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***Der Hunderteinjährige***

dhej kritik
 
Autor: Peter Osteried
 
Der auf dem Roman von Jonas Jonasson basierende Film „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ war nicht nur in Schweden ein enormer Erfolg, sondern amüsierte europaweit die Zuschauer. Mangels eines weiteren Romans gibt es nun keine weitere Adaption, sondern eine ganz und gar eigenständige Fortsetzung, die ein Jahr später einsetzt. Allan ist mittlerweile 101 Jahre alt und denkt noch lange nicht ans Sterben.
 
Volkssoda!
 
Allan Karlsson feiert seinen 101. Geburtstag auf Bali. In seinen Sachen hat er etwas ganz Besonderes gefunden. Die letzte Flasche mit Volkssoda, die noch existiert. Dabei handelt es sich um eine russische Limonade, die auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs entwickelt worden ist und der US-Vorherrschaft an Zuckerwasser Konkurrenz machen sollte. Das führte zu einer der bemerkenswertesten und weitreichendsten Aktionen des Kalten Kriegs, an der auch Allan als Doppelagent, der bei beiden Seiten die Hände aufhielt, beteiligt war.
 
Allans Freund Julius erkennt das Potenzial dieser süchtig machenden Limonade und ist Feuer und Flamme, nach Berlin zu fahren, als er erfährt, dass Allan das Rezept in einer Zigarrenbox versteckt hat, die noch bei einer Freundin ist. Also machen sich die alten Herrschaften auf den Weg und werden auch von ihrem Affen Erlander begleitet, was zu allerhand Tohuwabohu führt.
 
Denn schon bald sind Russen, die CIA und auch ein Engländer hinter Allan her.
 
 
Wie man durch die Geschichte stolpert
 
Schon am Original war so amüsant, wie Allan Karlsson in seinem Leben in allerhand historische Ereignisse verwickelt war, aber eigentlich nie wirklich wusste, was um ihn gerade passiert.
 
Dem trägt man nun auch in der Fortsetzung Rechnung, gibt es doch Rückblicke zu Zeiten des Kalten Krieges, als Allan sowohl auf Richard Nixon als auch auf den sowjetischen Premier Breschnew traf. Die Begegnung mit diesen beiden Herren führte zu einer der abstrusesten Geschichten des Kalten Kriegs, die nun nachwirkt. Denn Volkssoda hat noch immer das Potenzial, die Welt zu verändern. Oder zumindest jemanden reich zu machen.
 
„Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ ist im Grunde albern, wenn man sich die Geschichte auf der Zunge zergehen lässt. Er ist aber auch reichlich irre, wenn man bedenkt, wie viele Figuren aus welcher Motivation heraus auch immer hinter Allan her sind. Das ist eine Schnitzeljagd, die fast schon an „Eine total, total verrückte Welt“ erinnert, nur dass es eben etwas weniger Schatzsucher sind.

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Ein gar nicht so junger, alter Herr
 
Wie schon beim ersten Teil begeistert das Sequel erneut mit Robert Gustafsson als Allan. Der 52 Jahre alte Schauspieler spielt hier deutlich älter – und das mit einem beachtlichen Alters-Make-up, das ihn wirklich wie 101 aussehen lässt. Dazu kommen die langsamen, steifen Bewegungen, die man mit alten Menschen eben assoziiert. Zudem ist Allan auch geistig ein wenig langsam – oder vielleicht auch nur einfach gestrickt. Auf jeden Fall stolpert er durch diese Geschichte und erinnert sich nur bisweilen an wichtige Dinge.
 
Unterlegt ist das Ganze mit einer beschwingten, dem Balkan zuzuordnenden Musik, die zwar nicht unbedingt das ist, woran man bei einem schwedischen Film als erstes denkt, aber doch gelungen das Geschehen untermalt.
 
Hervorragend sind auch die historischen Persönlichkeiten getroffen, die den realen Vorbildern wirklich ähnlichsehen.

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Fazit
 
Der erste Teil war noch mehr eine Farce und in Teilen sicherlich lustiger, dieses Sequel hat aber das Herz auf dem rechten Fleck und bietet einige überdreht-irrsinnige Ideen, die im Zusammenhang mit der völlig versponnenen Geschichte gut funktionieren. „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ ist vergnügliche Unterhaltung ohne Längen.
 
 
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