Nach den gemischten Reaktionen auf den ersten Teil, insbesondere von Fans der Spiele, geht die Fortsetzung einen deutlich anderen Weg. Statt sich viele Freiheiten zu nehmen, orientiert sich der Film nun stärker an der Vorlage und rückt ikonische Figuren und Elemente in den Mittelpunkt.
Davon profitiert vor allem Johnny Cage, der hier eine zentrale Rolle einnimmt und sich schnell als heimlicher Star des Films entpuppt. Verkörpert wird er von Karl Urban, der der Figur genau die Mischung aus Arroganz, Charme und Selbstironie verleiht, die Fans erwarten.
Das Turnier
Die Handlung setzt damit ein, dass Johnny Cage, ein abgehalfterter Actionstar mit großem Ego, für das Turnier rekrutiert wird. Seine Begeisterung hält sich jedoch in Grenzen, als er erfährt, dass es keinerlei Regeln gibt und Niederlagen tödlich enden. Dennoch bleibt ihm keine Wahl: Er muss sich dem Kampf stellen. Im Zentrum steht das klassische Szenario - Kämpfer des Earthrealm treten gegen die Streitkräfte von Shao Kahn an. Der Einsatz ist hoch, denn es geht um nichts weniger als das Schicksal der Erde.
Eine ungetane Tat
Inhaltlich bleibt die Geschichte zweitrangig. Wie schon im Vorgänger fungiert sie vor allem als Bindeglied zwischen den zahlreichen Kämpfen. Diese sind das eigentliche Herzstück des Films und werden entsprechend häufig und ausführlich inszeniert. Die Choreografien sind präzise, die Inszenierung dynamisch und die Effekte überzeugend. Auch der Härtegrad wurde beibehalten, sodass die Auseinandersetzungen entsprechend kompromisslos wirken. Zwischen den Kämpfen bleibt jedoch oft wenig Raum für erzählerische Entwicklung, was dazu führt, dass die Handlung insgesamt eher dünn wirkt.
Was den Film dennoch deutlich aufwertet, ist die Präsenz von Johnny Cage. Karl Urban spielt ihn mit sichtbarer Freude und einem Augenzwinkern. Seine Figur wirkt wie ein Relikt aus der Hochphase des Actionkinos der 90er-Jahre - selbstverliebt, cool und zunächst wenig beeindruckt von der Situation.
Gerade diese Haltung sorgt für viele unterhaltsame Momente, denn Cage kommentiert das Geschehen mit spitzen Bemerkungen und lockeren Sprüchen. Damit bildet er einen starken Kontrast zu den übrigen Figuren, die sich selbst und ihre Mission mit großem Ernst behandeln. Wo andere pathetisch agieren, bringt Cage Leichtigkeit ins Spiel. Immer wenn er im Fokus steht, gewinnt der Film spürbar an Tempo und Unterhaltungswert.
Altbekannt
Abseits davon bleibt die Fortsetzung jedoch in vertrauten Bahnen. Zwar gibt es einige dramatische Momente, etwa wenn bekannte Figuren ihr Leben lassen, doch diese verlieren schnell an Wirkung. Der Grund dafür liegt in der Einführung des Netherrealm, einer Art Zwischen- oder Totenwelt, die hier erstmals eine größere Rolle spielt. Dadurch wird früh angedeutet, dass der Tod nicht endgültig sein muss. Diese erzählerische Entscheidung nimmt vielen Szenen ihre emotionale Wucht, da Verluste jederzeit rückgängig gemacht werden könnten.
Hinzu kommt, dass bereits verstorbene Figuren aus dem ersten Teil wieder auftauchen, was den Eindruck verstärkt, dass Konsequenzen im Universum von Mortal Kombat nur bedingt zählen. Das Turnier wirkt dadurch wie ein endloser Kreislauf, in dem Kämpfe zwar spektakulär, aber letztlich folgenlos bleiben. Spannung entsteht so vor allem durch die Inszenierung der Duelle, weniger durch die Frage nach langfristigen Auswirkungen.
Gleichzeitig legt der Film deutlich den Grundstein für kommende Fortsetzungen. Insbesondere das Netherrealm wird als zukünftiger Schauplatz vorbereitet, und es wird klar, dass die Geschichte noch lange nicht abgeschlossen ist. Gefallene Kämpfer könnten zurückkehren, neue Bedrohungen entstehen und das Turnier in immer neuen Variationen fortgesetzt werden.
Fazit
Für Warner Bros. und New Line Cinema eröffnet sich ein klares Franchise-Modell: Solange das Interesse des Publikums anhält, lässt sich die Reihe nahezu beliebig fortführen; das Ende bereitet ja schon Teil 3 vor. Ob das gelingt, hängt jedoch stark davon ab, wie gut der Film beim Publikum ankommt. Sollte der Erfolg ausbleiben, könnte das Konzept schneller an seine Grenzen stoßen. Andernfalls steht einer langlebigen Reihe nichts im Weg – selbst der Tod scheint hier schließlich kein endgültiges Hindernis zu sein.