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***Bridget Jone´s Baby***

 bjb kritik
 
Autor: Alexander Friedrich
 
In den letzten Jahren entwickelte sich in der Filmlandschaft ein neuer Trend, alte Marken nach einer Ewigkeit wieder aufleben zu lassen. Die Folge waren Sequels, die über zehn Jahre nach ihren Vorgängern auf die Leinwand zurückkehrten.
 
Und so darf sich nach Comebacks wie „Men in Black 3“, „Mad Max Fury Road“ oder „Jurassic World“ nun sogar die zuletzt völlig abgetauchte Renée Zellweger als Bridget Jones wieder blicken lassen. Trotz optisch deutlichem Unterschied zum ganzen zwölf Jahre zurückliegenden letzten Auftritt in „Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns“ geht das Wagnis auf, dank einer energiegeladenen Hauptdarstellerin und gut getimter Situationskomik, welche die holprige Erzählung kaschieren können.
 
Bridget Jones sollte mit 43 eigentlich in einer Midlife-Crisis stecken, doch davon lässt sich die unbeschwerte Londonerin nicht beeindrucken und genießt einfach stets den Augenblick. Doch der ersehnte Traummann scheint weiterhin nicht aufzutauchen. Bei einem Musik Festival lernt Bridget jedoch den Internet-Milliardär Jack Quant (Patrick Dempsey) kennen, was gleich mal in einem spontanen One Night Stand endet.
 
Nur kurze Zeit darauf trifft sie auf ihren Ex-Liebhaber Mark Darcy (Colin Firth), mit demselben Ausgang des Abends. Schnell werden die verrückten Nächte aus Bridgets Gedächtnis gestrichen, bis die TV-Produzentin plötzlich schwanger ist. Der Traum vom eigenen Kind scheint also endlich wahr zu werden. Doch wer ist nun der Vater.
 
 
Was lange währt,…
 
Die enorme Pause nach „Am Rande des Wahnsinns“ ist dem nun dritten Teil mehr als deutlich anzumerken. Nicht nur Hauptdarstellerin Renée Zellweger in der wohl wichtigsten Rolle ihrer Karriere ist erstaunlich gealtert, auch Colin Firth, der mit den Originalen seinen Durchbruch in Hollywood erlangte, ist kaum wieder zu erkennen.
 
Doch warum sollten die Protagonisten ihrer Geschichten nicht altern dürfen? Regisseurin Sharon Maguire schafft es tatsächlich, die Marke und deren Figuren in die moderne digitalisierte Zeit zu transportieren. Die neue alte Bridget ist jedenfalls sympathisch wie eh und je und Zellweger ist anzusehen, wie sehr sie für diese Rolle lebt. Kein Wunder, das die Schauspielerin dafür zurück vor die Kamera springt, kehrte sie der Filmwelt doch eigentlich vor Jahren schon den Rücken zu.
 
Trotzdem will Teil 3 der Reihe zunächst einmal gar nicht funktionieren. In der ersten halben Stunde kann der Film nämlich keinen Fuß fassen und das Drehbuch weiß gar nicht so recht, wie es eine seit zwölf Jahren stillgelegte Reihe wieder in Fahrt bringen soll. So funktioniert weder der Humor so recht, noch weiß man, worauf die Geschichte zusteuern soll. Das mag beabsichtigt sein, schließlich weiß Protagonistin Bridget auch nicht so recht, was eigentlich ihre Ziele sind oder was sie mit ihrer Zeit anfangen soll. Filmisch betrachtet geht die Rechnung aber einfach nicht auf und wir haben das Gefühl, die Produzenten und Maguire haben sich mit diesem Comeback verzettelt.
 
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Doppeltes Spiel
 
Dann aber erfährt Bridget, das sie ein Baby bekommt und diese Wendung ist zwar nun wirklich alles andere als originell und die folgende Stunde schafft es auch nicht, das Genre neu zu erfinden oder uns emotional groß zu packen, doch plötzlich ist ein roter Faden da. Alle Figuren haben nun ihre Daseinsberechtigung und nun geht der Film voll und ganz in sich auf.
 
Gerade das Wichtigste bei einer Komödie, nämlich der Humor, greift auch endlich und kann mit einigen unglaublich lustigen Momenten überzeugen. Der Humor von „Bridget Jones´ Baby“ lebt dabei vor allem von seiner herrlich absurden Situationskomik und dem einfachen Kniff, das man nie weiß, wer von den beiden Männern, mit denen Bridget in der Kiste war, nun der Vater ist, zudem die beiden von diesem Dilemma nicht Bescheid wissen, was in gleich mehreren herrlich amüsanten Szenen mündet.
 
Das Dreigespann um Zellweger, Firth und Dempsey harmoniert dabei ganz wunderbar. Die beiden möglichen Väter könnten natürlich nicht gegensätzlicher sein. Während Dempsey als Jack ein smarter Milliardär zunächst perfekt geeignet ist, dürfte die meisten Sympathien der Zuschauer dennoch der von Firth stets unterkühlt gespielte Mark haben, kennt man ihn doch schon aus den Vorgängern. Der gesamte Plot mit der Frage, welcher der beiden denn nun der zukünftige Mr. Right wird, kommt zwar etwas arg Telenovela-artig daher, doch der dafür sehr clever verwendete Humor und toll getimte Dialogwitz kann diese Schwäche gut kaschieren und schafft es so, dem Film doch noch zu einer ordentlichen Komödie zu verhelfen.
 
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Fazit
 
Fans der Bridget Jones-Filme mussten sehr lange auf die Leinwandrückkehr ihrer geliebten René Zellweger warten und Regisseurin Sharon Maguire schafft es tatsächlich die Seele der Originale in die heutige Zeit zu verpacken und einen toll pointierten Witz nach dem Anderen rauszuhauen – zumindest ab dem zweiten Drittel.
 
Davor ist „Bridget Jones´ Baby“ bestenfalls bemüht und danach wird es auch nicht allzu originell, bzw. ist die Geschichte arg vorhersehbar, doch der herrlich freche Humor ist mehr als gelungen und speziell Hauptdarstellerin Zellweger macht auch sichtbar gealtert eine tolle Figur. Fans dürfen jedenfalls zufrieden sein.
 
 
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