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*** Leberkäsjunkie ***


lkj kritik

Autor: Mark Wrede
 
Franz Eberhofer darf wieder ermitteln. Und dafür hat Regisseur Ed Herzog bereits zum sechsten Mal, diesmal auf Basis des gleichnamigen siebten Buches von Rita Falk, das bekannte Ensemble verpflichten können. Mit ein paar Überraschungen und wieder jede Menge Klischees vom bayerischen Land. Aber leider auch mit Figuren die seit Grießnockerlaffäre nicht weiterentwickelt werden.
 
Schwarz und Schwarz gesellt sich gern
 
Gleich zu Beginn von Leberkäsjunkie wird der Dorfpolizist traditionell zu einem weiteren Fall gerufen. Und diesmal handelt es sich dabei um die verkohlte Leiche einer Immobilienmaklerin. Und das ausgerechnet im Haus von der schrillen Liesl Mooshammer, die daraufhin zum Leid der Familie Unterschlupf bei der Oma findet. Aber auch eine Gegebenheit, bei der wir erfahren dürfen, weshalb der Film seinen Namen trägt. Franz bricht am Tatort nämlich aufgrund seines hohen Cholesterinspiegels, bedingt durch den Verzehr von zu viel Leberkäs, zusammen und ist ab sofort auf Diät.
 
Das ist übrigens der einzige Grund für den Titel des Films. Mit dem Mord oder den weiteren Begebenheiten hat dieser nämlich rein gar nix zu tun. Jedenfalls scheint der Täter schnell gefunden zu sein. Denn auch auf dem Land gibt es mittlerweile Bewohner mit schwarzer Hautfarbe. Und einer davon kommt kurzerhand hinter Gitter und die Welt scheint wieder in Ordnung zu sein. Zumindest zunächst …
 

 
Ein Ensemble auf Abwegen
 
Doch bevor wir erfahren dürfen, wer wirklich hinter dem Mord steckt, vergeht erstmal eine Film-Stunde, die rein gar nix mit dessen Aufklärung zu tun hat. Stattdessen werden wir mit Folgendem konfrontiert: Franz muss auf seinen kleinen Sohn aufpassen, denn Susi macht sich mal wieder aus dem Staub. Ansonsten wird ab sofort mal wieder jedes bayerische Klischee bedient. Frei nach dem Motto: Hauptsache zünftig und ohne jeglichen sinnvollen Zusammenhang.
 
So dürfen wir die Protagonisten in Einkaufszentren begleiten, ihnen beim Kotzen auf dem Volksfest zusehen und in Punkto bayerische Schimpfwörter einiges dazulernen. Die Figuren selbst entwickeln sich dabei leider nicht weiter. Aber das stört die eingefleischten Fans der Reihe wahrscheinlich nicht. Denn das ist schon seit dem letzten Teil nicht mehr der Fall.
 
Die Überraschungen
 
Den meisten Spaß dürfte als Überraschungsgast Nummer Eins in diesem Teil vor allem Eva Mattes (Tatort) gehabt haben. Als Liesl Mooshammer darf sie so richtig die Sau rauslassen und trägt mit ihren derben Sprüchen zu einem nicht unwesentlichem Unterhaltungswert des Films bei.
 
Außerdem ist Robert Stadlober als Bi-Sexueller im Film zu sehen. Wen er genau spielt, das sei an dieser Stelle aber noch nicht verraten. Eine Rolle, die er jedenfalls mit Bravour und Hingabe verkörpert und bei so manchem ein kleines Deja-Vu auslösen wird. Stadlober hat nämlich bereits bereits 2004 in Marco Kreutzpaintners Film Sommersturm einen homosexuellen Jugendlichen verkörpert.
 
Zudem ist noch Harry G mit von der Partie. Und zwar als Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige. Ein kurzer aber ebenfalls überraschender Auftritt, der im Gedächtnis bleiben dürfte. Denn der bayerische Comedian ist mit seinen wilden Sprüchen mittlerweile eine feste Institution im Freistaat.

01 ©2019 Constantin Film02 ©2019 Constantin Film04 ©2019 Constantin Film03 ©2019 Constantin Film
 
Die üblichen Verdächtigen
 
Nur leider verharren die bekannten Charaktere auch in diesem Teil in ihrem Rollenkorsett. Anstatt zu den vergangenen Teilen die Figuren weiter zu entwickeln, hat man sich mal wieder dazu entschieden, nur die Fans und die bayerische Landbevölkerung zufrieden zu stellen.
 
An erster Stelle steht nämlich nicht die Lösung des Falles, sondern, wie bereits erwähnt, viele bayerische Klischees zu bedienen und mit Schimpfwörtern oder dumpfen Sprüchen möglichst laut um sich zu werfen. Sehr schade.
 
Desweiteren muss auch angemerkt werden, dass es sich in Leberkäsjunkie vorrangig um Franz Eberhofer dreht. Und dieser deshalb auch die meiste Zeit im Fokus ist. Die anderen Figuren, wir zb. die Lisa, die Oma, der Plötzinger und auch Rudi Birkenberger haben in diesem Teil nur sehr wenige Auftritte.
 
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Fazit
 
Mit Leberkäsjunkie ist ein Film entstanden, der vor allem bei der Fanbase und der bayerischen Landbevölkerung punkten wird. Neue Fans außerhalb des Weißwurstäquators wird der Film wohl einmal mehr eher abschrecken. Aber der nächste Eberhofer-Streifen steht bekanntlich schon in den Startlöchern. Und vielleicht wird dann ja alles besser …
 
 
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