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***Jack Reacher - Kein Weg zurück***

 jreacher kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Die Existenz von „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ ist im Grunde überraschend. Denn so gut der erste Film mehrheitlich auch aufgenommen wurde, ein besonders beeindruckender Box-Office-Erfolg war er nicht. Tatsächlich spielte er weniger ein, als Insider für nötig hielten, damit Paramount ein Sequel in Auftrag geben würde.
 
Aber es geschah dennoch, weil Paramount hier verschiedene Ziele verfolgt: Einerseits will man den „Mission: Impossible“-Star bei Laune halten, andererseits war der erste Film dann besonders in Übersee erfolgreich genug, dass man darauf setzt, mit Fortsetzungen ein größeres Publikum anzusprechen.
 
Sentimentaler Reacher
 
Jack Reacher (Tom Cruise) erledigt häufiger Aufträge für Major Turner (Cobie Smulders). Getroffen haben sie sich dabei noch nie, aber das soll sich nun ändern. Als Reacher sie aufsucht, muss er jedoch erfahren, dass Turner wegen Spionage verhaftet worden ist. Das kann er nicht glauben, weswegen er mit eigenen Ermittlungen beginnt.
 
Verkompliziert wird das alles noch dadurch, dass er nicht nur inmitten eines gigantischen Komplotts gerät, das schließlich auch gegen ihn losgeht, sondern erfährt, dass er eine 15-jährige Tochter hat, die in die Sache hineingezogen wird und deren Leben nun auch in Gefahr ist.
 
 
Jacks Familiensinn
 
Im ersten Teil spielte Cruise noch einen weit kälteren Reacher. Einen Mann, der jede Herausforderung meistern kann, der praktisch unbesiegbar ist und der aus Details ganze Ereignisketten erahnen kann. Das kann er hier immer noch. Man sieht auch, wie Reacher instinktiv erkennt, was passiert ist. Und er ist immer noch exzellent darin, auch gegen mehrere Gegner zu brillieren. Aber hier entwickelt er etwas Menschlichkeit.
 
Das ergibt sich nicht nur daraus, dass er mit der Erkenntnis konfrontiert ist, Vater zu sein (oder sein zu können – sicher ist er ja nicht), sondern auch im Umgang mit der von Smulders gespielten Turner. Es wäre nicht so, dass zwischen beiden Mimen besonders viel Chemie bestehen würde, aber sie funktionieren zusammen ziemlich gut. Insbesondere dann, wenn das Trio als eine Art dysfunktionale Familie agiert. Besonders amüsant sind dabei die Szenen im Hotel, in denen auch Geschlechterrollen aufs Korn genommen werden.
 
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Rasante Action
 
Die Geschichte ist nicht besonders umfangreich. Im Grunde passt sie in einen Fingerhut. Sie ist sogar noch unscheinbarer als im ersten Teil. Aber auch hier gilt: Sie funktioniert. Es ist alles da, was für einen erfolgreichen Action-Thriller vonnöten ist. Die Action kann sich sehen lassen, die Handlung wird mit enormer Rasanz vorangetrieben und das Finale ist erfreulich intim.
 
Denn auch das ist eine Stärke dieses Films aber auch seines Vorgängers: Es geht nicht um die ganz großen Geschichten. Niemand muss die Welt retten, weswegen das Finale mit einem Kampf Mann gegen Mann nicht nur angenehmer ist, sondern auch wohltuend an Action-Filme der 1980er Jahre erinnert.
 
Dabei wird nicht alles erklärt. Die Geschichte mutet bisweilen inkohärent an. Zu häufig ist es ein Zufall, der sie vorantreibt. Das sind Schwächen, die aber in der routinierten Inszenierung von Edward Zwick untergehen. Darüber hinaus ist Cruise als Action-Star einfach immer eine sichere Bank.
 
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Fazit
 
So düster wie das Original ist dieser zweite Teil nicht, dafür brilliert er mit reichlich Action und einer deutlich aufgelockerten Hauptfigur. Das Format ist serientauglich, was angesichts der zahlreichen Romane von Lee Child nicht das Schlechteste ist. Nun liegt es nur noch an einem brauchbaren Einspielergebnis, allerdings war der Start in den USA enttäuschender als erwartet. Es hängt nun davon ab, wie der Rest der Welt auf „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ reagiert.
 
Wenn alles gut läuft, wird es noch weitere Filme geben, die sich dann mit „Mission: Impossible“-Fortsetzungen abwechseln. So oder so ist der zweite Teil mit Jack Reacher makelloses, schön zu konsumierendes Action-Kino, das für einen rundum vergnüglichen Abend sorgt.
 
 
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