondern bietet auch reichlich andere Gags. Es gibt dabei filmische Zitate, so wie Sergio Leones Jahrhundertwestern SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, oder aber auch die gängigen Muster von Horrorfilmen. Hier bewegt man sich in sehr unterschiedliche und sehr fruchtbare Richtungen.
 
Zudem wird wieder mit der Form gespielt. Das fängt schon bei der „Wie alles begann“-Zusammenfassung an, setzt sich beim Wissen darum fort, dass sie alle in einem Film agieren, bis hin zum Ende, das wirklich überraschend ist – für den Zuschauer, aber auch für Marc-Uwe und das Känguru.
 
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Fazit
 
Technisch gibt es nichts zu klagen. Das Känguru sieht nach wie vor top aus. Es ist auch einfach geil gesprochen und haut jede Menge sprachlicher Bonmots heraus. Die Ideen sind auch sehr divers - von purem Slapstick bis zu Humor der durchaus intelligenteren Art und Weise.
 
DIE KÄNGURU-VERSCHWÖRUNG ist – das darf man sicherlich jetzt schon sagen – die wohl beste Komödie des Jahres, bei der einfach nichts und niemand sicher ist. Außerdem präsentiert es eine ganz neue Form von Schnick-Schnack-Schnuck, die cooler kaum sein könnte. Und bei den Marvel-Filmen hat man auch Inspiration gefunden, denn nach dem Nachspann gibt es noch etwas zu sehen.
 
 
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